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Russischer Kapitän wegen tödlicher Tankerkollision zu sechs Jahren Haft verurteilt

Containerschiff-Kapitän Wladimir Motin muss wegen grober Fahrlässigkeit nach Kollision vor britischer Küste ins Gefängnis.

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Russischer Kapitän wegen tödlicher Tankerkollision zu sechs Jahren Haft verurteilt

Ein russischer Schiffskapitän ist am Donnerstag in London zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er den Tod eines Besatzungsmitglieds durch grobe Fahrlässigkeit verursacht hatte. Der 59-jährige Wladimir Motin war Kapitän des unter portugiesischer Flagge fahrenden Containerschiffs Solong, als dieses am 10. März 2025 vor der britischen Ostküste mit dem ankernden US-Tanker Stena Immaculate kollidierte.

Die Kollision hatte dramatische Folgen: Auf beiden Schiffen brachen Brände aus. Der 38-jährige philippinische Seemann Mark Pernia kam dabei ums Leben – seine Leiche wurde nie gefunden. Der Tanker hatte zum Zeitpunkt des Unfalls mehr als 220.000 Barrel hochwertigen Flugkraftstoff geladen.

Autopilot außer Kontrolle

Laut Gerichtsunterlagen hatte Motin die Alarmsysteme der Solong ausgeschaltet. Sein Verteidiger James Leonard argumentierte vor dem Londoner Old Bailey Gericht, dass Motin erfolglos versucht habe, das Schiff vom Autopiloten zu nehmen und den Kurs zu ändern. Die Verteidigung räumte zwar Fehler ein, bestritt aber grobe Fahrlässigkeit.

Die Geschworenen sahen das anders und verurteilten Motin am Montag schuldig. Richter Andrew Baker bezeichnete den Kapitän bei der Strafmaßverkündung als einen "Unfall, der nur darauf wartete, zu passieren". Er stellte klar: "Pernia starb unter Ihrem Kommando und aufgrund Ihrer groben Fahrlässigkeit."

Hinterbliebene trauern

Staatsanwalt Tom Little verlas eine bewegende Erklärung von Pernias Witwe, die auf den Philippinen lebt. Sie war zum Zeitpunkt des Todes ihres Mannes im siebten Monat mit dem zweiten gemeinsamen Kind schwanger. "Unsere Sehnsucht nach ihm wird für immer bleiben", sagte sie in ihrer Stellungnahme.

Der Fall unterstreicht die immense Verantwortung, die Schiffskapitäne tragen – insbesondere in stark befahrenen Gewässern wie der britischen Ostküste. Die Kollision zwischen dem Containerschiff und dem mit hochentzündlichem Treibstoff beladenen Tanker hätte zu einer noch größeren Katastrophe führen können.

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