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S&P 500 schließt erstmals über 7.800 Punkten – Nasdaq auf Rekord

Der S&P 500 beendet den Handel erstmals über 7.800 Punkten, während Chipwerte den Nasdaq auf ein weiteres Allzeithoch treiben.

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S&P 500 schließt erstmals über 7.800 Punkten – Nasdaq auf Rekord

Die US-Aktienmärkte haben einen weiteren Meilenstein erreicht. Der S&P 500 beendete die Sitzung vom Vortag zum ersten Mal über 7.800 Punkten und markierte damit seinen ersten Schlussrekord seit fast zwei Monaten. Auch der Nasdaq Composite fuhr an zwei Tagen in Folge zu einem neuen Allzeithoch am Schlusskurs und unterstrich damit die jüngste Stärke der Technologieaktien.

Die Aktien-Futures ziehen sich heute Morgen jedoch zurück, nachdem sich der S&P 500 gestern auf einem Rekordstand geschlossen hatte. Vor Börsenbeginn liegen die Renditen bei Staatsanleihen und die Rohölpreise höher, was Druck auf die Aktien-Futures ausübt. Anleger blicken heute Nachmittag auf die Veröffentlichung der Protokolle der September-Sitzung der Federal Reserve.

Die Details

Getragen wurde die Rekordjagd vor allem von den Chipherstellern. Marvell Technology stieg um 5,8 Prozent, Advanced Micro Devices legte um 3 Prozent zu und Broadcom gewann 3,7 Prozent. Diese Werte zogen den technologie-lastigen Nasdaq Composite nach oben.

Auch die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen sorgten am Dienstag für Aufwärtsdynamik an den Aktienmärkten. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries und die der 30-jährigen US-Treasuries kehrten von ihren mehr Jahrzehnte hohen Höchstständen zurück. Heute könnte den Renditen eine weitere Prüfung bevorstehen: Das Finanzministerium plant, 39 Milliarden Dollar an 10-jährigen Anleihen zu verkaufen.

Neben den Marktdaten rückt eine Reihe weiterer Themen in den Fokus. Präsident Donald Trump hat Bundesbeamte für Einwanderungsfragen angewiesen, in seiner zweiten Amtszeit in große US-Städte einzudringen. Eine wachsende Zahl von Studien zeigt, dass dort, wo das Amt für Einwanderungs- und Zollkontrolle (ICE) Razzien durchführte, tendenziell ein wirtschaftlicher Kälteeinbruch folgte.

Eine Studie der University of Pennsylvania ergab, dass Gemeinden, die ICE-Razzien ausgesetzt waren, Rückgänge bei Ausgaben und Fußgängerverkehr verzeichneten. Zeke Hernandez, Professor an der University of Pennsylvania, sagte, dies könne zu „rezessionsähnlichen Bedingungen" führen. Das Brookings Institution berichtete im vergangenen Monat, dass die Beschäftigung in den am stärksten von ICE-Razzien betroffenen Städten zurückging.

CNBC reiste nach Minneapolis, wo das Heimatschutzministerium die Operation Metro Surge durchführte – nach eigenen Angaben die größte jemals durchgeführte Maßnahme zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts. Die Stadt schätzt, dass sie zwischen Dezember und April fast 700 Millionen Dollar an wirtschaftlicher Aktivität verlor. Der Bundesstaat sah einen Anstieg seiner Arbeitslosenquote, die erstmals seit fast zwei Jahrzehnten den nationalen Durchschnitt übertraf.

Im Technologiesektor arbeiten Unternehmen an neuen Standards für KI-Agenten. Um die Erfahrung beim Geschäft mit einem KI-Bot zu verbessern, arbeitet Meta mit Walmart, Stripe, Sierra und anderen Unternehmen zusammen, um ein „Personal Agent Protocol" zu veröffentlichen. Das Protokoll soll ein offener Standard sein, der klären soll, wie KI-Agenten mit Unternehmen interagieren können. Sierra-Co-Gründer Bret Taylor, der die Initiative leitet, sagte gegenüber CNBC, dass ohne ein solches Regelwerk „es irgendwie chaotisch sei".

Anthropic hat ebenfalls seine Geschäftskunden im Blick. Das KI-Start-up kündigte den Ausbau seines Claude-Startups-Programms an, seine neueste Bemühung, Gründer und wachsende Unternehmen zu gewinnen. Die Erweiterung wird das Programm für mehr Unternehmen öffnen, und Mitglieder erhalten Zugang zu Produkten und Gutschriften im Wert von Tausenden von Dollar.

Für Schlagzeilen sorgt zudem die Online-Handelsplattform Webull. Eine parteiübergreifende Kongresskommission sagte in einem Bericht, dass Webull „strukturell mit der chinesischen Regierung verbunden" ist und somit eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der US-Finanzen darstellt. Der Sonderausschuss des Repräsentantenhauses für China behauptet, dass die „Softwareentwicklung, Datenpipelines und Kern-Ingenieuroperationen" der Handelsplattform auf Infrastruktur angewiesen sind, die den Gesetzen Pekings unterliegt, die Unternehmen dazu zwingen können, mit ihrer Regierung zusammenzuarbeiten. Der Ausschuss sagte auch, Webull habe falsch dargestellt, wie viele seiner Mitarbeiter in China ansässig sind.

Die Aktien der an der Nasdaq gelisteten Webull fallen heute Vormittag im Vorhandel um fast 30 Prozent. Ein Sprecher des Unternehmens sagte: „Es ist zutiefst enttäuschend, dass der Sonderausschuss einen Bericht veröffentlicht hat, der erhebliche Ungenauigkeiten und nicht belegte Schlussfolgerungen enthält, ohne jemals Klärung von Webull zu suchen."

Auch die US-Handelsbilanz liefert neue Zahlen. Das US-Handelsdefizit im August weitete sich auf das höchste Niveau seit März 2025 aus. Laut Handelsministerium lag das Gesamtdefizit bei 105,6 Milliarden Dollar, ein Monat-zu-Monat-Anstieg von 13,7 Prozent.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Rekordjagd des S&P 500 ist kein Einzelereignis. Bereits am 28.04.2026 berichtete aktien.news, dass der S&P 500 und der Nasdaq neue Rekordschlussstände erzielt hatten – unmittelbar vor einer der bedeutendsten Wochen des Börsenjahres mit Quartalszahlen mehrerer Tech-Giganten und einer Sitzung der Federal Reserve.

Am 03.06.2026 meldete aktien.news, dass sich die US-Aktienfutures kaum verändert präsentierten, nachdem alle drei großen amerikanischen Aktienindizes den regulären Handel mit neuen Rekordständen beendet hatten. Am 05.08.2026 folgte der nächste Bericht: Der S&P 500 erreichte ein neues Allzeithoch, während SpaceX mit einem bemerkenswerten Quartalsbericht in den Fokus rückte.

Besonders aufschlussreich ist der Bericht vom 22.09.2026. Damals berichtete aktien.news, dass der S&P 500 wieder in Sichtweite eines neuen Rekordstands war und sich dabei auf eine schmale, vertraute Führungsriege stützte. Monate des „Biegens ohne Brechen" hatten den Index in Sichtweite seiner Rekordhochs gehalten, während eine starke Unterströmung an Teilen des Marktes zog, die am stärksten unter höheren Ölpreisen, steigenden Zinsen und einem erschöpften Momentum litten. Halbleiteraktien und die meisten Mega-Cap-Tech-Plattformen erholten sich damals.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, ist der neue Rekordstand des S&P 500 ein wichtiges Signal. Der Index hat damit eine weitere „Wall of Worry" überwunden – also eine Wand aus Sorgen, die den Markt zuvor gebremst hatte. Getragen wird die Rally erneut von Technologie- und Halbleiterwerten, was die Konzentration der Kursgewinne auf wenige Titel unterstreicht.

Gleichzeitig mahnen mehrere Faktoren zur Vorsicht. Die Aktien-Futures ziehen sich zurück, die Renditen bei Staatsanleihen und die Rohölpreise liegen vor Börsenbeginn höher. Die Protokolle der September-Sitzung der Federal Reserve könnten zusätzliche Impulse liefern, ebenso die geplante Auktion von 10-jährigen Anleihen. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Folgen der ICE-Razzien in den USA sowie das gewachsene US-Handelsdefizit.

Ausblick

Heute Nachmittag veröffentlicht die Federal Reserve die Protokolle ihrer September-Sitzung, auf der sie ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren ankündigte. Zudem plant das US-Finanzministerium den Verkauf von 39 Milliarden Dollar an 10-jährigen Anleihen. Anleger werden diese Termine genau verfolgen, da sie die weitere Richtung an den Anleihe- und Aktienmärkten beeinflussen können.

Kurz erklärt

  • Wall of Worry: Eine Wand aus Sorgen, die den Markt bremst, aber von Anlegern nach und nach überwunden wird.
  • US-Treasuries: Vom US-Finanzministerium ausgegebene Staatsanleihen, die als Referenz für den globalen Zinsmarkt gelten.
  • Handelsdefizit: Der Betrag, um den die Importe eines Landes seine Exporte übersteigen.
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