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Ölpreise fallen – US-Blockade des Iran und Waffenstillstandsgespräche im Fokus

Brent und WTI geben im asiatischen Handel nach, während Märkte Versorgungsrisiken und Diplomatie rund um den Iran-Konflikt abwägen.

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Ölpreise fallen – US-Blockade des Iran und Waffenstillstandsgespräche im Fokus

Die Ölpreise haben am Dienstag im asiatischen Handel nachgegeben. Anleger wogen dabei die Versorgungsrisiken gegen das Potenzial weiterer Waffenstillstandsgespräche ab, nachdem die USA mit der Blockade iranischer Häfen begonnen hatten. Brent-Öl-Futures fielen um 1,3 Prozent auf 98,04 US-Dollar pro Barrel. Die WTI-Rohöl-Futures (West Texas Intermediate) sanken um 1,7 Prozent auf 91,34 US-Dollar pro Barrel – im frühen Handel lagen beide Kontrakte zeitweise sogar mehr als 2 Prozent im Minus.

Die USA begannen am Montagmorgen mit der Blockade iranischer Schiffe und Häfen. Hintergrund ist das Scheitern der Waffenstillstandsgespräche am Wochenende in Pakistan, die keine Deeskalation gebracht hatten. Zentrale Streitpunkte bleiben Teherans Aktivitäten zur Urananreicherung, die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie der iranische Einfluss auf Gruppen wie die Hisbollah.

Vance: „Ball liegt beim Iran"

US-Vizepräsident JD Vance spielte am Montagabend Berichte herunter, wonach die Friedensgespräche vollständig gescheitert seien. In einem Interview mit Fox News verwies er auf „gute Gespräche" während der Verhandlungen und betonte, dass der „Ball nun beim Iran liege". „Wir haben die Bombardierung des Landes eingestellt. Was wir von den Iranern erwarten, ist die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus", sagte Vance. Er nannte die Wiedereröffnung der Meerenge sowie die Einstellung der iranischen Urananreicherung als Hauptforderungen der USA. „Es ist wirklich ein großes Abkommen möglich, aber es liegt an den Iranern, den nächsten Schritt zu tun", so Vance weiter.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag behauptet, dass 34 Schiffe die Straße von Hormus passiert hätten, bevor die US-Blockade begann – der höchste Wert seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Schifffahrtsdaten von MarineTraffic.com zeigten jedoch, dass Schiffe die Meerenge am Dienstagmorgen weitgehend mieden, obwohl in den letzten zwei Tagen offenbar einige Öltanker und Stückgutfrachter die Passage genutzt hatten.

Fragiler Waffenstillstand hält bislang

Der Iran erklärte, keine Pläne für künftige Verhandlungen zu haben, während Trump sagte, es sei ihm egal, ob Teheran an den Verhandlungstisch zurückkehre. Dennoch deuteten zahlreiche Berichte darauf hin, dass andere Länder in Asien und im Nahen Osten versuchten, weitere Waffenstillstandsgespräche zu vermitteln. Ein fragiler zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran schien am Dienstagmorgen noch Bestand zu haben – seit mindestens Sonntag gab es keine Berichte über neue Angriffe.

Die Ölpreise hatten im März Rekordgewinne auf Monatsbasis verzeichnet. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte mindestens 20 Prozent des weltweiten Ölangebots unterbrochen. Der Iran schloss faktisch die Straße von Hormus – einen der wichtigsten Schifffahrtswege für Rohöl weltweit – und begann zudem mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur im gesamten Nahen Osten, was zu weitreichenden Produktionsausfällen führte.

Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölmarkt von entscheidender Bedeutung: Durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Rohöls transportiert. Eine dauerhafte Blockade oder Schließung hätte massive Auswirkungen auf die Energieversorgung in Europa, Asien und darüber hinaus – und damit auch auf deutsche Verbraucher und Unternehmen.

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