Qualcomm und Arm leiden unter Speichermangel bei Smartphone-Chips
Schwache Bestellungen und fehlende Speicherzuteilungen drücken die Prognosen der beiden Chipgiganten deutlich.

Qualcomm, einer der weltweit größten Hersteller von Smartphone-Chips, kämpft mit schwachen Kundenbestellungen und prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatz unterhalb der Markterwartungen. Der Grund: Kunden können keine ausreichenden Speicherzuteilungen sichern, um vollständige Produkte auszuliefern. Die Aktie des US-Konzerns brach im nachbörslichen Handel am Mittwoch um fast 10 Prozent ein.
"Der branchenweite Speichermangel und die Preiserhöhungen werden wahrscheinlich das Gesamtvolumen der Mobilfunkbranche über das gesamte Geschäftsjahr hinweg bestimmen", erklärte Qualcomm-CEO Cristiano Amon während einer Telefonkonferenz nach der Ergebnisveröffentlichung. "Leider denke ich, dass der gesamte Sektor von Speichern betroffen ist."
Auch Arm Holdings, dessen Architektur die Grundlage für einen Großteil der weltweiten Smartphone-Chips bildet, bekommt die Auswirkungen zu spüren. Die Lizenzgebühreneinnahmen des britischen Chipdesigners könnten im kommenden Jahr aufgrund des Speichermangels um bis zu 2 Prozent sinken, wie Finanzvorstand Jason Child mitteilte. Die Aktie verlor daraufhin 8 Prozent.
Engpässe bis 2027 erwartet
Qualcomm-Führungskräfte warnen, dass der Speichermangel das gesamte laufende Geschäftsjahr andauern und die Versorgungsengpässe sich möglicherweise bis ins Jahr 2027 ziehen könnten. Analysten von Morningstar und J.P. Morgan teilen diese Einschätzung und rechnen ebenfalls mit anhaltenden Problemen bis Ende 2027.
Die weltweiten Lieferungen fortschrittlicher Smartphone-Chips werden laut Daten von Counterpoint Research im Jahr 2026 voraussichtlich um 7 Prozent zurückgehen. Die stark steigenden Speicherpreise dürften auch die Aussichten für die Unterhaltungselektronik insgesamt trüben. "Die Ergebnisse spiegeln größtenteils breitere Branchentrends wider und sind keine Qualcomm-spezifischen Probleme", kommentierte Zavier Wong, Analyst bei eToro.
Hoffnung liegt auf KI-Chips für Rechenzentren
Beiden Unternehmen arbeiten daran, ihre Abhängigkeit vom Markt für Mobiltelefon-Chips zu verringern. Der Fokus liegt auf dem wachstumsstarken und margenstarken Rechenzentrumsmarkt. Qualcomm-Chef Amon zeigte sich zuversichtlich, dass der globale Speichermangel die Einführung der KI-Chips seines Unternehmens für Rechenzentren nicht beeinträchtigen werde.
Qualcomm plant, diese Chips in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf den Markt zu bringen. Nennenswerte Umsätze werden im Geschäftsjahr 2027 des Unternehmens erwartet. Damit könnten die neuen Produktlinien mittelfristig helfen, die Verluste im Smartphone-Geschäft zumindest teilweise zu kompensieren.
