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SAP dreht bei Cloud-Strategie und öffnet sich wieder für On-Premise

Der Walldorfer Softwarekonzern kehrt zur On-Premise-Unterstützung zurück – und will damit die schwache KI-Nutzung seiner Bestandskunden ankurbeln.

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SAP dreht bei Cloud-Strategie und öffnet sich wieder für On-Premise

SAP vollzieht eine bemerkenswerte Kehrtwende: Der Walldorfer Softwarekonzern will technische Innovationen künftig wieder auch für klassische On-Premise-Installationen bereitstellen – also für Software, die direkt auf den Servern der Anwenderunternehmen läuft. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf gut informierte Unternehmenskreise.

SAP-Chef Christian Klein soll die neue Strategie auf der Kundenmesse Sapphire in Orlando, Florida, offiziell verkünden. Die Veranstaltung findet in der kommenden Woche statt.

Rückzug vom Cloud-first-Kurs

Damit dreht SAP an einem Kurs, den Klein erst Mitte 2023 eingeschlagen hatte. Damals verfügte er, Innovationen wie Künstliche Intelligenz oder Nachhaltigkeitsbuchhaltung ausschließlich in der Cloud anzubieten. Der Schritt sorgte seinerzeit für erheblichen Widerstand – unter anderem lief die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe Sturm gegen die Entscheidung.

Die Folge: Viele Bestandskunden, die ihre SAP-Systeme weiterhin auf eigenen Servern betreiben, waren seitdem von neuen Funktionen abgeschnitten. Laut dem US-Marktforschungshaus Gartner nutzt jeder zweite der rund 35.000 SAP-Kunden die Software noch auf diese klassische Weise.

Auf Anfrage bestätigt SAP den Kurswechsel indirekt. „Unsere strategische Richtung bleibt Cloud-first. KI-Agenten brauchen standardisierte Systeme, um verlässlich zu handeln. In der Cloud kann SAP diese Grundlage sicherstellen", heißt es aus Walldorf. Gleichzeitig ergänzt das Unternehmen: „SAP unterstützt jedoch weiterhin hybride und On-Premise-Szenarien. Kunden können ihren Weg flexibel gestalten, wobei neue Funktionen und Innovationen vor allem in unseren Cloud-Lösungen entstehen."

KI-Nutzung bei SAP-Kunden bisher enttäuschend

Der eigentliche Treiber hinter dem Strategieschwenk dürfte die bislang schwache Akzeptanz von SAPs KI-Angeboten sein. Das zeigt der Ende Februar veröffentlichte Investitionsreport der SAP-Anwendervereinigung DSAG deutlich: Zwar haben bereits 43 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungsszenarien umgesetzt. Doch von diesen gaben 77 Prozent an, dabei keine SAP-Lösungen eingesetzt zu haben.

Noch drastischer: Lediglich drei Prozent der Firmen setzen bei ihrer KI-Strategie auf das Angebot der Walldorfer. Für einen Konzern, der KI als zentrales Wachstumsthema positioniert, sind das alarmierende Zahlen.

Durch die Öffnung hin zu On-Premise-Kunden will SAP nun gegensteuern. Künftig sollen auch jene Anwender, die nicht in die Cloud migriert sind, KI-Applikationen ohne größeren Aufwand nutzen können. Ein Insider aus dem SAP-Ökosystem bringt es auf den Punkt: „SAP opfert die Cloud-Strategie für seine KI-Story."

Für Privatanleger, die SAP-Aktien im Depot halten, ist der Strategieschwenk ein zweischneidiges Schwert: Einerseits könnte die Öffnung kurzfristig die Kundenzufriedenheit verbessern und die KI-Adoptionsrate steigern. Andererseits stellt sich die Frage, ob SAP damit den lukrativen Cloud-Übergang seiner Bestandskunden verlangsamt – und damit mittelfristig auf wiederkehrende Cloud-Umsätze verzichtet.

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