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Texas-Startup Supra erhält DoD-Auftrag zur Scandium-Rückgewinnung

Supra Elemental Recovery sichert sich Phase-I-Vertrag der Defense Logistics Agency zur Rückgewinnung seltener Erden aus Industrieprodukten.

• 2 Min
Texas-Startup Supra erhält DoD-Auftrag zur Scandium-Rückgewinnung

Das Technologie-Startup Supra Elemental Recovery hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Defense Logistics Agency des US-Verteidigungsministeriums (DoD) ihm einen Phase-I-Vertrag im Rahmen des Small Business Innovation Research (SBIR) zuerkannt hat. Ziel des Auftrags ist die Förderung der Rückgewinnung von Scandium. Den finanziellen Umfang der Zusage nannte das Unternehmen nicht.

Der Vertrag soll die Rückgewinnung seltener Erden durch Supra aus nordamerikanischen industriellen Nebenprodukten stärken. Supra wurde aus der University of Texas at Austin ausgegründet und gewinnt sowie reinigt kritische Mineralien mithilfe von peer-reviewed-Trenntechnologien an Bergbau- und Industriestandorten. Die proprietäre Plattform des Unternehmens setzt auf fortschrittliche chemische Trenntechnologie, um Ziel-Elemente selektiv aus industriellen Einsatzstoffen zurückzugewinnen.

Im Rahmen des SBIR-Programms wird Supra die Machbarkeit der Anwendung seiner Trennplattform auf relevante Einsatzstoffe bewerten. Damit soll die potenzielle zukünftige Skalierbarkeit unterstützt werden. Das SBIR-Programm dient generell dazu, kleinen Unternehmen die Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien mit staatlichem Bedarf zu ermöglichen.

Scandium als kritischer Rohstoff

Scandium ist ein Schlüsselmineral, das in fortschrittlichen Luft- und Raumfahrtanwendungen, in der Energiebranche sowie in kommerziellen Technologien eingesetzt wird. Derzeit gibt es in den Vereinigten Staaten keinen kommerziellen Abbau und keine kommerzielle Produktion von Scandium. Das Land ist damit vollständig auf Importe aus ausländischen Märkten angewiesen.

Die Forschungsanstrengungen zielen darauf ab, neuartige Trennungs- und Verarbeitungstechnologien zu evaluieren. Auf diese Weise soll die Diversifizierung der heimischen Lieferkette unterstützt werden. Für die USA geht es dabei auch um eine Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Bezugsquellen bei strategisch wichtigen Rohstoffen.

„Die USA verfügen über Scandium-Ressourcen an Land“, sagte Supra-CEO Katie Durham in einer Pressemitteilung. „Unsere Technologie ist darauf ausgelegt, dieses Scandium in hoher Reinheit und in großem Maßstab zurückzugewinnen, um die inländische Nachfrage zu decken.“

Bedeutung für den Rohstoffmarkt

Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist die Meldung vor allem vor dem Hintergrund der globalen Versorgung mit kritischen Mineralien interessant. Seltene Erden und strategische Rohstoffe wie Scandium stehen seit Jahren im Fokus staatlicher Förderprogramme, insbesondere in den USA und der Europäischen Union. Beide Wirtschaftsräume versuchen, ihre Lieferketten breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von einzelnen Exportmärkten zu reduzieren.

Supra positioniert sich mit seiner Plattform in diesem Umfeld als Anbieter von Trenntechnologie, die auf industrielle Nebenprodukte setzt. Sollte sich die Machbarkeit im Rahmen der Phase-I-Bewertung bestätigen, könnte das Unternehmen in späteren Phasen des SBIR-Programms von weiterer staatlicher Unterstützung profitieren. Konkrete Angaben zu Zeitplan, Fördervolumen oder möglichen Folgeaufträgen machte das Unternehmen nicht.

Der Auftrag reiht sich ein in eine wachsende Zahl staatlich geförderter Projekte zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe. Für den Scandium-Markt bleibt entscheidend, ob und wann eine kommerzielle Produktion innerhalb der USA aufgebaut werden kann. Bis dahin bleibt das Land auf Importe angewiesen.

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