Südkoreas Inflation steigt im März auf 2,2 Prozent
Höhere Energiekosten durch den Nahostkonflikt treiben die südkoreanischen Verbraucherpreise über das Zentralbankziel.

Südkoreas Verbraucherpreisindex ist im März um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Februar-Wert von 2,0 Prozent und übertrifft damit das Inflationsziel der südkoreanischen Zentralbank. Das Ministerium für Daten und Statistik veröffentlichte die Zahlen am Donnerstag.
Hauptverantwortlich für den Preisanstieg sind höhere Ölpreise und gestiegene Transportkosten infolge der Störungen durch den Nahostkonflikt. Es handelt sich um den ersten Inflationswert seit Beginn des Konflikts, der die Energiemärkte spürbar beeinflusst. Südkorea ist als bedeutender Energieimporteur besonders stark von Preisschwankungen auf den globalen Öl- und Gasmärkten abhängig.
Dennoch fiel der Anstieg geringer aus als von Analysten erwartet. Experten hatten im Schnitt mit einem Jahresanstieg von 2,4 Prozent gerechnet. Auf Monatsbasis legten die Verbraucherpreise lediglich um 0,3 Prozent zu – der Markt hatte hier einen Zuwachs von 0,6 Prozent prognostiziert.
Kernrate zeigt stabilen Preisdruck
Die Kernrate der Inflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, stieg im März ebenfalls um 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Im Monatsvergleich legte die Kernrate um lediglich 0,1 Prozent zu. Dieser Wert deutet darauf hin, dass der Preisdruck abseits der Energiekomponente moderat bleibt.
Für deutsche Anleger und Exporteure ist die Entwicklung in Südkorea relevant, da das Land ein wichtiger Handelspartner und Technologiestandort ist. Die importabhängige Wirtschaft Südkoreas reagiert besonders sensibel auf geopolitische Störungen in der Golfregion. Trotz staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung des Preisdrucks bleibt die Inflation über dem Zentralbankziel.
