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Blackstone: Anleger wollen 4,4 Milliarden Dollar aus Private-Credit-Fonds abziehen

Rückgabeforderungen beim weltgrößten Private-Credit-Fonds Bcred steigen auf 10 Prozent – Blackstone begrenzt Auszahlungen auf 5 Prozent.

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Blackstone: Anleger wollen 4,4 Milliarden Dollar aus Private-Credit-Fonds abziehen

Anleger des weltgrößten Private-Credit-Fonds erhöhen den Druck auf Blackstone. Im zweiten Quartal beantragten Investoren des Flaggschiff-Fonds Bcred die Rückgabe von 10 Prozent ihrer Anteile – nach rund 8 Prozent im ersten Quartal. In absoluten Zahlen entspricht das Rückgabeforderungen von 4,4 Milliarden US-Dollar.

Blackstone reagiert auf den wachsenden Druck mit einer Kehrtwende. Der Vermögensverwalter wird die Rücknahmen aus dem 79 Milliarden Dollar schweren Fonds auf 5 Prozent begrenzen. Das ist eine deutliche Abkehr von der Strategie im März, als das Unternehmen noch den geforderten Gesamtbetrag vollständig ausgezahlt hatte.

Wachsende Belastung für Private-Credit-Fonds

Dieser Kurswechsel verdeutlicht die zunehmende finanzielle Belastung für Verwalter großer Private-Credit-Fonds, die an Privatanleger vermarktet werden. Solche Fonds investieren in der Regel in nicht börsengehandelte Unternehmenskredite und versprechen höhere Renditen als klassische Anleihen – im Gegenzug ist die Liquidität jedoch eingeschränkt. Genau diese Einschränkung wird nun für viele Anleger zum Problem.

Blackstone betonte jedoch, dass der Fonds weiterhin solide aufgestellt sei. „BCRED bleibt gut kapitalisiert, und die Rückzahlungen sowie die Zuflüsse haben die zurückgekauften Anteile überstiegen", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zudem habe sich das Tempo der Rückgabeforderungen in der zweiten Hälfte des Quartals verlangsamt.

Das Unternehmen erklärte außerdem, dass die Möglichkeit zur Begrenzung von Rücknahmen ein bewusstes Kernmerkmal der Fondsstruktur sei. Ziel sei es, eine gewisse Liquidität gegen eine langfristige Performance einzutauschen – ein Kompromiss, der für institutionelle wie private Anleger gleichermaßen gilt.

Aktienkurse unter Druck

Die Ankündigungen von Rücknahmen belasten die Aktienkurse von Blackstone und seinen Wettbewerbern spürbar. Anfang der Woche gaben die Aktien von Investmentgesellschaften nach, nachdem die Partners Group Rückgabewünsche von rund 10 Prozent für einen ihrer Private-Equity-Fonds bekannt gegeben hatte. Das zeigt: Das Problem betrifft nicht nur Blackstone, sondern die gesamte Branche.

Analysten erwarten, dass die Aktienkurse unter Druck bleiben werden, bis das Tempo der Rücknahmen spürbar nachlässt. Am Donnerstag stiegen die Blackstone-Aktien im vorbörslichen Handel immerhin um rund 2 Prozent – möglicherweise eine Reaktion auf die Meldung, dass sich die Rückgabeforderungen zuletzt verlangsamt haben.

Für deutsche Privatanleger, die in ähnliche semiliquide Fonds investiert sind, verdeutlicht die Situation ein grundlegendes Risiko: Auch wenn solche Produkte regelmäßige Rückgabemöglichkeiten vorsehen, können diese in Stressphasen eingeschränkt werden. Die Fondsstruktur erlaubt es Verwaltern wie Blackstone ausdrücklich, Rücknahmen zu begrenzen – ein Mechanismus, der Stabilität sichern soll, aber die Flexibilität der Anleger einschränkt.

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