Drei Dividendenaktien mit bis zu 6,5 Prozent Rendite für fünf Jahre
PepsiCo, Realty Income und Energy Transfer bieten hohe Renditen – während der S&P 500 nur magere 1% abwirft.

Der S&P 500 notiert nahe seinen Allzeithochs und bietet Dividendenanlegern derzeit lediglich eine Rendite von 1%. Für Anleger, die von Dividendenerträgen leben oder ihr Einkommen aus dem Portfolio steigern wollen, ist das kaum attraktiv. Steigende Zinsen und Anleiherenditen lenken zwar viele Investoren in Richtung festverzinslicher Wertpapiere – doch genau dieser Trend könnte für langfristig denkende Anleger eine Kaufgelegenheit bei Dividendenaktien schaffen.
Wer bereit ist, fünf Jahre oder länger zu investieren, findet in PepsiCo (PEP), Realty Income (O) und Energy Transfer (ET) drei Titel mit Renditen von bis zu 6,5%. Alle drei Unternehmen haben ihre Dividende über viele Jahre hinweg kontinuierlich gesteigert – ein Merkmal, das sie von der breiten Masse der Aktien unterscheidet.
Die Details
PepsiCo gehört zu den weltweit größten Basiskonsumgüterunternehmen und produziert Snacks, Getränke und verpackte Lebensmittel, die global vertrieben werden. Derzeit kämpft der Konzern mit Gegenwind: Die Inflation treibt die Betriebskosten in die Höhe, während preisbewusste Konsumenten den Absatz unter Druck setzen. Die Stimmung an der Wall Street gegenüber der Aktie ist entsprechend negativ – was die Dividendenrendite auf ein historisch hohes Niveau von 4,7% getrieben hat.
Besonders bemerkenswert ist PepsiCos Ausschüttungshistorie: Das Unternehmen hat seine Dividende 54 Jahre in Folge erhöht und trägt damit den Titel „Dividend King" – eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Dividendenzahler erreichen kann. Solche Phasen des Gegenwinds hat PepsiCo in der Vergangenheit wiederholt überstanden, ohne die Dividende zu kürzen. Für geduldige Anleger könnte die aktuelle Schwächephase daher eine günstige Einstiegsgelegenheit darstellen.
Realty Income ist ein Real Estate Investment Trust (REIT) und bietet mit 6% eine noch höhere Dividendenrendite. Als größter Net-Lease-REIT der Welt verwaltet das Unternehmen über 15.500 Immobilien, die über Nordamerika und Europa verteilt sind. Das global diversifizierte Portfolio und eine Bilanz mit Investment-Grade-Rating verschaffen Realty Income einen entscheidenden Vorteil: einfachen Zugang zu den Kapitalmärkten und die Fähigkeit, vergleichsweise günstige Schulden aufzunehmen – selbst in einem Umfeld steigender Zinsen.
Der Druck auf REITs durch steigende Zinsen ist real, da diese Unternehmen Fremdkapital zur Finanzierung von Immobilienkäufen einsetzen. Langfristig dürften sich die Immobilienmärkte jedoch an das höhere Zinsniveau anpassen. Realty Income hat seine monatlich ausgezahlte Dividende bereits 31 Jahre in Folge gesteigert – ein Merkmal, das das Unternehmen auch für sehr konservative Dividendenanleger interessant macht.
Energy Transfer ist das risikoreichste der drei vorgestellten Unternehmen, bietet dafür aber mit 6,5% die höchste Rendite. Der Midstream-Spezialist erhebt Gebühren für die Nutzung seiner Energieinfrastruktur in Nordamerika. Entscheidend ist dabei das durch das System fließende Volumen – nicht der Ölpreis selbst. Das macht das Geschäftsmodell vergleichsweise unabhängig von der Volatilität der Energiepreise.
Allerdings hat Energy Transfer im Jahr 2020 seine Dividende halbiert, um die Verschuldung zu reduzieren und auf ein Modell mit langsamem, stetigem Ausschüttungswachstum umzustellen. Die Dividende wächst inzwischen wieder, mit einem angestrebten jährlichen Anstieg von 3% bis 5%. Anleger, die über die Kürzung von 2020 hinwegsehen können, erhalten Zugang zu einem der größten Midstream-Unternehmen Nordamerikas mit einer gestärkten Finanzposition.
Hintergrund: Was bisher geschah
Das Thema Dividendenaktien als Alternative zum schwachen S&P-500-Ertrag beschäftigt aktien.news bereits seit Monaten. Bereits am 26. Juli 2026 berichtete aktien.news über drei Dividendenaktien mit bis zu 5,6% Rendite – darunter ebenfalls PepsiCo und Realty Income. Schon damals wurde betont, dass die niedrigste Rendite auf der Liste viermal so hoch wie die des S&P 500 sei.
Am 3. Oktober 2026 widmete aktien.news PepsiCo einen eigenen Artikel und hob hervor, dass die forward-Dividendenrendite des Konzerns bei 4,66% liege – mehr als viermal so hoch wie der Marktdurchschnitt. Bereits damals wurde PepsiCo als Unternehmen beschrieben, das seine Dividende über mehr als 50 Jahre in Folge erhöht hat. Am 8. Oktober 2026 erschien zudem ein Bericht über Dividendenaktien für einen 20-Jahres-Horizont, in dem PepsiCo erneut als einer der zentralen Kandidaten für langfristig orientierte Anleger genannt wurde.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die ein stabiles Einkommensportfolio aufbauen oder ergänzen möchten, bieten die drei vorgestellten Titel unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile. PepsiCo ist der defensivste Kandidat mit einer langen Ausschüttungshistorie und einem bewährten Geschäftsmodell im Bereich Basiskonsumgüter. Realty Income eignet sich besonders für konservative Anleger, die monatliche Ausschüttungen schätzen und auf ein breites, international diversifiziertes Immobilienportfolio setzen wollen.
Energy Transfer erfordert eine höhere Risikotoleranz, da die Dividendenkürzung von 2020 das Vertrauen mancher Anleger erschüttert hat. Wer jedoch das Midstream-Geschäftsmodell versteht und die Abhängigkeit vom Energievolumen statt vom Energiepreis schätzt, findet hier eine der höchsten Renditen im Marktvergleich. Wichtig: Anleihen können nicht wie Unternehmen wachsen – sie sind festgeschriebene Verpflichtungen mit statischen Einkommensströmen. Dividendenaktien hingegen können ihre Ausschüttungen im Laufe der Zeit steigern, was den realen Einkommensstrom langfristig attraktiver macht.
Ausblick
Energy Transfer strebt jährliche Dividendensteigerungen von 3% bis 5% an. Sollte dieses Ziel erreicht werden, dürfte die Ausschüttung in fünf Jahren spürbar über dem heutigen Niveau liegen. Auch PepsiCo und Realty Income haben durch ihre langjährigen Steigerungsserien signalisiert, dass sie ihre Dividenden weiter erhöhen wollen. Laut der Analyse dürften alle drei Titel in fünf Jahren sehr wahrscheinlich noch attraktivere Einkommensströme bieten als heute – sofern die bisherige Ausschüttungspolitik fortgeführt wird.
Kurz erklärt
- Dividend King: Bezeichnung für Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 50 Jahre in Folge erhöht haben
- Net-Lease-REIT: Eine Art Immobilienfonds, bei dem Mieter zusätzlich zur Miete auch Betriebskosten, Steuern und Versicherungen tragen
- Midstream: Segment der Energiebranche, das sich mit dem Transport, der Lagerung und der Verarbeitung von Öl und Gas befasst
