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Singapur erwartet 2026 Haushaltsüberschuss trotz globaler Handelsspannungen

Premierminister Wong prognostiziert Überschuss von 6,7 Milliarden Dollar – weniger als im Vorjahr.

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Singapur erwartet 2026 Haushaltsüberschuss trotz globaler Handelsspannungen

Singapur rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Haushaltsüberschuss von 8,5 Milliarden Singapur-Dollar (6,7 Milliarden US-Dollar). Das entspricht etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie Premierminister Lawrence Wong am Donnerstag in seiner Haushaltsrede vor dem Parlament mitteilte. Der Stadtstaat warnt jedoch vor anhaltenden Risiken durch internationale Handelskonflikte und geopolitische Spannungen.

Der prognostizierte Überschuss fällt deutlich geringer aus als im laufenden Geschäftsjahr, in dem Singapur einen Überschuss von 15,1 Milliarden Singapur-Dollar oder 1,9 Prozent des BIP erwartet. Wong, der auch als Finanzminister fungiert, rechnet dennoch mit steigenden Einnahmen und Ausgaben. Ab dem Geschäftsjahr 2027 dürften die Unternehmenssteuereinnahmen spürbar zulegen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. "Die Ereignisse allein im ersten Monat des Jahres 2026 waren bereits von außergewöhnlichem Ausmaß", erklärte Wong. Die geopolitischen Spannungen hätten sich weltweit verschärft, und die Widerstandsfähigkeit des globalen Systems werde 2026 weitaus stärker auf die Probe gestellt als im Vorjahr.

Wirtschaftswachstum moderater als 2025

Singapur konnte 2025 ein BIP-Wachstum von fünf Prozent verzeichnen – ein besseres Ergebnis als erwartet. Für 2026 fällt die Prognose jedoch verhaltener aus: Das Handelsministerium rechnet mit einem Wirtschaftswachstum zwischen zwei und vier Prozent. Wong betonte, dass die positive Dynamik aus dem Vorjahr zwar teilweise anhalte, der Gesamtausblick aber moderater ausfalle.

Langfristig strebt die Regierung an, die Wachstumsrate über das kommende Jahrzehnt am oberen Ende einer Spanne von zwei bis drei Prozent zu halten. "Die kommenden Jahre werden von Unsicherheiten geprägt sein – von geopolitischen Spannungen über Cyber-Bedrohungen bis hin zu Klimarisiken", warnte der Premierminister.

Fokus auf KI und Verteidigung

Singapur setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber. Wong kündigte an, den Vorsitz in einem neuen KI-Rat zu übernehmen, der die nationale KI-Agenda vorantreiben soll. Geplant sind Regulierungsanpassungen und die Schaffung von Kapazitäten, damit Unternehmen KI-Innovationen testen können. Priorität haben KI-Missionen in der fortschrittlichen Fertigung, Konnektivität, Finanzdienstleistungen und im Gesundheitswesen.

Bei den Verteidigungsausgaben plant Singapur weiterhin etwa drei Prozent des BIP einzusetzen. Wong betonte jedoch die Bereitschaft, mehr zu investieren: "Niemand wird uns zu Hilfe kommen, wenn Singapur vor einer Krise steht." Der Stadtstaat prüft die Entwicklung von Drohnentechnologie und unbemannten Systemen und will hier entschlossen investieren.

Die Regierung will Forschung und Entwicklung, Regulierung sowie Investitionsförderung besser aufeinander abstimmen, um Singapurs Position als Wirtschafts- und Technologiestandort in Asien zu festigen.

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