Schweiz verhandelt weiter mit USA über verbindliches Zollabkommen
Bern hält am Mandat fest, die vorläufige Einigung von Ende 2025 rechtlich zu verankern.

Die Schweiz setzt ihre Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten fort, um ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen zu erzielen. Ziel ist es, eine vorläufige Vereinbarung vom Ende des Jahres 2025 zu formalisieren, die die US-Zölle auf Schweizer Waren von 39% auf 15% gesenkt hatte. Das Schweizer Wirtschaftsministerium bestätigte am Montag, dass das entsprechende Verhandlungsmandat weiterhin gültig ist.
Das Ministerium betonte, dass wichtige Interessengruppen – darunter die Schweizer Kantone – keinen Abbruch der Gespräche gefordert hätten. Dies gilt auch nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, der die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle für rechtswidrig erklärt hatte. Die Verhandlungsposition Berns bleibt damit trotz des geänderten rechtlichen Rahmens in Washington unverändert.
Rechtssicherheit als oberstes Ziel
Im Mittelpunkt der laufenden Verhandlungen steht die Schaffung von Rechtssicherheit für Schweizer Unternehmen. Ein verbindliches Abkommen soll sicherstellen, dass Exporteure dauerhaft von reduzierten Zollsätzen profitieren können – unabhängig von künftigen politischen Entscheidungen in den USA. Die Schweiz ist als exportorientierte Volkswirtschaft besonders auf stabile Handelsbedingungen angewiesen.
Für deutsche Beobachter ist der Schweizer Fall von besonderem Interesse: Auch die EU verhandelt derzeit mit Washington über Zollfragen, und das Schweizer Vorgehen könnte als Blaupause für bilaterale Handelsvereinbarungen dienen. Die Reduzierung von 39% auf 15% wäre ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für die exportstarke Schweizer Wirtschaft, insbesondere in den Bereichen Pharma, Uhren und Maschinenbau.
