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Schließung der Galeries Lafayette in Berlin

Das Luxuskaufhaus verlässt Friedrichstraße nach fast 29 Jahren.

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Schließung der Galeries Lafayette in Berlin

Das luxuriöse Kaufhaus Galeries Lafayette an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte steht kurz vor seiner Schließung. Über den Regalen und Vitrinen sind noch die Logos bekannter Luxusmarken wie Ralph Lauren, Chanel und Lacoste zu sehen, deren Produkte einst hier verkauft wurden. Die meisten Verkaufsflächen sind bereits leergeräumt. Auch in der Feinkost- und Lebensmittelabteilung im Untergeschoss sind die Regale fast leer. Nur in der Fischabteilung gibt es noch ein vollständiges Sortiment, und Gäste genießen die letzten Gerichte im Restaurant.

Seit fast 29 Jahren ist das Galeries Lafayette in dem von Jean Nouvel entworfenen Glaspalast ein zentraler Anlaufpunkt und Touristenmagnet auf der Friedrichstraße. Am 31. Juli wird das Kaufhaus zum letzten Mal seine Türen öffnen. Es hat sich als Quelle französischer Lebensart und Kultur in Berlin etabliert. Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, betont die emotionale und politische Bedeutung des Hauses, die über seine Marktrelevanz hinausgeht.

Das Kaufhaus eröffnete im Februar 1996 und war der erste und einzige Standort der Galeries Lafayette in Deutschland. Auf 8000 Quadratmetern wurden exklusive Mode und Spitzengastronomie angeboten. In den letzten Jahren geriet die Kette jedoch zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die auf veränderte Konsumgewohnheiten und erhebliche Veränderungen im Einzelhandelsmarkt zurückzuführen sind. Im Oktober 2023 kündigte das Unternehmen die Schließung an.

Von den ursprünglich 190 Beschäftigten werden am letzten Arbeitstag noch 150 im Kaufhaus tätig sein. Ein Interessenausgleich und Sozialplan wurde mit den Arbeitnehmervertretungen vereinbart, um die Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen.

Auch in Frankreich hatte die Warenhauskette mit Problemen zu kämpfen. Neben dem Hauptgeschäft in Paris gibt es 56 weitere Lafayette-Kaufhäuser, von denen 30 als Franchise-Unternehmen betrieben werden. Wegen finanzieller Probleme waren zuletzt 26 dieser Franchise-Kaufhäuser von der Schließung bedroht. Ein Rettungsplan ermöglichte es der Groupe Lafayette, 70 Prozent der Schulden eines Franchise-Nehmers zu erlassen und Investitionen in die Häuser zu sichern.

In Berlin ist die zukünftige Nutzung des Standorts ungewiss. Kultursenator Joe Chialo hat vorgeschlagen, die Berliner Zentral- und Landesbibliothek in das Gebäude zu verlegen. Dieses Projekt ist jedoch kompliziert und viele Fragen, insbesondere die Finanzierung, sind noch ungeklärt. Ein erstes Kaufpreisangebot bezifferte die Kosten auf rund 589 Millionen Euro, doch die Verhandlungen mit dem Gebäudeeigentümer sind noch nicht abgeschlossen.

Auch Büroräume könnten in dem Gebäude eingerichtet werden. Die Eigentümergesellschaft verfolgt verschiedene Optionen, ohne sich auf eine konkrete Nutzung festzulegen. Klar ist jedoch, dass der Auszug von Lafayette auch den umliegenden Händlern zu schaffen macht. Catherine von Fürstenberg-Dussmann, Vorsitzende des Dussmann-Stiftungsrates, betonte, dass das Kulturkaufhaus Dussmann und die Galeries Lafayette ursprünglich die Anker dieser Straße waren. Bald wird Dussmann der einzige verbliebene Anker sein.

LafayetteBerlinEinzelhandel

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