Thor Explorations steigert EBITDA und Nettogewinn im dritten Quartal
Der Goldproduzent meldet ein EBITDA von 56,9 Millionen US-Dollar, senkt aber wegen schwerer Regenfälle die Produktionsprognose für das Gesamtjahr.

Thor Explorations hat im dritten Quartal 2026 deutlich höhere Gewinne erzielt. Das an der TSX-V und der AIM notierte Mineralexplorationsunternehmen meldete ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und AfA (EBITDA) von 56,9 Millionen US-Dollar, nach 51,4 Millionen US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. CEO und Präsident Segun Lawson stellte die Zahlen am Donnerstag im Rahmen der finanziellen und operativen Ergebnisse für den zum 30. September endenden Berichtszeitraum vor.
Der Nettogewinn belief sich auf 47,3 Millionen US-Dollar, gegenüber 43,1 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Zum Ende des Septembers wies das Unternehmen eine bereinigte Netto-Kasholdingposition von 236,6 Millionen US-Dollar aus. „Ich bin erfreut, über weiterhin starke Gewinne im dritten Quartal zu berichten“, sagte Lawson.
Auch beim Umsatz legte Thor Explorations zu: Der Umsatz stieg im Berichtsquartal auf 81,3 Millionen US-Dollar, verglichen mit 69,9 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025. Insgesamt wurden 19 000 Unzen Gold zu einem durchschnittlichen Goldpreis von 4 280 US-Dollar pro Unze verkauft.
Die operativen Kosten pro Unze bleiben unter der Prognosespanne
Bei den Kosten verzeichnete das Unternehmen operative Cash-Kosten von 754 US-Dollar pro verkaufter Unze Gold. Die sogenannten all-in sustaining costs (AISC) lagen bei 993 US-Dollar pro Unze. Damit bewegt sich Thor Explorations unterhalb der eigenen AISC-Prognose von 1 000 bis 1 200 US-Dollar pro Unze, die das Management unverändert ließ.
Lawson begründet diese Stärke mit den laufenden Investitionen: „Diese finanzielle Stärke unterstützt unsere fortgesetzten Investitionen zur Verlängerung der Lebensdauer der Mine Segilola sowie die Vorantreibung der Exploration und Entwicklung des Projekts Douta, während wir die Exploration in unserem gesamten Portfolio fortführen.“ Auch an der Dividendenpolitik hält das Unternehmen fest. Lawson zufolge bleibt es bei einer quartalsweisen Ausschüttung von 0,0125 kanadischen Dollar (C$) pro Aktie.
Schwere Regenfälle bremsen die Goldproduktion in Segilola
Trotz der starken Gewinnzahlen ging die Produktion im nigerianischen Goldbergwerk Segilola zurück. Im dritten Quartal 2026 wurden 15 515 Unzen Gold gegossen, nach 22 617 Unzen im entsprechenden Quartal 2025. Die Aufbereitungsanlage arbeitete nach Unternehmensangaben ohne wesentliche ungeplante Ausfallzeiten. Allerdings beeinträchtigten schwere Regenfälle Ende August und Anfang September die Bergbauoperationen.
In der Folge passte Thor Explorations die Produktionsprognose für das Gesamtjahr auf 70 000 bis 72 000 Unzen an. Zuvor hatte das Unternehmen 75 000 bis 85 000 Unzen in Aussicht gestellt. Das Erzlager verringerte sich um 109 Unzen auf 58 322 Unzen Gold bei einer durchschnittlichen Gehaltshöhe von 0,72 Gramm Gold pro Tonne. Nach Angaben des Managements entspricht dieses Lager etwa zwei Jahren Versorgung der Aufbereitungsanlage und bietet damit Flexibilität sowie ein geringes Risiko für die künftige Produktion der Anlage.
Bereits am 14.10.2026 berichtete aktien.news über die gesenkte Jahresprognose
Die Anpassung der Produktionsprognose ist kein neues Thema. Bereits am 14.10.2026 berichtete aktien.news, dass Thor Explorations die Produktionsprognose für das Gesamtjahr am Goldbergwerk Segilola in Nigeria nach unten korrigiert hat. Als Grund nannte das an der AIM und der TSX notierte Unternehmen außergewöhnlich starke Regenfälle während des Berichtszeitraums. Schon damals hatte der Konzern nach Angaben von CEO Lawson trotz der herausfordernden Betriebsbedingungen ein solides drittes Quartal verzeichnet – mit 15 515 produzierten Unzen Gold, 19 000 abgesetzten Unzen und Umsatzerlösen von rund 81,7 Millionen US-Dollar.
Ebenfalls im Archiv von aktien.news findet sich der Bericht vom 15.09.2026 über die ersten Explorationsbohrungen am Goldprojekt Marahui im nordöstlichen Teil der Elfenbeinküste. Damals meldete Thor Explorations „ermutigende“ Ergebnisse mit breiten, hochgradigen Durchschnitten über eine Streichlänge von vier Kilometern. Zu den besten Abschnitten zählten 6 Meter mit 6,20 Gramm Gold pro Tonne, 9 Meter mit 5,40 Gramm pro Tonne sowie 6 Meter mit 5,60 Gramm pro Tonne.
Thor treibt die Exploration in Nigeria, Senegal und der Elfenbeinküste voran
In Segilola testet das Unternehmen nach den Worten von Lawson mit einem untertägigen Explorationsprogramm die Tiefenerweiterungen der Lagerstätte. Zum Einsatz kommen vier eigentümergeführte Diamantbohrgeräte. Weitere Ergebnisse werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. Parallel dazu helfen regionale Probennahmen und geophysikalische Arbeitsprogramme dabei, Ziele rund um Segilola zu generieren und zu verfeinern, während das Unternehmen Möglichkeiten jenseits des bestehenden Betriebs bewertet.
In Senegal wurden die Bohrungen entlang des mineralisierten Korridors im Bousankhoba-Explorationsgebiet fortgesetzt. Thor plant, die ersten Bohrergebnisse im vierten Quartal 2026 zusammen mit einer aktualisierten Schätzung der mineralischen Ressourcen in Douta zu veröffentlichen. „Wir haben bedeutende Fortschritte bei der Finalisierung unseres Bergbaubereichs gemacht und befinden uns in den letzten Phasen der Erlangung des Bergbaubewilligung für Douta“, so Lawson.
In der Elfenbeinküste zeigt sich das Management von den ersten Bohrergebnissen in Marahui ermutigt. „Wir freuen uns darauf, auf diesen Ergebnissen aufzubauen, indem wir die zusätzlichen geochemischen Anomalien, die entlang der Trendlinie identifiziert wurden, weiter bohren“, sagte Lawson. In Guitry ergab die Bohrhöhlenprobennahme vielversprechende Ziele für Bohrungen, was weitere Möglichkeiten bietet, das Potenzial des Explorationsportfolios zu bewerten.
Die Zahlen liefern deutschen Privatanlegern ein gemischtes Bild
Auf der Ertragsseite steht ein höheres EBITDA, ein gestiegener Nettogewinn und eine bereinigte Netto-Kasholdingposition von 236,6 Millionen US-Dollar, gestützt auf einen durchschnittlichen Goldpreis von 4 280 US-Dollar pro Unze. Auf der operativen Seite steht ein Rückgang der gegossenen Goldmenge in Segilola und eine gesenkte Jahresprognose. Die AISC-Prognose von 1 000 bis 1 200 US-Dollar pro Unze wurde dagegen beibehalten.
Die Aktie von Thor Explorations ist an der TSX-V und der AIM notiert, also an kanadischen und britischen Handelsplätzen. Deutsche Privatanleger können sie daher in der Regel nicht an einem deutschen Börsenplatz handeln, sondern über den Handel an ausländischen Handelsplätzen oder über entsprechende Broker. Für die Einschätzung relevant ist die Kombination aus niedrigen Kosten pro Unze, hoher Liquidität und einem Erzlager, das dem Management zufolge etwa zwei Jahren Versorgung der Aufbereitungsanlage entspricht. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten, zumal die künftige Entwicklung des Goldpreises außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegt.
Für das vierte Quartal 2026 stehen mehrere Ergebnisse an
Das Management erwartet für das vierte Quartal 2026 mehrere Veröffentlichungen. Dazu zählen weitere Ergebnisse des untertägigen Explorationsprogramms in Segilola sowie die ersten Bohrergebnisse in Senegal, zusammen mit einer aktualisierten Schätzung der mineralischen Ressourcen in Douta. Für Douta befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in den letzten Phasen der Erlangung der Bergbaubewilligung.
Lawson fasste die Erwartung so zusammen: „Wir gehen mit einer starken finanziellen Position und aktiven Explorationsprogrammen in unserem gesamten Portfolio ins Jahresende hinein und halten gleichzeitig an unserer quartalsweisen Dividendenpolitik von 0,0125 C$ pro Aktie fest.“
Drei Fachbegriffe helfen beim Lesen der Zahlen
- EBITDA: Kennzahl für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und AfA, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens abbildet.
- AISC: All-in sustaining costs bezeichnen die gesamten Kosten pro Unze Gold, die für den Erhalt der laufenden Produktion anfallen.
- Erzlager: Bezeichnet den Vorrat an bereits abgebautem und gelagertem Erz, der später in der Aufbereitungsanlage verarbeitet werden kann.
