Rohstoffpreise brechen ein: Gold, Silber und Öl unter Druck
Entspannung im Handelskonflikt und Iran-Gespräche lassen Edelmetalle und Energierohstoffe deutlich fallen.

Die Rohstoffmärkte erlebten am Donnerstag einen dramatischen Ausverkauf. Silber stürzte um fast 15 Prozent ab, während Gold, Rohöl und Kupfer jeweils rund 2 Prozent verloren. Auslöser war die spürbare Entspannung der globalen Spannungen nach einem Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.
Zusätzlich kündigten die USA Gespräche mit dem Iran für diese Woche an, was die geopolitischen Risiken weiter reduzierte. Ein erstarkender US-Dollar belastete die Rohstoffpreise zusätzlich, da alle Rohstoffe in der amerikanischen Währung notieren. Der Dollar-Index erreichte ein Zweiwochenhoch.
"Wir haben diese Woche eine extreme Volatilität bei Edelmetallen und anderen Rohstoffen gesehen, und was wir heute erleben, sind Nachbeben", erklärte Tony Sycamore, Analyst beim Broker IG. Die angekündigten Gespräche zwischen Iran und den USA hätten einen Teil der geopolitischen Prämie aus den Märkten genommen, insbesondere beim Öl.
Edelmetalle nach Rekordfahrt unter Druck
Besonders hart traf es die Edelmetalle. Kassagold zog sich von einem fast einwöchigen Hoch zurück, nachdem es letzte Woche noch ein Rekordhoch von 5.594,82 Dollar je Unze erreicht hatte. Silber war sogar auf ein Allzeithoch von 121,64 Dollar geklettert, bevor der massive Ausverkauf einsetzte.
Die Nominierung von Kevin Warsh als nächsten Fed-Vorsitzenden durch Präsident Trump hatte bereits am Montag für Verkaufsdruck gesorgt. Eine restriktive Geldpolitik der US-Notenbank stärkt den Dollar und erhöht die Opportunitätskosten für Edelmetalle, die keine Zinsen abwerfen.
"Die Stimmung ist in den meisten Anlageklassen trübe geworden, wobei sich die Verluste gegenseitig verstärken", sagte Christopher Wong, Stratege bei OCBC. Die geringe Marktliquidität habe eine sich selbst verstärkende Rückkopplungsschleife erzeugt.
Öl und Kupfer mit eigenen Belastungsfaktoren
Die Ölpreise fielen um etwa 2 Prozent, nachdem USA und Iran vereinbart hatten, am Freitag im Oman Gespräche zu führen. Dies zerstreute Befürchtungen vor einem militärischen Konflikt, der die Versorgung aus dem Nahen Osten hätte stören können.
Kupfer geriet zusätzlich unter Druck durch Nachfragesorgen und steigende Lagerbestände in den bei der London Metal Exchange registrierten Lagerhäusern. Das in der Bauindustrie wichtige Metall hatte sich zuvor noch von einem zweitägigen Einbruch erholt, gestützt durch Chinas Plan zur Ausweitung seiner strategischen Kupferreserven.
Eisenerz fiel ebenfalls um 2 Prozent, belastet durch hohe Lagerbestände. Gegen den Trend stiegen Sojabohnen auf ein Zweimonatshoch, nachdem Trump angedeutet hatte, dass China den Kauf von US-Ladungen in Betracht ziehe.
