Positive Konjunktursignale beflügeln China-Börsen
US-Wahl sorgt für Nervosität, Japans Nikkei profitiert von Unternehmensgewinnen

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten zu Wochenbeginn eine deutliche Aufwärtsbewegung, insbesondere die chinesischen Börsen, die von positiven Konjunkturaussichten profitierten. In Shanghai und Shenzhen verzeichneten die Märkte einen Anstieg von über zwei Prozent. Grund für diesen Optimismus ist die Hoffnung auf verstärkte staatliche Maßnahmen zur Stützung der chinesischen Wirtschaft, die durch jüngste Anzeichen einer Konjunkturerholung gestärkt wurde. Eine private Umfrage ergab, dass der chinesische Dienstleistungssektor im Oktober den stärksten Zuwachs seit drei Monaten erzielte. Experten sehen darin ein positives Signal für die Wirksamkeit der aktuellen Konjunkturpolitik der Regierung in Peking.
In Fernost bleibt die Unsicherheit vor der US-Präsidentschaftswahl jedoch spürbar. Viele Investoren sind aufgrund der möglichen wirtschaftspolitischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten nervös und halten sich mit langfristigen Engagements zurück. Laut Steven Leung von UOB Kay Hian in Hongkong hat das Wahlergebnis zwar Einfluss, doch für die Märkte in China und Hongkong spielen auch nationale Faktoren eine entscheidende Rolle. Ein Sieg des republikanischen Kandidaten Donald Trump könnte zu einer protektionistischeren Handelspolitik führen, was potenziell negative Auswirkungen auf den Exportsektor und die Inflation hätte.
Auch in Japan stiegen die Kurse, wobei gute Unternehmenszahlen den Nikkei-Index um rund ein Prozent auf 38.475 Punkte klettern ließen. Unter den Einzelwerten verzeichnete das Elektronikunternehmen TDK ein Plus von sechs Prozent, nachdem es seine Prognose für den operativen Gewinn nach oben korrigiert hatte. Nomura Holdings konnte einen Anstieg von über zehn Prozent verbuchen, nachdem das Unternehmen seinen Quartalsgewinn mehr als verdoppelt hatte – der höchste Stand der letzten vier Jahre. Analysten warnen jedoch davor, dass die aktuelle Kursdynamik möglicherweise nicht lange anhalten wird, da die Investoren weiterhin vorsichtig agieren und auf die Wahlergebnisse in den USA warten.
Im asiatischen Devisenhandel gewann der US-Dollar leicht an Wert. Gegenüber dem Yen legte er um 0,2 Prozent auf 152,35 Yen zu und notierte bei 7,1056 Yuan gegenüber der chinesischen Währung. Im Vergleich zum Schweizer Franken stieg der Dollar auf 0,8641. Laut Imre Speizer von der australischen Bank Westpac hängt die weitere Entwicklung des Dollar-Wechselkurses maßgeblich vom Ausgang der US-Wahl ab: Ein Sieg des Republikaners Trump könnte den Dollar stärken, während ein Erfolg der Demokratin Kamala Harris eher eine Schwächung der Währung bewirken könnte.
