Tesla-Aktie profitiert von Trumps Wahlsieg
Subventionsverlust droht – Musk könnte politischen Einfluss nutzen

Die Tesla-Aktie hat nach dem Wahlsieg von Donald Trump einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Am Mittwoch legte der Kurs des Elektroautoherstellers in den USA um über 14 Prozent zu und erreichte mit rund 289 Dollar pro Aktie den höchsten Stand seit Juli 2023. Damit stieg der Gesamtwert von Tesla auf etwa 920 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von rund 100 Milliarden Dollar entspricht. Diese Entwicklung scheint für Außenstehende unerwartet, da Tesla stark von Subventionen des „Inflation Reduction Act“ (IRA) der Demokraten profitiert.
Elon Musk, CEO und Hauptaktionär von Tesla, hatte Trumps Wahlkampf aktiv unterstützt und dabei Wahlkampfauftritte und indirekte Spenden im Wert von insgesamt 119 Millionen Dollar geleistet. Nach dem Wahlerfolg Trumps äußerte sich Musk auf der Plattform X enthusiastisch über die Zukunftsaussichten. Die Reaktion der Tesla-Aktionäre ist jedoch schwer nachzuvollziehen, da Trumps Pläne zur Streichung der IRA-Mittel Teslas Geschäftsmodell unmittelbar betreffen könnten. Nach Schätzungen der Großbank Wells Fargo erhält Tesla derzeit etwa 10.000 Dollar an Subventionen für seine Modelle 3 und Y, was jedoch davon abhängt, dass das Gesetz unter Biden in Kraft bleibt.
Trump hatte angekündigt, nicht ausgegebene IRA-Mittel zu streichen, da er den „Green New Deal“ als Verschwendung ansieht. Dan Ives, Analyst bei Wedbush Securities, interpretiert diesen Kurs als Nachteil für die gesamte Elektroautoindustrie, sieht jedoch für Tesla einen Vorteil: Als Marktführer könnte Tesla sich in einem Umfeld ohne Subventionen besser behaupten und Marktanteile gewinnen. Konkurrenten wie General Motors und Ford haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, während Tesla eine Gewinnmarge von 17,5 Prozent erzielt. Laut Musk arbeitet derzeit kein anderer Anbieter von Elektroautos profitabel.
Der Marktanteil von Tesla in den USA ist dennoch geschrumpft: Während das Unternehmen 2022 noch 75 Prozent des Marktes hielt, sind es nun nur noch 48 Prozent. Gleichzeitig haben Ford und General Motors ihre Anteile von fünf auf 18 Prozent gesteigert. Tesla-Anleger hoffen daher, dass der Subventionswegfall die wachsende Konkurrenz eindämmen könnte. Sollte es zu einer Verteuerung von Elektroautos kommen, könnte dies die Nachfrage in den USA negativ beeinflussen und Tesla zur Preissenkung zwingen.
Zusätzlich bringt Trumps Sieg eine mögliche Beteiligung Musks an der Regierung ins Spiel. Trump hatte Musk in Aussicht gestellt, eine Kommission zur Effizienzsteigerung der Regierung zu leiten, was potenziell zu Interessenkonflikten führen könnte und Musk möglicherweise dazu zwingen würde, seine Ämter bei Tesla zeitweise niederzulegen. Dies könnte das Unternehmen, das noch stark auf Musk ausgerichtet ist, vor neue Herausforderungen stellen.
