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Schwarzes Meer: Schiffe rüsten gegen Drohnenangriffe auf

Tanker und Frachter schützen sich mit improvisierten Vorrichtungen vor explosiven Drohnen.

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Schwarzes Meer: Schiffe rüsten gegen Drohnenangriffe auf

Die Sicherheitslage im Schwarzen Meer verschärft sich dramatisch. Angesichts zunehmender Drohnenangriffe greifen Betreiber von Tankern und Frachtschiffen zu ungewöhnlichen Schutzmaßnahmen. Wie Aufnahmen und Berichte von Sicherheitsexperten belegen, werden Schiffe, die den Bosporus passieren, zunehmend mit improvisierten Vorrichtungen wie Fangnetzen, Wassertanks und Autoreifen ausgestattet.

Diese sogenannten „Cope Cages“ sollen die Aufbauten vor explosiven Drohnen schützen, während Wassertanks am Heck dazu dienen sollen, den Maschinenraum bei einem Treffer zu polstern. Die Maßnahmen zeigen, wie ernst die Betreiber die Bedrohungslage einschätzen.

Corey Ranslem, CEO der maritimen Sicherheitsgruppe Dryad Global, warnt jedoch vor einer begrenzten Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Während sie gegen kleinere Drohnen helfen könnten, seien sie bei größeren militärischen Flugkörpern oder schnellen, ferngesteuerten Seedrohnen mit hoher Sprengkraft oft wirkungslos.

Reale Schäden und Risiken

Die Risiken sind real: Das russische Frachtschiff „Omskiy-107“ trieb kürzlich mit ausgebrannter Kommandobrücke an die Küste Istanbuls. Auch andere Schiffe, wie die „Great Ocean“, erreichten den Bosporus in den letzten Wochen schwer beschädigt unter Begleitung der Küstenwache. Die Vorfälle verdeutlichen die unmittelbare Gefahr für die zivile Schifffahrt.

Die geopolitische Lage bleibt hochgradig volatil. Seit Juli haben sich die Angriffe auf die Infrastruktur für Öl- und Getreideexporte massiv verschärft. Während die Ukraine ihre Attacken auf russische Exportwege intensiviert hat, setzt Russland seine Angriffe auf ukrainische Knotenpunkte wie Odessa, Tschornomorsk und Piwdennyj fort.

Türkei sucht diplomatische Lösung

Die Türkei, die selbst von Drohnenangriffen auf ihre Handelsschiffe betroffen ist, bemüht sich um eine diplomatische Lösung. Präsident Recep Tayyip Erdoğan warnte vor einer Verschärfung der globalen Nahrungsmittelknappheit, insbesondere in Afrika. Außenminister Hakan Fidan arbeitet an einem Plan zur Wiederherstellung sicherer Korridore, doch Moskau lehnt eine Wiederaufnahme des 2022 ausgehandelten Getreideabkommens derzeit kategorisch ab.

Die Auswirkungen auf die globalen Agrarmärkte sind deutlich spürbar. Die Weizen-Futures am Chicago Board of Trade (CBOT) erreichten zuletzt den höchsten Stand seit Februar 2023, bevor sie aufgrund von Gewinnmitnahmen leicht nachgaben. Der Markt reagiert damit auf die massiven Störungen der Exporte aus der Schwarzmeerregion.

Weizenexporte brechen ein

Besonders hart trifft es die Ukraine: Die ukrainischen Weizenausfuhren sind im August im Vergleich zum Vorjahr um etwa 58 Prozent eingebrochen. Russland, der weltweit größte Weizenexporteur, versucht derweil, seine Position durch die Aussetzung von Exportzöllen bis Ende 2026 zu stützen.

Trotz der militärischen Spannungen und der durch ukrainische Drohnen verursachten Treibstoffengpässe betonte Präsident Wladimir Putin, dass Russland den Krieg weiterhin für sich entscheide. Für die globalen Getreidemärkte bleibt die Lage angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Schwarzen Meer angespannt. Anleger und Marktteilnehmer beobachten die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da weitere Preissprünge bei Weizen und anderen Agrarrohstoffen nicht ausgeschlossen werden können.

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