Roche: RBC erwartet schnellen Zulassungsantrag für Sefaxersen
Analysten von RBC Capital Markets sehen Roche bei Sefaxersen auf dem Weg zu einer beschleunigten Zulassung.

Die Roche Holding wird nach Einschätzung der Analysten von RBC Capital Markets voraussichtlich schnell einen Antrag auf beschleunigte Zulassung für ihren Wirkstoffkandidaten Sefaxersen stellen. Der Wirkstoff ist ein direkter Konkurrent zu Novartis' Fabhalta. Der Schweizer Pharmakonzern hatte zuvor positive Zwischenergebnisse einer Studie in der späten Phase für Sefaxersen bei der Autoimmunerkrankung IgA-Nephropathie gemeldet.
Das Unternehmen hatte bereits erklärt, es hoffe, dass die Daten zu einer beschleunigten Zulassung führen würden. Dies würde dem Präzedenzfall von Fabhalta entsprechen, wie RBC in einer Forschungsnotiz anmerkt. Die Aktien von Roche stiegen im Zuge der Meldung um 0,8 Prozent.
RBC sieht Bewertungspotenzial unterschätzt
Die Analysten zeigen sich überzeugt, dass der Markt die Tragweite der Studiendaten bislang nicht ausreichend würdigt. „Wir glauben, dass die gedämpfte Reaktion der [Roche]-Aktien die Auswirkungen eines positiven frühen Zwischenergebnisses aus dieser Studie in einer Indikation, für die wir den Umsatz im Jahr 2034 mit [1,5 Milliarden Schweizer Franken] modellieren, unterschätzt“, schreiben die Analysten in ihrer Forschungsnotiz.
Trotz dieser Einschätzung verringerten die Studienergebnisse das Risiko dieser Umsatzschätzung. Zugleich sprächen sie gut für die Pipeline des Schweizer Pharmakonzerns, fügen die Analysten hinzu. Für Anleger bedeutet dies, dass die vorgelegten Daten die Zuversicht in die künftige Produktpipeline von Roche stärken.
Der Wettbewerb im Bereich der IgA-Nephropathie gewinnt damit an Bedeutung. Mit Sefaxersen tritt Roche gegen Novartis' Fabhalta an, das bereits als Referenz für eine beschleunigte Zulassung in dieser Indikation gilt. Sollte Roche dem gleichen regulatorischen Weg folgen, könnte dies den Markteintritt des Wirkstoffs deutlich beschleunigen.
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem vor dem Hintergrund der breiten Aufstellung des Schweizer Pharmasektors relevant. Roche zählt zu den größten Akteuren der Branche, und Entwicklungen in der späten Studienphase eines Wirkstoffs können die Erwartungen an künftige Umsatzbeiträge spürbar beeinflussen. Die RBC-Analysten sehen in den Zwischendaten einen Beleg für die Stärke der Roche-Pipeline.
Die Einschätzung von RBC stützt sich auf die Annahme, dass Roche die positiven frühen Zwischenergebnisse für einen beschleunigten Zulassungsantrag nutzen kann. Ob und wann ein solcher Antrag tatsächlich gestellt wird, hängt von den weiteren Gesprächen mit den Zulassungsbehörden ab. Klar ist: Die vorgelegten Daten haben nach Ansicht der Analysten das Risikoprofil der Umsatzprognose für Sefaxersen verbessert.
Die Meldung wurde exklusiv über Dow Jones Newswires verbreitet. Der Markt reagierte zunächst verhalten, was die RBC-Analysten als Unterbewertung der Studienergebnisse werten. Für den weiteren Verlauf dürfte entscheidend sein, wie schnell Roche den nächsten regulatorischen Schritt einleitet.
