Robotaxi-Wettbewerb in London: Waymo, Uber und Baidu im Härtetest
Drei Anbieter testen selbstfahrende Taxis in der britischen Hauptstadt – Waymo, Uber und in wenigen Wochen auch Baidu.

In London beginnt ein Wettrennen, das die Zukunft des autonomen Fahrens prägen dürfte. Drei Unternehmen testen derzeit selbstfahrende Taxis in der britischen Hauptstadt: Waymo, Uber und – in wenigen Wochen – auch Baidu. Die Stadt gilt als die härteste Bewährungsprobe für Robotaxis überhaupt.
Wer in London besteht, schafft es überall. Diese Zuspitzung erklärt, warum der Standort für die Branche so bedeutsam ist. Die Metropole ist uralt, historisch gewachsen und chaotisch – ein Umfeld, das sich kaum mit den geplanten Reißbrettstädten anderer Testregionen vergleichen lässt.
Waymo geht mit einem umgebauten Jaguar I-Pace an den Start. Dieser Fahrzeugtyp dient dem Unternehmen als Basis für seine Testflotte. Uber testet ebenfalls autonome Fahrzeuge, während Baidu in wenigen Wochen hinzukommt. Damit stehen sich in London gleich drei Anbieter gegenüber, die unterschiedliche Ansätze und Erfahrungen mitbringen.
Die Details
Im Zentrum des Londoner Experiments stehen drei Namen: Waymo, Uber und Baidu. Waymo, Teil des Google-Konzerns, setzt auf einen umgebauten Jaguar I-Pace. Uber, bislang vor allem als Vermittlungsplattform für menschliche Fahrer bekannt, testet ebenfalls autonome Fahrzeuge. Baidu, der chinesische Technologiekonzern, soll in wenigen Wochen dazustoßen und das Feld auf drei Anbieter erweitern.
London gilt in der Branche als die schwierigste Umgebung für selbstfahrende Fahrzeuge. Die Stadt ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern über Jahrhunderte gewachsen. Auf den Straßen treffen Busse, Autos, Radfahrer, Roller und sogar Kutschen aufeinander. Diese Mischung aus langsamen und schnellen, großen und kleinen Verkehrsteilnehmern stellt höchste Anforderungen an die Sensorik und die Software der Fahrzeuge.
Hinzu kommt die Struktur der Stadt selbst. Große Schneisen und enge Gassen wechseln sich ab. Was auf einer breiten Ausfallstraße funktioniert, muss in einer verwinkelten Altstadtgasse ebenso zuverlässig laufen. Für die Hersteller ist London deshalb ein Testfeld, an dem sich zeigt, ob ihre Systeme wirklich ausgereift sind. Die Logik dahinter ist einfach: Wer in London besteht, schafft es überall.
Für die beteiligten Unternehmen geht es um mehr als einen einzelnen Markt. Ein Erfolg in der britischen Hauptstadt wäre ein Referenzpunkt für den weltweiten Ausbau. Umgekehrt würde ein Scheitern Fragen aufwerfen, die weit über London hinausreichen. Neben Waymo, Uber und Baidu werden im Umfeld des Londoner Robotaxi-Wettbewerbs auch VW und Moia als Akteure genannt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Auseinandersetzung mit dem autonomen Fahren in London hat eine Vorgeschichte. Bereits am 01.08.2026 berichtete aktien.news über die Londoner Taxifahrer-Familie Goulding, die wie kaum eine andere die Tradition des Londoner Taxigewerbes verkörpert. Mit mehr als einem Jahrhundert gemeinsamer Erfahrung am Steuer stehen die Gouldings vor ihrer bisher größten Herausforderung: dem Aufstieg autonomer Fahrdienste wie Waymo, Wayve und Baidu. Die Familie trifft sich regelmäßig im Stadtteil Elephant and Castle. Ihre Wurzeln im Gewerbe reichen so weit zurück, dass die Großmutter der heutigen Fahrer einst die Chauffeure in einem der traditionellen Londoner „Cabmen's Shelters" mit Tee, Kaffee und Sandwiches versorgte.
Auch international war das Thema zuletzt in Bewegung. Am 07.07.2026 berichtete aktien.news über den Pekinger Stadtteil Yizhuang, in dem fahrerlose Fahrzeuge längst zum Alltag gehören. Robotaxis schlängeln sich dort neben gewöhnlichen Autos durch den Verkehr, autonome Lieferwagen transportieren Pakete zu Abholstationen. Der Bezirk hat sich zu einem der wichtigsten Testfelder Chinas für autonomes Fahren entwickelt – mit Unternehmen wie Baidu, WeRide und Pony.ai, die dort bereits kommerzielle Robotaxi-Dienste betreiben. Die Buchung einer Fahrt erfordert kaum mehr als das Öffnen einer App.
Bereits am 25.05.2026 hatte aktien.news berichtet, dass Robotaxis auf der Automesse in Peking erstmals im Mittelpunkt des Geschehens standen. Automobilhersteller, Mobilitätsplattformen und Technologiekonzerne präsentierten ihre Versionen des autonomen Ride-Hailing. Das Signal war eindeutig: Robotaxis sind kein Experiment einer Handvoll Spezialisten mehr. Zugleich blieb der Aufbau eines Systems, das kommerziell skalierbar und sicher betreibbar ist, eine enorme Herausforderung.
Erst am 17.09.2026 meldete aktien.news, dass Japan kurz vor einem historischen Schritt steht. Die autonome Fahreinheit von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, Waymo, der japanische Taxi-App-Betreiber GO und die Taxi-Gesellschaft Nihon Kotsu beabsichtigen, im nächsten Jahr Tokios ersten vollständig autonomen kommerziellen Taxidienst einzuführen. Der Plan sieht vor, mit einer kleinen Flotte zu beginnen und diese später auf etwa 100 Fahrzeuge auszuweiten. Hintergrund ist ein zunehmender Mangel an Taxifahrern.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Londoner Wettbewerb vor allem ein Signalgeber. Autonomes Fahren ist ein Thema, das viele Branchen berührt: Technologiekonzerne wie Google mit Waymo, Mobilitätsplattformen wie Uber, chinesische Anbieter wie Baidu und Fahrzeughersteller, die ihre Modelle für den Robotaxi-Einsatz rüsten. Wer in diesem Feld investiert ist, sollte die Entwicklung in London aufmerksam verfolgen.
Entscheidend ist dabei nicht, welches Unternehmen den ersten Test absolviert, sondern ob sich ein kommerziell tragfähiger Betrieb etablieren lässt. Die Quelle betont, dass die Einführung eines Robotaxis einfacher wird, der Aufbau eines skalierbaren und sicheren Systems aber eine enorme Herausforderung bleibt. Anleger sollten daher nicht allein auf Ankündigungen achten, sondern auf belastbare Hinweise, dass der Betrieb dauerhaft funktioniert.
Der Standort London verschärft diese Prüfung. Weil dort viele Verkehrsarten, enge Gassen und breite Schneisen zusammenkommen, lassen sich Rückschlüsse ziehen, die für andere Märkte relevant sind. Ein Dienst, der in dieser Umgebung besteht, dürfte auch andernorts leichter zu betreiben sein. Diese Erwartung ist der Kern der These, dass London die härteste Bewährungsprobe darstellt.
Zugleich gilt: Der Wettbewerb ist jung und dynamisch. Drei Anbieter testen in London, einer davon erst in wenigen Wochen. Wie sich das Rennen entwickelt, ist offen. Privatanleger sollten die Berichterstattung deshalb als laufenden Prozess begreifen und einzelne Meldungen nicht überbewerten.
Ausblick
Der nächste konkrete Schritt ist der Markteintritt von Baidu, der in wenigen Wochen erfolgen soll. Damit steigt die Zahl der Anbieter in London auf drei. Waymo testet bereits mit einem umgebauten Jaguar I-Pace, Uber ebenfalls mit autonomen Fahrzeugen.
Über London hinaus bleibt das Thema in Bewegung. In Tokio planen Waymo, GO und Nihon Kotsu den ersten vollständig autonomen kommerziellen Taxidienst Japans im nächsten Jahr, zunächst mit einer kleinen Flotte und später mit etwa 100 Fahrzeugen. In Peking gehört der Stadtteil Yizhuang bereits zu den wichtigsten Testfeldern Chinas. Ob sich London als entscheidender Referenzmarkt erweist, wird sich an den Ergebnissen der laufenden Tests zeigen.
Kurz erklärt
- Robotaxi: Ein Fahrzeug, das Fahrgäste ohne menschlichen Fahrer befördert und sich per App bestellen lässt.
- Autonomes Fahren: Die Fähigkeit eines Fahrzeugs, ohne menschliches Eingreifen im Straßenverkehr zu navigieren.
- Ride-Hailing: Ein Vermittlungsmodell, bei dem Fahrgäste Fahrtdienste über eine App buchen.
