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Straße von Hormus: Trumps „Project Freedom" lässt Märkte kalt

Trump kündigt militärische Operation zur Öffnung der Straße von Hormus an – Märkte reagieren verhalten, Ölpreis stabilisiert sich.

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Straße von Hormus: Trumps „Project Freedom" lässt Märkte kalt

US-Präsident Trump hat zu Beginn der neuen Woche die Ankündigung des sogenannten „Project Freedom" überraschend bekanntgegeben. Ziel der Operation ist es, rund 900 in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe dabei zu unterstützen, die Meerenge an den iranischen Streitkräften vorbei zu passieren. Details ließ Trump zunächst offen.

Das U.S. Central Command (CentCom) veröffentlichte daraufhin eine kurze Pressemitteilung und konkretisierte den Umfang der geplanten Operation. Demnach sollen Lenkwaffenzerstörer, über 100 land- und seegestützte Flugzeuge, domänenübergreifende unbemannte Plattformen sowie 15.000 Einsatzkräfte zum Einsatz kommen. Dies deutet auf eine erhebliche militärische Präsenz in der strategisch wichtigen Wasserstraße hin.

Konvoisystem fraglich – Risiken bleiben hoch

Ob die Operation ein klassisches Konvoisystem beinhaltet, bleibt unklar. Laut einem Bericht von Axios würde die Operation nicht notwendigerweise die direkte Eskortierung privater Schiffe durch Navy-Schiffe umfassen. Experten zweifeln zudem daran, ob die US-Marine über ausreichend geeignete Schiffe für eine solche Operation verfügt.

Die logistischen und sicherheitstechnischen Herausforderungen sind erheblich: Die Straße von Hormus ist eine äußerst enge Wasserstraße, und die iranischen Streitkräfte kontrollieren die gesamte Nordküste des Golfs. Berichte über zwei Angriffe auf Schiffe seit Sonntag haben die Lage zusätzlich verschärft. Ein Blick auf aktuelle Schiffsverfolgungswebsites zeigt bislang keine Anzeichen dafür, dass sich Schiffe aufstellen, um die Passage zu wagen.

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise: Am 2. Mai durchquerten lediglich 12 Schiffe die Meerenge – fünf einlaufende und sieben auslaufende. Vor dem Konflikt lag der tägliche Durchschnitt bei 138 Schiffen. Der Rückgang des Schiffsverkehrs auf weniger als zehn Prozent des Normalwertes unterstreicht die dramatische Unterbrechung eines der wichtigsten Handelskorridore der Welt.

Ölpreis stabilisiert sich – Märkte warten ab

Die Finanzmärkte reagierten zunächst mit einem Ölpreisrückgang von mehr als zwei Prozent, erholten sich jedoch rasch wieder. Brent-Rohöl notiert aktuell bei nahezu unveränderten 108 US-Dollar pro Barrel, während US-Rohöl knapp unter 102 US-Dollar gehandelt wird. Europäische und US-amerikanische Aktienfutures liegen einen Hauch fester, der US-Dollar bewegt sich kaum.

Neben der geopolitischen Lage richten sich die Blicke der Anleger in dieser Woche auf mehr als 100 Quartalsberichte. Zu den berichtenden Unternehmen gehören Advanced Micro Devices (AMD), Super Micro Computer, Palantir, Walt Disney und McDonald's. AMD steht dabei besonders im Fokus: Der Aktienkurs ist in den vergangenen Wochen um 80 Prozent gestiegen, was optimistische Prognosen vom Unternehmen erfordert, um diese Bewertung zu rechtfertigen.

US-Arbeitsmarkt und Notenbanken im Fokus

Auf der Konjunkturseite führen in dieser Woche mehrere wichtige Datenpunkte zum US-Arbeitsmarktbericht am Freitag hin. Erwartet werden unter anderem die US-Handelsbilanz, der ISM-Dienstleistungsindex, JOLTS-Daten, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die ADP-Beschäftigungszahlen. Die Medianschätzungen für den Freitagsbericht liegen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent und einem Stellenzuwachs von 60.000 – wobei die Schätzungen aufgrund von Problemen bei der Saisonbereinigung stark zwischen minus 15.000 und plus 135.000 schwanken.

Für eine Wiederbelebung der Zinssenkungshoffnungen wäre ein sehr schwacher Bericht nötig. Zuletzt hatten drei FOMC-Mitglieder gegen eine Lockerungstendenz gestimmt. John Williams, der einflussreiche Präsident der New Yorker Fed, wird sich noch heute zu Wort melden. Auch mehrere Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Canada (BoC) sprechen am Montag. Die australische Zentralbank tritt am Dienstag zusammen – Marktbeobachter rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent damit, dass sie den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,35 Prozent anhebt, was die dritte Erhöhung in Folge wäre.

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