SpaceX im Nasdaq 100: Gewichtung verdoppelt sich auf 2,82 Prozent
Nasdaq 100: SpaceX-Gewicht verdoppelt sich durch Rebalancing auf 2,82 Prozent

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat die Gewichtungen in ihrem Leitindex Nasdaq 100 angepasst. Das quartalsweise Rebalancing ist Routine – doch diesmal hat es weitreichende Folgen für Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX.
SpaceX war am 7. Juli 2026 dank einer Sonderregel besonders schnell nach dem Börsengang in den Nasdaq 100 aufgenommen worden. Damals waren nur rund fünf Prozent der Aktien öffentlich handelbar. Trotz des enormen Börsenwerts lag die Gewichtung im Index zunächst bei lediglich 1,28 Prozent. Nun verdoppelt sich dieses Gewicht im Zuge des Rebalancing auf etwa 2,82 Prozent.
Hintergrund der Gewichtungsanpassung
Der Grund für die Anpassung ist das Auslaufen von Sperrfristen. Investoren, die bereits vor dem Börsengang im Sommer SpaceX-Aktien besaßen, durften diese zunächst nicht verkaufen. Diese Beschränkung ist nun aufgehoben. Je mehr Aktien eines Unternehmens frei handelbar sind, desto höher kann bei Titeln mit geringem Streubesitz – wie SpaceX – das Gewicht im Nasdaq 100 ausfallen.
Die höhere Gewichtung hat einen direkten Folgeeffekt: ETFs, die den Nasdaq 100 abbilden, müssen ihre SpaceX-Positionen entsprechend aufstocken. Allein in Europa sind derzeit 18 ETFs auf den Index im Handel. Weltweit beziehen sich laut Nasdaq mehr als 200 Investmentprodukte auf den Index, die insgesamt über 800 Milliarden Dollar verwalten. Schätzungen zufolge könnten durch das höhere Gewicht bis zu 22 Milliarden Dollar neu in SpaceX-Aktien fließen.
Kurseffekt und gegenläufige Kräfte
Der Kurseffekt aus den ETF-Nachkäufen gilt jedoch als temporär, da er nicht auf einer fundamentalen Neubewertung der Aktie beruht. Zudem ist das gestiegene Indexgewicht darauf zurückzuführen, dass Sperrfristen geendet haben und mehr SpaceX-Aktien im Handel sind. Diese könnten durchaus auch verkauft werden.
Marktbeobachter schätzen, dass sich die Käufe durch ETFs und Verkäufe von Altaktionären gegenseitig aufheben könnten. Im August, zum Ende der ersten Lock-up-Periode, hatten Altaktionäre von ihrer neuen Verkaufsfreiheit allerdings nicht umfangreich Gebrauch gemacht.
Weitere Sperrfristen laufen aus
Im Dezember laufen weitere Sperrfristen aus. SpaceX-Gründer Elon Musk darf seine Aktien sogar 366 Tage ab Börsengang nicht verkaufen. Dass er sich in großem Stil von SpaceX-Aktien trennen wird, gilt zwar als unwahrscheinlich. Doch Musk ist bekanntlich immer für Überraschungen gut.
