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Samsung-Aktie fällt wegen unklarer Angaben zu Anlegerrenditen

Trotz Rekordprognose für KI-Chips enttäuscht Samsung die Anleger mit vagen Aussagen zu Dividenden und Aktienrückkäufen.

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Samsung-Aktie fällt wegen unklarer Angaben zu Anlegerrenditen

Die Aktien von Samsung Electronics sind am Donnerstag deutlich gefallen. Grund war die Enttäuschung der Anleger über das Fehlen detaillierter Angaben zu den Ausschüttungen an die Aktionäre, obwohl der weltweit größte Hersteller von Speicherchips eine positive Prognose abgab. Die Papiere des südkoreanischen Konzerns verloren in Seoul bis zu 6 Prozent und summierten damit einen Rückgang von rund 15 Prozent im vergangenen Monat.

Das Unternehmen gab an, dass die Investitionsausgaben im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) im Jahr 2027 ein „historisches Niveau" erreichen werden. Die KI-getriebene Nachfrage werde die Branchenversorgung im Vergleich zum laufenden Jahr weit übertreffen. Trotz dieser optimistischen Aussichten blieb der erhoffte Kursschub aus.

Anleger warten auf konkrete Ausschüttungspläne

Samsung kündigte lediglich einen Dividendenplan in Höhe von 30 Billionen Won (22 Milliarden US-Dollar) für das dritte Quartal an. Details zu Aktienrückkäufen und Dividenden will das Unternehmen erst Ende Januar bekannt geben. Genau diese Zurückhaltung verärgerte die Investoren, die mit konkreten Zahlen am Donnerstag gerechnet hatten.

„Samsung-Anleger waren enttäuscht, da sie damit gerechnet hatten, dass am Donnerstag Details zu den Ausschüttungen an die Aktionäre bekannt gegeben würden", sagte Albert Yong, geschäftsführender Partner des in Seoul ansässigen Petra Capital Management. Der Kontrast zum Rivalen SK Hynix fiel dabei besonders auf: Am Mittwoch hatte der Wettbewerber ein Paket zur Ausschüttung an Aktionäre in Höhe von 100 Billionen Won (75 Milliarden US-Dollar) angekündigt, nachdem er quartalsweise Gewinne gemeldet hatte, die den Erwartungen entsprachen, und ebenfalls eine positive Prognose für die Speicher-Nachfrage abgegeben hatte.

Gewinnsprung verfehlt dennoch Analystenschätzungen

Der operative Gewinn bei der Chipsparte von Samsung stieg im Quartal von Juli bis September mehr als 15-fach im Jahresvergleich auf 106,5 Billionen Won (79 Milliarden US-Dollar). Damit lag das Ergebnis jedoch weiterhin unter den Schätzungen der Analysten. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg mehr als sechsfach auf 75,1 Billionen Won (56 Milliarden US-Dollar).

Samsung erhöhte seine Ausgabenpläne für dieses Jahr um rund 60 Prozent auf 84,4 Billionen Won (63 Milliarden US-Dollar). Für 2027 sagte der Konzern ein weiteres Rekordjahr bei den Gewinnen voraus. Zudem unterzeichnete Samsung langfristige Liefervereinbarungen mit zehn großen Kunden und befand sich in Verhandlungen mit weiteren zehn Kunden über Mehrjahresverträge. Langfristige Verträge sollen bis 2030 bis zu 70 Prozent der Chipkapazität ausmachen.

KI-Infrastruktur und die Sorge um die Nachhaltigkeit

Die Unsicherheit der Anleger hinsichtlich der Hunderte von Milliarden US-Dollar, die für die KI-Infrastruktur ausgegeben werden, hat die Aktienkurse in den letzten Monaten belastet. Allein Samsung und SK Hynix machen etwa die Hälfte des Kospi-Index aus. Der südkoreanische Leitindex fiel am Donnerstag um bis zu 3 Prozent und hat im vergangenen Monat 13 Prozent eingebüßt.

Die Hynix-Aktien stiegen im Nachmittagshandel um 3,4 Prozent, haben aber im vergangenen Monat fast 13 Prozent verloren. Die 12-Monats-Vorwärts-Kurs-Gewinn-Verhältnisse beider Unternehmen lagen bei nur drei- bis viermal. Für Yong ein klares Signal: Die Titel befänden sich „in absolutem Unterbewertungsgebiet".

Er fügte hinzu: „Die investorseitige Sorge bezüglich der Nachhaltigkeit der KI-Infrastrukturausgaben hat sich global etwas entspannt. Die Kursentwicklung der Samsung-Aktien deutet jedoch darauf hin, dass die Anleger Speicherchips wieder als zyklisches Geschäft betrachten."

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark die Bewertung von Halbleiterwerten derzeit von der Kommunikation der Unternehmen zu Kapitalrückflüssen abhängt. Solide operative Zahlen allein reichen offenbar nicht mehr aus, wenn die Ausschüttungspolitik unklar bleibt. Der Vergleich mit SK Hynix zeigt, dass der Markt konkrete Zusagen belohnt und vage Ankündigungen abstraft.

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