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Shell verfehlt Gewinnerwartungen trotz Fortsetzung milliardenschwerer Aktienrückkäufe

Quartalsergebnis fällt auf niedrigsten Stand seit 2021, Ausschüttungen an Aktionäre bleiben hoch

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Shell verfehlt Gewinnerwartungen trotz Fortsetzung milliardenschwerer Aktienrückkäufe

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell hat im vierten Quartal 2024 die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Der Nettogewinn sank um 11 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Anfang 2021. Hauptursache waren schwächere Öl- und Gaspreise sowie Verluste im Chemiegeschäft. Trotz des Gewinnrückgangs hält Shell an seinem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm fest.

Der bereinigte Gewinn blieb mit 3,3 Milliarden Dollar unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 3,5 Milliarden Dollar. Die Ölpreise lagen im Quartal bei durchschnittlich 63 Dollar pro Barrel, verglichen mit 74 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der europäische Gaspreis fiel von 43,3 Euro auf 30 Euro pro Megawattstunde. Die Shell-Aktie gab im frühen Handel um 1,9 Prozent nach.

Aktienrückkäufe bleiben auf Rekordniveau

Shell kündigte an, sein Aktienrückkaufprogramm im bisherigen Tempo von 3,5 Milliarden Dollar pro Quartal fortzusetzen. In den letzten vier Jahren hat das Unternehmen bereits rund ein Viertel seiner Aktien zurückgekauft – ein Volumen von etwa 60 Milliarden Dollar. Allein für 2025 sind weitere 14 Milliarden Dollar eingeplant. Zum Vergleich: Der US-Konkurrent Exxon will sein 20-Milliarden-Programm beibehalten, während der norwegische Wettbewerber Equinor sein Rückkaufvolumen um 70 Prozent kürzte.

Zusammen mit den Dividenden in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar erreichten die Ausschüttungen an die Aktionäre 52 Prozent des operativen Cashflows der letzten vier Quartale. Dies liegt über der selbst gesetzten Zielspanne von 40 bis 50 Prozent. Finanzvorständin Sinead Gorman betonte gegenüber Reportern, diese Spanne sei "sakrosankt". Die Quartalsdividende wurde planmäßig um 4 Prozent auf 0,372 Dollar pro Aktie erhöht.

Schwächen im Chemiegeschäft belasten Ergebnis

Besonders enttäuschend entwickelten sich die Sparten integriertes Gas und Marketing, die beide unter den Erwartungen blieben. Die Chemie- und Produktesparte verzeichnete einen Verlust, der tiefer ausfiel als von Analysten prognostiziert. Shell führte dies auf schwachen Ölhandel und einen breiten Einbruch auf dem Chemiemarkt zurück. Der operative Cashflow belief sich auf 9,44 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 7,87 Milliarden Dollar, blieb aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 13,16 Milliarden Dollar.

Analysten von RBC stellten fest, dass die Reservenlebensdauer von Shell von 8,9 Jahren auf 7,8 Jahre gesunken ist. "Angesichts der Tatsache, dass dies schwächer ist als bei einigen Wettbewerbern, erwarten wir, dass dies weitere Fragen zur M&A-Strategie von Shell zur Reservenauffüllung aufwerfen könnte", kommentierten die Experten.

Produktionslücke weitgehend geschlossen

CEO Wael Sawan zeigte sich dennoch optimistisch: Akquisitionen und Verbesserungen an produzierenden Feldern hätten die beim letzten Strategie-Update im März angekündigte Produktionslücke von 100.000 bis 200.000 Barrel Öläquivalent pro Tag bis Ende des Jahrzehnts "weitgehend" geschlossen. Dies verschaffe Shell mehr Zeit, eine verbleibende Lücke nach 2035 zu schließen, die er vor einem Jahr noch auf 350.000 Barrel Öläquivalent pro Tag beziffert hatte.

Bei den Kostensenkungen liegt Shell mit 5,1 Milliarden Dollar bereits über der Hälfte des Ziels von 5 bis 7 Milliarden Dollar bis 2028 im Vergleich zu 2022. Als weltweit größter LNG-Händler profitiert das Unternehmen von seiner starken Marktposition im Flüssiggasgeschäft, auch wenn die aktuellen Marktpreise unter Druck stehen.

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