DAX legt leicht zu, Airbus unter Druck
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Nach einem verhaltenen Wochenauftakt konnte der DAX gestern wieder zulegen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 18.411 Punkten. Auch der MDAX der mittelgroßen Unternehmen legte zu und stieg um 0,83 Prozent auf 25.306,84 Punkte. Trotz dieser Zuwächse bleibt der DAX in der aktuellen Handelsspanne gefangen und pendelt seit Mitte Mai unterhalb seines Rekordhochs von knapp 18.900 Zählern. Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, beschreibt die Situation als "ein Vor-und-zurück im DAX, eine trendlose Phase".
Ein Rückschlag im Kampf gegen die Inflation in Deutschland wurde gestern durch das Statistische Bundesamt gemeldet. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Kerninflationsrate, die die schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, verharrte bei 2,9 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer betonte, dass die unverändert hohe Kerninflation zeigt, dass das Thema Inflation noch lange nicht abgehakt werden kann, insbesondere da die Löhne stark steigen.
Die Wachstumsdaten aus der Eurozone zeigten ein uneinheitliches Bild. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands schrumpfte im zweiten Quartal um 0,1 Prozent, während Volkswirte ein leichtes Wachstum erwartet hatten. In Frankreich und Spanien hingegen wuchs die Wirtschaft stärker als erwartet. Insgesamt wuchs die Wirtschaft in der Eurozone im zweiten Quartal um 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, wie Eurostat mitteilte.
Die Erwartung der Quartalsberichte wichtiger Technologiekonzerne stimmt die Anleger an der Wall Street vorsichtig optimistisch, obwohl die anstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der Bank of England Nervosität verursachen. Neue Inflationsdaten hatten zuletzt Hoffnung auf eine Reduzierung der Leitzinsen im September geschürt. Jochen Stanzl von CMC Markets warnt jedoch, dass erneute Unklarheit über die Zinspolitik der Fed den Markt belasten könnte.
Am Abend öffnet <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft seine Bücher, was als Highlight des Tages gilt. Im Laufe der Woche folgen die Finanzberichte von Apple und Amazon. Scott Ladner, Chefanleger bei Horizon, betont die Bedeutung dieser Berichte für Investoren, insbesondere hinsichtlich der Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Die hohen Bewertungen der Tech-Konzerne könnten bei Nichterfüllung der Gewinnerwartungen jedoch zu Problemen führen, wie die letzte Woche bei Alphabet und Tesla zeigte.
Der Euro stieg leicht und wurde von der Europäischen Zentralbank mit einem Referenzkurs von 1,0824 US-Dollar festgelegt. Die Ölpreise stabilisierten sich nach den Verlusten des Vortages. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 79,84 Dollar, während der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf 75,84 Dollar stieg.
Airbus steht weiterhin unter Druck aufgrund von Lieferproblemen, was das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 814 Millionen Euro drückte. Der Nettogewinn sank um fast 80 Prozent auf 230 Millionen Euro. Der Flugzeugbauer hat weiterhin Schwierigkeiten, Bestellungen aufgrund der Lieferkettenprobleme abzuarbeiten, bestätigte jedoch seine gesenkten Jahresprognosen.
Tesla plant, per Softwareupdate bei fast zwei Millionen Autos einen Motorhaubenfehler zu beheben. Die betroffenen Fahrzeuge umfassen die Modellreihen 3, S, X und Y aus den Jahren 2020 bis 2024. SAP gab bekannt, dass Marketingchefin Julia White und Vertriebschef Scott Russell das Unternehmen verlassen werden. Christian Klein, der Vorstandschef, übernimmt vorübergehend Russells Aufgaben.
Hochtief und ACS fusionieren ihre US-Tochtergesellschaften zu einem der größten Bauunternehmen in den Vereinigten Staaten. Salzgitter senkte nach Umsatz- und Gewinnrückgängen seine Jahresprognose. Procter & Gamble enttäuschte mit einem nahezu stagnierenden Umsatz. Pfizer erhöhte seine Prognose nach einem erfolgreichen Quartal, und Merck & Co. verzeichnete einen hohen Gewinn. PayPal hob ebenfalls seine Gewinnprognose an, während Apple beim Training seiner Künstlichen Intelligenz auf Nvidia-Chips verzichtet. BP übertraf die Markterwartungen mit einem Gewinnzuwachs, und BioNTech erreichte in einer Phase-2-Studie mit einer Krebsimmuntherapie ein wichtiges Ziel.
