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VW-Konzern ruft 2,16 Millionen Autos wegen korrodierender Lenkungsschraube zurück

Der VW-Konzern ruft weltweit fast 2,16 Millionen Fahrzeuge zurück, weil eine Lenkungsschraube korrodieren kann.

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VW-Konzern ruft 2,16 Millionen Autos wegen korrodierender Lenkungsschraube zurück

Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit Fahrzeuge mehrerer Konzernmarken vorsorglich in die Werkstätten. Auslöser ist eine Befestigungsschraube der Lenkung, die korrodieren kann. Betroffen sind nach Angaben des Konzerns fast 2,16 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke VW, davon knapp 900.000 in Deutschland. Hinzu kommen fast 700.000 Audi Q3 weltweit, gut 58.500 davon hierzulande.

Das Problem war bei internen Qualitätsprüfungen entdeckt worden. Die Schraube wird gegen ein widerstandsfähigeres Modell getauscht. Korrosion kann die Lenkungsfunktion beeinträchtigen – im schlimmsten Fall droht der Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet bislang keine Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden. Ein VW-Sprecher erklärte, dass Weiterfahren sei möglich.

Wie stark ein einzelnes Auto betroffen ist, hängt laut Quelle von der Streusalz-Exposition ab. Halter potenziell betroffener Fahrzeuge erhalten einen Brief. Wer keinen Brief bekommt, ist nicht betroffen. Auskunft erteilen auch die VW-Servicepartner anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), die in der Zulassungsbescheinigung steht.

Die Details

Die Aktion erstreckt sich über mehrere Baureihen und Produktionszeiträume. Bei der Marke VW umfasst der Rückruf Fahrzeuge aus dem Zeitraum September 2013 bis Juli 2024. Zu den betroffenen Modellen zählen Tiguan, Touran, Caddy, Golf, Golf Variant und Golf Sportsvan. Der Rückrufcode lautet 48VS.

Beim Audi Q3 reicht der Produktionszeitraum vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024. Der Rückrufcode für die Ingolstädter Marke lautet 48LG. Für Seat nennt die Quelle einen Produktionszeitraum von April 2016 bis September 2024; die Zahl der betroffenen Fahrzeuge ist zunächst unbekannt. Der Seat-Rückrufcode lautet 48T7. Betroffene Seat-Modelle sind der Ateca und der Tarraco.

Für Skoda liegen in der KBA-Datenbank keine Informationen vor. Die Reparatur selbst ist für die Halter kostenlos. Die Verschraubung wird getauscht, die Instandsetzung dauert bis zu einer Stunde. Fragen beantworten VW unter der Telefonnummer 0800 8655 792 436 und Audi unter 0800 2834 7378 423.

Ursache der Korrosion sind laut Quelle Umwelteinflüsse in Verbindung mit langjährigem Streusalz-Einfluss. Deshalb unterscheidet sich die Betroffenheit von Fahrzeug zu Fahrzeug – ein Auto, das über Jahre auf gestreuten Straßen bewegt wurde, kann stärker betroffen sein als ein vergleichbares Modell aus derselben Baureihe. Der Konzern reagiert mit dem Tausch der Schraube, bevor es zu einem sicherheitsrelevanten Zwischenfall kommt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Rückrufe sind beim Volkswagen-Konzern kein Einzelfall. Bereits am 25.03.2026 berichtete aktien.news, dass der Konzern weltweit rund 94.000 Elektrofahrzeuge der Marken VW und Cupra zurückruft. Grundlage war eine offizielle Meldung in der Rückrufdatenbank des KBA in Flensburg. Im Mittelpunkt standen damals Batteriemodule in der Hochvoltbatterie, die nicht den vorgeschriebenen Spezifikationen entsprachen. Die möglichen Folgen reichten vom Aufleuchten einer gelben Kontrollleuchte über eine spürbare Reichweitenabnahme bis hin zur Brandgefahr. Auch damals waren dem KBA keine Sach- oder Personenschäden bekannt.

Auch andere Hersteller sind betroffen. Am 22.04.2026 meldete aktien.news einen weltweiten Rückruf von Mercedes-Benz für mehr als 9.000 Fahrzeuge der G-Klasse. Betroffen waren Modelle der Baureihe 465 mit vollelektrischem Antrieb, in Deutschland potenziell 551 Fahrzeuge. Dort ging es um Radschrauben, die nicht den erforderlichen Spezifikationen entsprachen.

Der aktuelle Rückruf fällt in eine angespannte Phase für den Konzern. Am 24.07.2026 berichtete aktien.news, dass das Konzernergebnis nach Steuern im zweiten Quartal 2026 um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro einbrach. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte VW noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Die konzernweiten Auslieferungen sanken um knapp 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Am 17.09.2026 folgte die Nachricht, dass Audi den Marktstart des elektrischen A4 e-tron verschiebt – ein Rückschlag für die Konzernplattform SSP.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist zunächst wichtig: Der Rückruf betrifft Fahrzeughalter, nicht Aktionäre direkt. Die Reparatur ist kostenlos, die Halter tragen also keine unmittelbaren Kosten. Für den Konzern entstehen dagegen Aufwand und organisatorische Belastung, weil Hunderttausende Fahrzeuge in die Werkstätten geordert werden müssen.

Ein Rückruf dieser Größenordnung ist ein Reputationsthema. Er trifft VW, Audi und Seat gleichzeitig und damit mehrere Marken des Konzerns. Ob und in welcher Höhe finanzielle Belastungen anfallen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Anleger sollten die offiziellen Mitteilungen des Konzerns und die Angaben des KBA verfolgen, statt aus der reinen Zahl der betroffenen Fahrzeuge auf Ergebniseffekte zu schließen.

Hilfreich ist auch die Einordnung: Vorsorgliche Rückrufe sind ein regulärer Teil des Qualitätsmanagements. Entscheidend für die Bewertung ist, ob ein sicherheitsrelevantes Bauteil betroffen ist und wie schnell die Maßnahme abgearbeitet wird. Beides lässt sich anhand der öffentlichen Angaben beobachten. Auffällig ist, dass der Konzern innerhalb weniger Monate mehrfach Rückrufe kommuniziert hat – von der Hochvoltbatterie bis zur Lenkungsverschraubung.

Ausblick

Die betroffenen Halter erhalten Post vom Hersteller. Wer einen Brief bekommt, kann einen Termin bei einem Servicepartner vereinbaren. Die Instandsetzung dauert bis zu einer Stunde. Für Seat ist die Zahl der betroffenen Fahrzeuge zunächst unbekannt; hier dürften weitere Angaben folgen. Für Skoda liegen in der KBA-Datenbank bislang keine Informationen vor.

Kurz erklärt

  • FIN: Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer ist die eindeutige Kennung eines Autos und steht in der Zulassungsbescheinigung.
  • KBA: Das Kraftfahrt-Bundesamt ist die deutsche Bundesbehörde, die unter anderem Rückrufe in einer Datenbank veröffentlicht.
  • Rückrufcode: Mit dieser Kennung ordnen Hersteller und Werkstätten eine Rückrufaktion einem bestimmten Modell und Zeitraum zu.
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