Trump genehmigt neue Spritstandards und kippt Bidens EV-Regeln
US-Präsident Donald Trump hat neue Kraftstoffverbrauchsvorschriften genehmigt und damit strengere Vorgaben aus der Biden-Ära zurückgenommen.

US-Präsident Donald Trump hat neue Kraftstoffverbrauchsvorschriften genehmigt und damit die strengeren Richtlinien der Biden-Administration zurückgenommen. Das teilte Trump nach Angaben des Senders CNBC in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social mit. Die bisherigen Vorgaben zielten darauf ab, den Kraftstoffverbrauch zu senken und den verstärkten Einsatz von Elektro- und Hybridtechnologie zu fördern. Mit der Änderung erfüllt Trump ein Wahlversprechen, Politiken abzuschaffen, die Elektrofahrzeuge förderten oder Anreize für sie schufen.
Die zurückgenommenen Standards der Ära Biden hätten die Autohersteller verpflichtet, die Kraftstoffeffizienz ihrer Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeuge bis 2031 auf etwa 50 Meilen pro Gallon zu steigern. Diese strengeren Vorgaben sollten Produktion und Absatz von Elektrofahrzeugen in den USA ankurbeln. Derartige Effizienzvorgaben sind in den USA seit der Einführung der Corporate Average Fuel Economy (CAFE)-Standards im Jahr 1975 ein zentrales Instrument der Regulierung – sie werden seitdem regelmäßig aktualisiert, in der Regel mit dem Ziel, Fahrzeuge effizienter zu machen.
Unklarheit über endgültige Standards
Wie die endgültigen Kraftstoffverbrauchsvorschriften konkret aussehen werden, ist bislang unklar. Verkehrsminister Sean Duffy hatte zuvor jedoch erklärt, dass sie deutlich niedriger ausfallen würden als die Richtlinien aus der Biden-Ära. Genaue Zahlen oder ein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung wurden bislang nicht öffentlich detailliert.
Trump präsentierte die Änderung als Vorteil sowohl für Autohersteller als auch für Verbraucher. In seinem Beitrag auf Truth Social schrieb er: „Diese neuen Standards werden die Verschwendung beim Bau von Autos in Amerika beseitigen. Das bedeutet NIEDRIGERE PREISE und spart Familien Tausende von Dollar bei einem neuen, schönen und sicheren Auto – weit besser als die Umweltmonster, die wir bisher gebaut haben." Weiter erklärte er: „Jeder Hersteller, von General Motors über Ford bis hin zu Stellantis, hat mich angerufen und wollte hier bauen, und jetzt können sie es!"
Profitablere Modelle, weniger Anreize für E-Autos
Schwächere Kraftstoffverbrauchsvorschriften haben weitreichende Folgen für die Produktstrategie der Hersteller. Autohersteller können dadurch mehr Pickups und SUVs produzieren, die deutlich profitabler sind als kleinere Fahrzeuge, aber einen schlechteren Spritverbrauch aufweisen. Für Elektrofahrzeuge werden die Rahmenbedingungen gleichzeitig deutlich unattraktiver, weil der regulatorische Druck zur Elektrifizierung sinkt.
Einige Unternehmen halten dennoch an der Elektromobilität fest. General Motors etwa hat nach Angaben von CNBC erklärt, dass das Unternehmen Elektrofahrzeuge weiterhin herstellen werde. Für deutsche Privatanleger ist die Entscheidung vor allem mit Blick auf die großen US-Hersteller relevant: Die Aktien von General Motors, Ford und Stellantis reagieren traditionell sensibel auf regulatorische Weichenstellungen in Washington, da sie die Kostenseite und die Modellmischung der Konzerne direkt beeinflussen. Auch europäische Hersteller mit US-Geschäft könnten betroffen sein, weil sich die Kalibrierung von Verbrenner- und Elektrostrategie nach den amerikanischen Vorgaben richtet.
Offen bleibt, wann die Details der neuen Regeln veröffentlicht werden und wie stark sie sich tatsächlich von den bisherigen Vorgaben unterscheiden. Bis dahin müssen sich Anleger und Autobauer auf eine Übergangsphase einstellen, in der die langfristige Planungssicherheit für Fahrzeugflotten in den USA begrenzt bleibt. Klar ist: Die Rücknahme der strengeren Standards markiert eine deutliche Abkehr von der bisherigen Klima- und Verbrauchspolitik in der US-Automobilregulierung.
