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S&P 500 auf Rekordhoch: Gewinnprognosen treiben die Rally

Der S&P 500 markiert neue Allzeithochs, während US-Anleiherenditen steigen – der Grund liegt in den Gewinnprognosen der Unternehmen.

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S&P 500 auf Rekordhoch: Gewinnprognosen treiben die Rally

Der S&P 500 markiert derzeit immer neue Allzeithochs – und das, obwohl die Renditen für US-Staatsanleihen weiter steigen. Für viele Anleger ist diese Kombination ungewöhnlich, denn höhere Anleiherenditen gelten normalerweise als Gegenwind für Aktien. Der entscheidende Treiber liegt jedoch woanders: in der Gewinnprognose der Unternehmen.

Die Konzerne des S&P 500 sind auf Kurs, ihre Gewinne im dritten Quartal um 29,5 Prozent im Jahresvergleich zu steigern. Damit wachsen die Erträge der größten US-Unternehmen deutlich. Für den Markt ist diese Aussicht auf steigende Gewinne der zentrale Grund, warum die Rekordjagd an den Aktienmärkten weitergeht.

Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Die Unternehmen heben ihre Guidance-Werte stärker an als je zuvor verzeichnet. Als "Guidance" bezeichnet man die Prognose, die ein Unternehmen selbst für seine künftige Geschäftsentwicklung abgibt – also die Erwartung an Umsatz und Gewinn. Werden diese Ziele nach oben korrigiert, werten Anleger das als Zeichen wachsender Zuversicht.

Rekordniveau bei den Prognosen

Der Umfang dieser Aufwärtskorrekturen ist bemerkenswert. Bis letzte Woche belief sich die Entwicklung auf 72 der 116 Unternehmen des S&P 500. Diese breite Basis deutet darauf hin, dass die Zuversicht nicht auf einzelne Konzerne beschränkt ist, sondern viele Branchen erfasst.

Der S&P 500 ist der wichtigste Aktienindex der USA und bündelt 500 große börsennotierte Unternehmen. Für deutsche Anleger ist er besonders relevant, weil viele von ihnen über ETFs direkt in diesen Index investiert sind. Ein neues Allzeithoch bedeutet, dass die darin enthaltenen Werte insgesamt so hoch bewertet werden wie nie zuvor.

Dass Anleiherenditen und Aktienkurse sich normalerweise gegenläufig entwickeln, gehört zum Grundwissen an den Finanzmärkten. Steigende Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen zugleich die Kapitalkosten der Unternehmen. Im aktuellen Fall scheint dieser Effekt jedoch von der Ertragsdynamik überlagert zu werden.

Für Anleger ist die Botschaft klar: Der Markt richtet seinen Blick derzeit weniger auf den Zinsmarkt als auf die Bücher der Unternehmen. Solange die Gewinne wachsen und die Prognosen nach oben zeigen, bleiben die Bewertungen hoch. Die Rekordjagd des S&P 500 steht und fällt damit, ob die Unternehmen diese Erwartungen tatsächlich erfüllen können.

Beobachter dürften daher gespannt auf die nächsten Quartalsberichte schauen. Sollten die angehobenen Guidance-Werte und die prognostizierten Gewinnsteigerungen von 29,5 Prozent bestätigt werden, hätte die Rally eine solide Grundlage. Bleiben die Zahlen dagegen zurück, könnten die steigenden Anleiherenditen wieder stärker in den Vordergrund rücken.

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