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China könnte den Dieselmarkt retten – doch der Wille fehlt

Chinas überschüssige Raffineriekapazität könnte hohe Dieselpreise bremsen, doch die Bereitschaft zum Eingreifen ist gesunken.

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China könnte den Dieselmarkt retten – doch der Wille fehlt

China hat in diesem Jahr dazu beigetragen, die globalen Ölpreise auf einem niedrigeren Niveau zu halten, indem es seine Rohöleinfuhren drosselte. Theoretisch verfügt das Land damit auch über die Macht, die derzeit hohen Dieselpreise zu bremsen – und möglicherweise sogar die Notwendigkeit eines umständlichen US-amerikanischen Verbots von Dieselexporten abzuwenden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass China den Kraftstoffmarkt heute rettet, ist geringer als noch im Jahr 2022, dem letzten Mal, als das Land einschritt, um extrem hohe Dieselpreise zu senken.

Der Grund dafür liegt in der schieren Größe des chinesischen Raffinerienetzwerks. China ist derzeit das einzige Land mit erheblicher überschüssiger Kapazität. Während US-Raffinerien bei einer Auslastung von rund 97 Prozent an ihrer Grenze arbeiten, liegen chinesische Raffinerien laut Daten von Vortexa lediglich bei 75 Prozent ihrer maximalen Produktionskapazität. Diese Reserve an ungenutzter Kapazität macht China theoretisch zu einem entscheidenden Akteur auf dem globalen Dieselsektor.

Trump bittet Xi um Unterstützung

Auf dem Gipfeltreffen in Washington letzte Woche bat Präsident Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping, tätig zu werden. Der genaue Umfang dieser Bitte und die Reaktion der chinesischen Seite bleiben in der vorliegenden Quelle offen. Klar ist jedoch, dass die USA angesichts ihrer eigenen ausgelasteten Raffinerien auf externe Hilfe angewiesen sein könnten, um den Druck auf dem Dieselmarkt zu mildern.

Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung relevant, weil Dieselpreise eng mit globalen Rohöl- und Raffineriemärkten verknüpft sind. Ein Eingreifen Chinas könnte den Preisdruck dämpfen und damit auch die Inflation im Euroraum beeinflussen. Bleibt die Unterstützung aus, könnten die Preise auf absehbare Zeit hoch bleiben.

Die entscheidende Frage bleibt, ob China seine ungenutzten Kapazitäten tatsächlich aktiviert. Die Erfahrung aus dem Jahr 2022 zeigt, dass Peking grundsätzlich dazu in der Lage ist – damals senkte das Land die extrem hohen Dieselpreise. Ob es diesmal denselben Weg wählt, ist jedoch offen. Die geringere Bereitschaft deutet darauf hin, dass China seine eigenen wirtschaftlichen Prioritäten anders setzt als noch vor zwei Jahren.

Für den Markt bedeutet das eine anhaltende Unsicherheit. Solange die chinesischen Raffinerien nur zu drei Vierteln ausgelastet sind, bleibt eine potenzielle Preisentlastung in Reichweite – aber eben nur theoretisch. Ob und wann diese genutzt wird, hängt von politischen Entscheidungen in Peking ab, die für den Markt schwer vorhersehbar sind.

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