Bondi hatte offenbar Suchverlauf von Abgeordneter Jayapal zu Epstein-Akten
Bei Anhörung im Justizausschuss führte designierte US-Generalstaatsanwältin Dokumente mit Datenbank-Suchverlauf der Demokratin mit sich

Die designierte US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi hatte bei ihrer Anhörung vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch offenbar einen Ausdruck des Suchverlaufs der Abgeordneten Pramila Jayapal in der Datenbank des Justizministeriums bei sich. Fotos eines schwarzen Ordners zeigten die Aufschrift "Jayapal Pramila Search History" sowie eine Liste von Dokumenten, deren Nummern mit den Epstein-Akten übereinstimmen.
Jayapal, eine Demokratin aus dem Bundesstaat Washington und Mitglied des Justizausschusses, hatte wie weitere Kongressmitglieder in den vergangenen Tagen das Justizministerium besucht. Ziel war es, nicht öffentlich zugängliche Dokumente über den berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einzusehen. Die Abgeordnete kritisierte Bondi am Mittwochabend scharf auf der Plattform X.
Das US-Justizministerium reagierte auf Anfragen von CNBC nicht unmittelbar. Unklar bleibt, ob Bondi tatsächlich einen solchen Ausdruck besaß, warum dies der Fall gewesen sein könnte und ob das Ministerium auch die Suchvorgänge anderer Kongressmitglieder nachverfolgt hat.
Heftiger Schlagabtausch während der Anhörung
Während der Anhörung war es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Jayapal und Bondi gekommen. Die Abgeordnete hatte die im Raum anwesenden Überlebenden von Epsteins Missbrauch gebeten aufzustehen und zu signalisieren, ob sie keine Gelegenheit zu einem Treffen mit dem Justizministerium erhalten hätten. Mehrere Frauen standen daraufhin auf und hoben ihre Hände.
Jayapal äußerte später gegenüber MS Now die Vermutung, dass das Justizministerium den Kongressmitgliedern möglicherweise gezielt Zugang zu den vollständigen Epstein-Akten gewährt haben könnte. Ihr Verdacht: Das Ministerium wollte Informationen über mögliche Befragungsstrategien für die Anhörung sammeln.
Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, wollte sich zu dem Vorfall zunächst nicht äußern. "Ich werde eine nicht belegte Anschuldigung nicht kommentieren. Ich weiß nichts darüber", sagte der Republikaner aus Louisiana auf die Frage, ob Bondis mutmaßliches Vorgehen angemessen gewesen sei.
