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Straße von Hormus: Tui-Kreuzfahrtschiffe passieren umkämpfte Meerenge erfolgreich

Inmitten von Beschuss und Chaos durchquerten Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 die gefährliche Straße von Hormus – ein dramatischer Samstag.

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Straße von Hormus: Tui-Kreuzfahrtschiffe passieren umkämpfte Meerenge erfolgreich

Die Straße von Hormus war am vergangenen Samstag Schauplatz eines gefährlichen Kräftemessens. Während iranische Schnellboote der Revolutionsgarde einen Tanker unter Beschuss nahmen und Frachter der französischen Reederei CMA CGM mehrfach umkehrten, wagten sich die beiden Tui-Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 durch die strategisch bedeutende Meerenge. Am Samstagabend bestätigte ein Tui-Sprecher die erfolgreiche Durchfahrt beider Schiffe.

Die Ausgangslage war verwirrend: Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag angekündigt, die Meerenge bis Dienstag für alle Schiffe zu öffnen. US-Präsident Donald Trump bestätigte dies, schränkte jedoch ein, dass die Blockade für Schiffe aus dem Iran selbst bestehen bleibe – bis zu einem Friedensvertrag. Doch bereits am Samstagmorgen zeigte sich, dass die vermeintliche Öffnung auf tönernen Füßen stand.

Das iranische Streitkräfte-Hauptquartier machte die angekündigte Öffnung kurz darauf wieder rückgängig. Als Begründung nannte es gegenüber der Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA. Damit war die Lage wieder so unübersichtlich wie zuvor – und für Schiffe in der Region hochgefährlich.

Konvoi durch die Gefahrenzone

Die beiden Tui-Schiffe starteten gegen 14:40 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit von Abu Dhabi und Doha aus und fuhren in einem Konvoi durch die Meerenge – auf einer südlichen Route nahe des Omans. Dieser Bereich gilt laut dem Regime in Teheran offiziell als gesperrt, da dort angeblich Seeminen verlegt wurden. Ihnen voraus fuhren ein Kreuzfahrtschiff von MSC sowie ein weiteres der zyprischen Reederei Celestyal. Hinter den Passagierschiffen folgten mehrere Containerriesen der Schweizer Reederei MSC.

Tui betonte, dass sich seit Mitte März keine Passagiere mehr an Bord der beiden Schiffe befunden hätten. Zudem habe man vor der Durchfahrt alle notwendigen Zusagen der örtlichen Behörden eingeholt. Dennoch blieb die Fahrt nicht ohne Zwischenfälle: Die britische Marine meldete am Nachmittag, dass ein Containerschiff rund 50 Kilometer nordöstlich von Oman von einem unbekannten Projektil getroffen wurde. Dabei wurden mehrere Container beschädigt. Offenbar registrierte auch Mein Schiff 4 einen verdächtigen Einschlag im Wasser in unmittelbarer Nähe.

Im Golf von Oman verschwanden zwischenzeitlich die Positionsdaten der deutschen Kreuzfahrtschiffe sowie mehrerer MSC-Containerfrachter von den Überwachungsbildschirmen. Beobachter gehen davon aus, dass die Schiffe ihre Transponder aus Sicherheitsgründen abschalteten – eine in der Region nicht unübliche Vorsichtsmaßnahme angesichts der Bedrohung durch iranische Schnellboote.

Celestyal Discovery als Vorreiter

Bereits am Freitagnachmittag hatte das Kreuzfahrtschiff Celestyal Discovery die Meerenge passiert. Das ehemalige Aida-Schiff, das heute zur zyprischen Celestyal-Reederei gehört, durchfuhr die seit Ende Februar faktisch gesperrte Meerenge ebenfalls auf der südlichen Oman-Route. Es war damit eines der ersten Schiffe, das die Blockade in dieser Form umging.

Die Lage für andere Reedereien gestaltete sich deutlich schwieriger. Ein Konvoi der französischen Großreederei CMA CGM drehte kurz vor der Meerenge zunächst ab, wartete auf eine Freigabe des Irans, versuchte es erneut – und stoppte schließlich auf halber Strecke wieder. Tanker unter den Flaggen von Vietnam, Singapur, Liberia und Guinea konnten die Meerenge auf iranischer Seite passieren, teils mit Zielhafen in China. Schiffe mit Kurs auf Indien hingegen mussten wie die französischen Frachter abdrehen.

Unklare Machtverhältnisse im Iran

Ein weiterer beunruhigender Aspekt: In iranischen Staatsmedien kamen Zweifel auf, ob Außenminister Araghtschi überhaupt die Befugnis besaß, eine Freigabe der Straße von Hormus anzukündigen. Das deutet auf interne Machtkonflikte innerhalb des iranischen Regimes hin und erklärt die widersprüchlichen Signale des Wochenendes.

Für Anleger, die Reederei-Aktien oder Rohstoffmärkte im Blick haben, bleibt die Situation an der Straße von Hormus ein zentraler Risikofaktor. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen durch diese Meerenge. Jede Eskalation dort wirkt sich unmittelbar auf Energiepreise und Frachtkosten aus. Mein Schiff 5 war am Sonntagmorgen bereits auf dem Weg nach Kapstadt. Für Mein Schiff 4 war zu diesem Zeitpunkt noch kein neuer Zielhafen bekannt.

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