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Novartis erleidet Rückschlag bei ALS-Medikament in Phase-2-Studie

Schweizer Pharmakonzern gibt experimentelles Therapeutikum gegen Muskelschwundkrankheit nach enttäuschenden Studienergebnissen auf.

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Novartis erleidet Rückschlag bei ALS-Medikament in Phase-2-Studie

Novartis (NVS) hat am Mittwoch einen weiteren Rückschlag in seiner Forschungsabteilung hinnehmen müssen. Der Schweizer Pharmakonzern gab ein experimentelles Therapeutikum gegen die Muskelschwundkrankheit ALS auf, die unter anderem den berühmten Baseballspieler Lou Gehrig und den Physiker Stephen Hawking plagte.

Das Präparat mit der Bezeichnung VHB937B1 habe in der Phase-2-Prüfung nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt, teilte Novartis in einem Schreiben an die European Organization for Professionals and People with ALS mit. Der Konzern hatte 251 Patienten in die Studie eingeschlossen.

Hintergrund zur Erkrankung

ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ist eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung, bei der die motorischen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark fortschreitend absterben. Die Betroffenen verlieren zunehmend die Kontrolle über ihre Muskulatur, während die geistigen Fähigkeiten meist erhalten bleiben. Die Erkrankung gilt als besonders schwer zu behandeln, und erfolgreiche Therapieansätze sind rar.

Der Fehlschlag reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für Novartis ein. Bereits zuvor hatte der Konzern mit negativen Überraschungen zu kämpfen, die den Aktienkurs unter Druck gesetzt hatten. Die Aufgabe des ALS-Präparats VHB937B1 ist ein weiterer Dämpfer für die Forschungsbemühungen des Unternehmens im Bereich seltener neurologischer Erkrankungen.

Auswirkungen auf die Aktie

Für Anleger ist der gescheiterte Wirkstoffkandidaten ein enttäuschendes Signal. Die Aktie von Novartis notiert an der New Yorker Börse unter dem Kürzel NVS und reagierte am Mittwoch negativ auf die Nachricht. Der Pharmasektor gilt zwar als krisenfest, doch einzelne Studienergebnisse können kurzfristig erhebliche Kursausschläge verursachen.

Die Entwicklung von Medikamenten gegen ALS gilt als besonders risikoreich. In den vergangenen Jahren scheiterten mehrere vielversprechende Kandidaten in klinischen Studien. Novartis hatte mit VHB937B1 auf einen neuartigen Wirkmechanismus gesetzt, der sich nun in der Praxis nicht bestätigen ließ.

Forschungskosten abgeschrieben

Die Investitionen in die Entwicklung von VHB937B1 sind nun weitgehend abzuschreiben. Für Novartis bedeutet dies nicht nur einen finanziellen Verlust, sondern auch einen Rückschlag für die strategische Ausrichtung im Bereich neurologischer Erkrankungen. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren verstärkt in dieses Therapiefeld investiert.

Die European Organization for Professionals and People with ALS wurde von Novartis über das Scheitern der Studie informiert. Solche Mitteilungen sind in der Pharmabranche üblich, um Transparenz gegenüber Patientenorganisationen und der Fachwelt zu wahren.

Für betroffene ALS-Patienten ist der Fehlschlag besonders bitter. Jeder gescheiterte Wirkstoffkandidat bedeutet einen weiteren Rückschlag bei der Suche nach wirksamen Therapien gegen die tödliche Erkrankung. Die Hoffnung ruht nun auf anderen vielversprechenden Ansätzen in der ALS-Forschung.

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