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S&P 500 auf Rekordhoch: Fed-Minuten und Microsoft-KI-Event im Fokus

Der S&P 500 markiert ein neues Rekordhoch, doch gleichgewichtete Indizes hinken hinterher. Am Mittwoch rücken Fed-Minuten und ein Microsoft-KI-Event in den Fokus.

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S&P 500 auf Rekordhoch: Fed-Minuten und Microsoft-KI-Event im Fokus

Der S&P 500 hat am Dienstag mit einem neuen Höchststand geschlossen und damit ein deutliches Signal für die aktuelle Verfassung der US-Aktienmärkte gesetzt. Der Leitindex liegt damit 23 Prozent über seinem Tiefstand vom 30. März und 14 Prozent im Jahresverlauf (year-to-date). Auch der Nasdaq-100 und der Nasdaq Composite verzeichnen neue Höchststände – beide liegen etwa 35 Prozent über ihren Tiefständen vom 30. März.

Für die kommende Handelssitzung am Mittwoch stehen mehrere Ereignisse auf dem Radar der Marktbeobachter. Im Mittelpunkt: die Protokolle der Federal Reserve aus ihrer September-Zinsentscheidungssitzung, die um 14 Uhr MEZ veröffentlicht werden. CNBCs Senior Economics Reporter Steve Liesman wird die Details vorstellen. Zudem hat Microsoft am Mittwoch ein wichtiges KI-Event, das sich auf die Zukunft des Personal Computers konzentriert.

Bemerkenswert ist die Kluft zwischen den großen Indizes und der Breite des Marktes. Während der Nasdaq-100 in diesem Jahr um 23 Prozent gestiegen ist und der Nasdaq Composite im Jahr 2026 fast 19 Prozent höher liegt, hinken die gleichgewichteten Indizes deutlich hinterher. Der Invesco S&P 500 Equal Weight ETF (RSP) lag zum Zeitpunkt des S&P-500-Rekords 5 Prozent unter dem Hoch. Der First Trust Nasdaq-100 Select Equal Weight ETF (QQEW) liegt nahe einem Hoch, hat dieses jedoch seit dem 13. August nicht mehr erreicht.

Die Details

Der Blick auf die Einzelindizes zeigt ein gemischtes Bild. Der NYSE Composite liegt 3,8 Prozent unter dem Hoch, ist aber 14 Prozent über dem Tiefstand im November und 8,7 Prozent im Jahresverlauf gestiegen. Der Dow Jones Industrial Average liegt 6 Prozent unter dem Hoch; er ist 14 Prozent über dem Tiefstand und im Jahr 2026 um 7 Prozent gestiegen. Der Russell 2000 liegt 8 Prozent unter dem Hoch, das Mitte August erzielt wurde. Dieser Index ist 23 Prozent über dem Tiefstand im November und 14 Prozent im Jahresverlauf gestiegen.

Auf Sektorebene war Technologie am Dienstag der einzige S&P-Sektor, der ein neues Hoch erreichte. Er liegt 51 Prozent über dem Tiefstand vom 30. März und etwa 32 Prozent im Jahresverlauf. Energie liegt 3 Prozent unter dem Hoch, während der Gesundheitssektor 4,7 Prozent darunter liegt.

Am Anleihemarkt zeigt sich folgendes Bild: Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries liegt bei 5,286 Prozent, die 2-jährige Anleihe bringt 4,798 Prozent. Die Rendite der 1-jährigen US-Schatzanweisungen beträgt 4,45 Prozent, die der 6-monatigen T-Bills liegt bei 4,293 Prozent und die der 3-monatigen T-Bills bei 4,138 Prozent. Bei den Anleihe-ETFs wies der Fidelity Corporate Bond ETF (FCOR) per Dienstagabend eine Dividendenrendite von 4,87 Prozent auf. Der iShares 0-5 Year High Yield Corporate Bond ETF (SHYG) kommt auf 7,14 Prozent, der State Street SPDR Bloomberg High Yield Bond ETF (JNK) auf 6,82 Prozent und der iShares iBoxx High Yield Corporate Bond ETF (HYG) auf 6,08 Prozent.

Ein weiteres Thema sind Zinsen und Private-Equity-Firmen. CNBC TV und „Morning Call"-Moderatorin Morgan Brennan analysierte am Dienstag diese Namen und wird in den kommenden Tagen weitere Einblicke liefern. Apollo liegt 25 Prozent unter dem Hoch und ist in einem Monat um 13 Prozent gefallen. Ares liegt 35 Prozent unter dem Hoch und hat in einem Monat 16 Prozent verloren. KKR liegt 37 Prozent unter dem Hoch und fiel in einem Monat um fast 16 Prozent. Blue Owl liegt 47 Prozent unter dem Hoch; in einem Monat sank der Wert um etwa 23 Prozent.

Auch die Immobilienbranche steht unter Druck. Analyst Michael Rehaut, ein langjähriger Immobilienanalyst bei JPMorgan, ist kürzlich zu Melius Research gewechselt und übernimmt dort die Berichterstattung. Er ist der Ansicht, dass die Immobilienaktien vor zahlreichen Herausforderungen stehen, darunter höhere Hypothekenzinsen, ein großes Angebot an bestehenden Häusern auf dem Markt, rekordniedrige Erschwinglichkeit sowie Sorgen der Verbraucher bezüglich Arbeitslosigkeit und niedrigem Verbrauchervertrauen. Er erwartet, dass die Probleme bei wichtigen Immobilienaktien tief bis ins Jahr 2027 hinein bestehen bleiben. Pulte liegt 19 Prozent unter dem Hoch, D. R. Horton und Hovnanian 22 Prozent unter ihren Höchstständen, KB Home 33 Prozent unter dem Hoch und Lennar 42 Prozent unter dem Hoch.

Bei Microsoft zeigt sich ein anderes Bild: Der Software-Riese liegt 4,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das am 28. Oktober 2025 erreicht wurde. Die Aktie ist in zwei Tagen um 2,3 Prozent gestiegen und in drei Monaten um etwa 37 Prozent. CNBCs Kate Rooney und Jordan Novet werden das KI-Event beobachten und berichten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Rekordjagd ist kein Einzelereignis. Bereits am 28.04.2026 berichtete aktien.news, dass der S&P 500 und der Nasdaq am Montag neue Rekordschlussstände erzielt hatten – unmittelbar vor einer der bedeutendsten Wochen des Börsenjahres mit mehreren Tech-Quartalszahlen und einer Sitzung der US-Notenbank. Am 28.05.2026 meldete aktien.news, dass steigende Kurse bei Gesundheits- und Konsumwerten den Dow Jones Industrial Average auf ein neues Rekordhoch gehoben hatten, während Anleger eine Pause von der zuletzt dominierenden KI-getriebenen Rallye einlegten.

Auch Anfang des Jahres war das Muster ähnlich: Am 28.01.2026 zeigten sich die US-Märkte gespalten, als der S&P 500 ein neues Rekordhoch markierte, während der Dow Jones Industrial Average deutlich nachgab. Am 22.09.2026 berichtete aktien.news, dass der S&P 500 wieder in Sichtweite eines neuen Rekordstands war und sich dabei auf eine schmale, vertraute Führungsriege stützte. Damals hieß es, der Markt habe Monate des „Biegens ohne Brechen" hinter sich, während höhere Ölpreise, steigende Zinsen und erschöpftes Momentum Teile des Marktes belasteten.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger mit US-Engagement ist die Divergenz zwischen den großen Indizes und der Marktbreite ein zentraler Punkt. CNBC-Moderator Jim Cramer sagte in „Mad Money" vom Dienstagabend, die Anleger könnten bei Aktien mit Wachstumspotenzial zu negativ und zu kritisch eingestellt sein. Er argumentierte: „Fragen Sie nicht, was schiefgehen kann, sondern was gutgehen kann?" Nach seiner Einschätzung teilt sich der Markt in „die Gewinner, wie KI, und alles andere".

Diese Spaltung spiegelt sich in den Zahlen: Technologie ist der einzige Sektor auf Rekordhoch, während Energie und Gesundheit darunter liegen. Gleichzeitig stehen zins-sensitive Bereiche wie Private Equity und Immobilien unter deutlichem Druck. Der Anleihemarkt mit einer 10-Jahres-Rendite von 5,286 Prozent und Dividendenrenditen bei High-Yield-ETFs von bis zu 7,14 Prozent bietet Anlegern eine Alternative, die in einem Umfeld hoher Zinsen an Attraktivität gewinnt.

Ausblick

Am Mittwoch richtet sich der Fokus auf die Fed-Protokolle aus der September-Sitzung um 14 Uhr MEZ. Steve Liesman wird die Details für CNBC aufbereiten. Zudem beobachtet CNBC das Microsoft-KI-Event zur Zukunft des Personal Computers – mit Berichten von Kate Rooney und Jordan Novet. Morgan Brennan wird in den kommenden Tagen weitere Einblicke zu den Private-Equity-Namen liefern. Für die Immobilienaktien erwartet Analyst Michael Rehaut, dass die Herausforderungen tief bis ins Jahr 2027 bestehen bleiben.

Kurz erklärt

  • Rekordhoch: Der höchste Stand, den ein Index oder eine Aktie im betrachteten Zeitraum erreicht hat.
  • Gleichgewichteter Index: Ein Index, in dem jede enthaltene Aktie den gleichen Anteil hat und nicht nach Marktkapitalisierung gewichtet wird.
  • Dividendenrendite: Das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurs eines Fonds oder einer Aktie.
  • Fed-Protokolle: Das veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank, das Einblicke in die Zinsentscheidung gibt.
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