South32 schließt Aluminiumwerk in Mosambik trotz Halbjahresgewinn
Australischer Bergbaukonzern meldet starkes Ergebnis, muss aber Mozal-Werk wegen Dürre stilllegen

Der australische Bergbaukonzern South32 wird sein Aluminiumwerk in Mosambik im März in den Wartungsmodus versetzen, obwohl das Unternehmen im ersten Geschäftshalbjahr einen überraschend hohen Gewinn erzielte. Die Entscheidung erfolgt trotz Protesten der mosambikanischen Regierung und betrifft mehr als 4.000 Arbeitsplätze.
Das bereinigte Halbjahresergebnis des Unternehmens stieg auf 435 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 386,6 Millionen Dollar deutlich. Höhere Rohstoffpreise bei Kupfer, Silber und Aluminium sowie niedrigere Kosten trugen zu diesem Erfolg bei. Die Aktie legte daraufhin um bis zu 5 Prozent zu.
Die Stilllegung des Mozal-Werks ist dennoch unausweichlich. "Uns gehen in der nächsten Woche die Vorräte an Pech und Koks aus", erklärte der scheidende CEO Graham Kerr. Eine Dürre hat die Stromversorgung durch den staatlichen Wasserkraftversorger massiv beeinträchtigt. Verhandlungen mit dem südafrikanischen Ersatzversorger Eskom über bezahlbare Stromlieferungen scheiterten.
Massive wirtschaftliche Auswirkungen für Mosambik
Das Werk beschäftigt direkt über 2.000 Mitarbeiter und weitere 2.000 Auftragnehmer. Es macht ein Drittel aller Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe Mosambiks aus. South32 hatte bereits 2024 eine Wertberichtigung von 372 Millionen Dollar auf das Geschäft vorgenommen, da keine erschwingliche Stromversorgung über März 2026 hinaus gesichert werden konnte.
Die für das Werk vorgesehene Tonerde wird nun in den Nahen Osten umgeleitet. Mosambiks Energieminister Estevao Pale hatte noch wenige Tage vor der Ankündigung erklärt, die Regierung unternehme alles, um die Stilllegung zu verhindern.
Mangansparte kehrt in Gewinnzone zurück
Positiv entwickelte sich die australische Mangansparte des weltgrößten Manganproduzenten. Sie erzielte ein bereinigtes EBIT von 66 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 34 Millionen Dollar zu Buche stand. Die Produktion normalisierte sich nach den Auswirkungen des Tropensturms Megan.
Allerdings musste South32 die Produktionsprognose für sein brasilianisches Aluminiumsegment deutlich senken – von 160.000 auf 135.000 Tonnen für das laufende Geschäftsjahr. Der Betreiber arbeite an Maßnahmen zur Stabilisierung und zum Hochlauf aller drei Elektrolyse-Linien.
Das 2015 von BHP abgespaltene Unternehmen kündigte eine Zwischendividende von 3,9 Cent pro Aktie an, verglichen mit 3,4 Cent im Vorjahr. Für das am 31. Dezember endende Halbjahr übertraf South32 damit sowohl das Vorjahresergebnis von 375 Millionen Dollar als auch die Erwartungen der Analysten.
