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Sprit-Engpass durch Kriegsfolgen bedroht Thailands Wirtschaft massiv

Steigende Kraftstoffpreise und ausbleibende Öllieferungen aus den Golfstaaten treffen Unternehmen und Bevölkerung in Südostasien hart.

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Sprit-Engpass durch Kriegsfolgen bedroht Thailands Wirtschaft massiv

In einer Fabrikhalle am Stadtrand von Chiang Mai, Thailands zweitgrößter Stadt, herrschen 38 Grad Celsius. Die meisten Maschinen laufen noch – doch das Geschäft stockt. Weerawan Yamkayai, Geschäftsführerin des Familienunternehmens Polestar Drinking Water, produziert seit 24 Jahren Plastikflaschen und Trinkwasser. Heute kämpft sie mit einem Problem, das weit entfernt seinen Ursprung hat: dem Konflikt rund um die Straße von Hormus.

Zur Herstellung von Plastik werden Rohstoffe benötigt, die beim Raffinieren von Erdöl entstehen. Weil Öllieferungen aus den Golfstaaten nach Thailand weitgehend ausbleiben, sind die Kosten für Plastik-Pellets drastisch gestiegen. "Die Plastikpreise sind um 30 Prozent gestiegen. Auch die Treibstoffkosten haben sich erhöht", sagt Yamkayai. Sie hofft dringend auf eine Entspannung an der Straße von Hormus: "Solange bleibt unsere Lage sehr unsicher."

Die Regalreihen in ihrer Produktionshalle, die sich normalerweise mit 1,5-Liter-Flaschen füllen würden, stehen leer. Die Kunststoff-Rohlinge sind schlicht nicht lieferbar. Ihre Produkte gehen an Kunden in ganz Thailand – darunter Kliniken und andere Großabnehmer. Gestiegene Spritpreise treiben zusätzlich die Transportkosten in die Höhe. Ihre 85 Beschäftigten kann sie bislang noch halten, doch andere Betriebe in der Branche hätten bereits Entlassungen vorgenommen, berichtet sie.

Regierung greift mit Preisdeckeln und Subventionen ein

Thailands Regierung versucht seit Wochen, die Lage mit einem Mix aus Maßnahmen zu stabilisieren: Preisdeckel auf Kraftstoffe und Subventionen für Biokraftstoffe sollen den Druck mildern. Ohne verlässliche Neulieferungen aus der Golfregion bleibt die Situation jedoch angespannt. Dabei gilt Thailand in der Region noch als vergleichsweise glimpflich davongekommen.

Die wirtschaftlich schwächeren Nachbarstaaten Laos, Kambodscha und Myanmar stehen vor noch gravierenderen Problemen. Jayant Menon vom Institut für Südostasienstudien in Singapur (ISEAS Ishak Institute) warnt deutlich: "Die ärmsten Staaten Südostasiens werden sehr bald mit schwindenden Vorräten konfrontiert sein."

Vom Preisschock zum Versorgungsengpass

Der Ökonom beschreibt eine besorgniserregende Entwicklung: "Wir befinden uns gerade im Übergang vom Schock aufgrund steigender Kraftstoffpreise hin zu Versorgungsengpässen. Sobald das richtig greift, werden die Auswirkungen noch viel größer werden." Besonders gefährdet seien in den ärmsten Ländern die ärmsten Menschen – etwa Landwirte, die mit explodierenden Düngerkosten kämpfen, kaum Ersparnisse besitzen und dadurch schnell in existenzielle Not geraten.

Menons Prognose fällt düster aus: Selbst wenn die Öl- und Gaslieferungen vom Persischen Golf sofort wieder aufgenommen würden, bräuchten die betroffenen Volkswirtschaften mindestens ein Jahr zur Erholung – wahrscheinlich länger. "Schlimmstenfalls kommt es zu unumkehrbaren Folgen für die Volkswirtschaften", so der Wirtschaftswissenschaftler. Die Konsequenz wäre ein dauerhaft schwächeres Wirtschaftswachstum in der gesamten Region. "Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht", lautet sein nüchternes Fazit.

Für Anleger, die in südostasiatische Märkte oder in Rohstoff- und Energiewerte investiert sind, verdeutlicht die Situation einmal mehr, wie stark geopolitische Spannungen globale Lieferketten und regionale Wirtschaftsleistung beeinflussen können.

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