Russland bestätigt Gespräche zu türkischem Schwarzmeer-Kornplan
Moskau bestätigt fortgesetzte Gespräche über türkischen Vorschlag für sichere Getreidedurchfahrt.

Russland hat am Dienstag bestätigt, dass die diplomatischen Gespräche über den türkischen Vorschlag für eine sichere Getreidedurchfahrt durch das Schwarze Meer fortgesetzt werden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass weitere diplomatische Kontakte im Zusammenhang mit der türkischen Initiative stattgefunden haben. Parallel dazu arbeite Moskau daran, interimistisch alternative Routen für seine Getreideexporte zu etablieren.
Die Ankündigung kommt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Schwarzen Meer. In den letzten Monaten haben sowohl Russland als auch die Ukraine ihre Angriffe auf gegenseitige Getreideschiffe intensiviert. Diese militärischen Maßnahmen haben die globalen Getreidepreise in die Höhe getrieben und die Versorgungssicherheit vieler Importländer gefährdet.
Hintergrund der Schwarzmeer-Getreideinitiative
Die Türkei und die Vereinten Nationen hatten im Juli 2022 die sogenannte Schwarzmeer-Getreideinitiative vermittelt. Dieses Abkommen ermöglichte während des anhaltenden Konflikts einen sicheren Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer. Für viele Länder in Afrika und dem Nahen Osten war dies eine wichtige Versorgungsader für Getreidelieferungen.
Russland stieg im Jahr 2023 aus dem Abkommen aus. Als Begründung führte Moskau Hindernisse für seine eigenen Nahrungsmittel- und Düngemittelausfuhren an. Seitdem sucht Russland nach alternativen Wegen, um sein Getreide auf den Weltmarkt zu bringen, während die Ukraine weiterhin auf sichere Exportkorridore angewiesen ist.
Auswirkungen auf die globalen Getreidemärkte
Die verstärkten Angriffe auf Getreideschiffe im Schwarzen Meer haben die ohnehin angespannte Lage an den globalen Agrarmärkten weiter verschärft. Die Getreidepreise sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, was insbesondere Entwicklungsländer hart trifft, die auf Importe aus der Schwarzmeerregion angewiesen sind.
Der türkische Vorschlag für eine sichere Getreidedurchfahrt könnte einen Weg aus dieser Pattsituation weisen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich Russland und die Ukraine auf ein neues Abkommen einigen können. Die diplomatischen Gespräche laufen nach Angaben des Kremls weiter, konkrete Ergebnisse wurden bislang jedoch nicht genannt.
Für deutsche Anleger und Marktteilnehmer bleibt die Entwicklung im Schwarzen Meer ein wichtiger Faktor. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte dies die Getreidepreise spürbar entlasten. Ein Scheitern der Gespräche würde dagegen die Preise weiter steigen lassen und die Inflation bei Nahrungsmitteln zusätzlich anheizen.
