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SMFG will Sales-and-Trading-Umsatz auf 5 Milliarden Dollar verdoppeln

Japans zweitgrößte Bank setzt auf steigende Zinsen und Marktvolatilität, um ihr Handelsgeschäft massiv auszubauen.

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SMFG will Sales-and-Trading-Umsatz auf 5 Milliarden Dollar verdoppeln

Die japanische Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) hat ein ambitioniertes Wachstumsziel für ihr Sales-and-Trading-Geschäft ausgegeben. Arihiro Nagata, Leiter der Global-Markets-Sparte, will den Umsatz von derzeit rund 400 Milliarden Yen auf 800 Milliarden Yen – umgerechnet etwa 5 Milliarden US-Dollar – verdoppeln. Als Zeithorizont nannte Nagata „einige Jahre", konservativ geschätzt etwa sechs Jahre.

„Momentan liegen wir bei etwa 400 Milliarden Yen, aber ich möchte diesen Wert in einigen Jahren verdoppeln. Konservativ geschätzt sollte dies in etwa sechs Jahren möglich sein", sagte Nagata in einem Interview mit Reuters. Das Ziel unterstreicht den Anspruch der Bank, gegenüber Wettbewerbern aufzuholen, die ihre Marktgeschäfte in den vergangenen Jahren bereits deutlich ausgebaut haben.

Zinswende und Rekordaktienkurse als Treiber

Als wesentliche Treiber für die steigende Nachfrage nach Handelsprodukten nennt Nagata drei Faktoren: steigende Zinssätze in Japan, Währungsschwankungen sowie Rekordaktienkurse an der Tokioter Börse. Der Nikkei-Index schloss erstmals über 68.000 Punkten, während die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (JGBs) im vergangenen Monat mit 2,8 Prozent ein 30-Jahres-Hoch erreichte. Hintergrund sind Sorgen über steigende Inflation und die sich verschlechternde Haushaltslage Japans.

„Mit der Normalisierung der Zinssätze gibt es einen deutlichen Anstieg der Fälle, in denen wir um Handelsgeschäfte gebeten werden. Die Nachfrage nach JGBs, Yen-Zinsswaps und japanischen Aktien steigt, auch unter ausländischen Investoren", so Nagata. Besonders auffällig ist dabei die Verschiebung der Kundenbasis: Während in der Nullzinsphase inländische Investoren 70 Prozent des Yen-Zinsswap-Volumens ausmachten, entfallen heute 70 Prozent auf ausländische Investoren – eine vollständige Umkehrung der Verhältnisse.

Das Sales-and-Trading-Geschäft bietet Investoren und Unternehmenskunden Marktliquidität sowie Hedging- und Anlageprodukte an. Nagata betont, dieses Geschäftsmodell sei in volatilen Marktphasen dem klassischen Bankkreditgeschäft überlegen. „Wir hatten seit dem Lehman-Schock keine echte Finanzkrise mehr. Wir wissen nicht, wann ein Kreditereignis eintreten wird, aber wenn die Volatilität hoch ist, ist Sales and Trading der richtige Weg, anstatt die Geschäftsbank in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Nagata. Der sogenannte Lehman-Schock bezeichnet den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers zu Beginn der globalen Finanzkrise 2008.

Strukturreform und Jefferies-Allianz als strategische Hebel

SMFG hat sein Handelsgeschäft intern bereits umstrukturiert, um die Funktionen der Bank- und Wertpapiersparten besser zu verzahnen. Darüber hinaus prüft das Institut Möglichkeiten, die bestehende Allianz mit der US-Investmentbank Jefferies auszubauen, an der SMFG eine Beteiligung von 20 Prozent hält. „Endlich fühlt es sich wie ein global vernetztes Team an", kommentierte Nagata die bisherigen Fortschritte.

Auch der Wettbewerb schläft nicht: Nomura, Japans größtes Wertpapierhaus, hat Personal in seinem Makro-Geschäft aufgestockt, das den Handel mit Zinssätzen und Devisen umfasst und in Zeiten hoher Marktvolatilität besonders profitabel ist. Der Wettlauf um Marktanteile im japanischen und globalen Handelsgeschäft hat damit deutlich an Fahrt aufgenommen – befeuert durch ein makroökonomisches Umfeld, das nach Jahrzehnten der Deflation und Nullzinspolitik grundlegend im Wandel begriffen ist.

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