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Robinhood: Event-Kontrakte wachsen rasant, nicht der Aktienhandel

Event-Kontrakte bescheren Robinhood 156 Millionen Dollar Umsatz – ein Plus von mehr als dem Zehnfachen binnen eines Jahres.

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Robinhood: Event-Kontrakte wachsen rasant, nicht der Aktienhandel

Robinhood verdient sein Geld längst nicht mehr nur mit dem klassischen Aktienhandel. Der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich des US-Brokers sind sogenannte Event-Kontrakte – also Wetten auf den Ausgang konkreter Ereignisse. Im zweiten Quartal erwirtschaftete dieses Segment 156 Millionen Dollar Umsatz und damit mehr als das Zehnfache des Betrags, den diese Position ein Jahr zuvor erzielt hatte.

Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum beim Handelsvolumen. Auf den Vorhersagemärkten von Robinhood wurden im August durchschnittlich 152 Millionen Kontrakte pro Tag gehandelt – das 14-Fache des Volumens aus dem Vorjahresmonat. Bemerkenswert ist dabei, dass dieser Wachstumsschub nicht aus dem Kryptogeschäft stammt, das in der Vergangenheit häufig als Wachstumstreiber des Brokers galt.

Trotz dieser Zahlen ist die Bewertung der Aktie ambitioniert. Nach einem zweistelligen Kursanstieg in der vergangenen Woche notiert das Papier etwa beim 42-Fachen der erwarteten Gewinne für das Jahr 2027. Anleger zahlen also bereits heute einen hohen Preis für Erträge, die erst in einigen Jahren erwartet werden.

Event-Kontrakte als neuer Umsatzmotor

Event-Kontrakte gehören zu den sogenannten Vorhersagemärkten. Nutzer handeln dabei Kontrakte, deren Auszahlung davon abhängt, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt oder nicht. Für Broker wie Robinhood sind solche Produkte attraktiv, weil sie pro gehandeltem Kontrakt Gebühren generieren – ähnlich wie beim klassischen Wertpapierhandel, aber mit einer anderen Erlösmechanik.

Die vorgelegten Zahlen zeigen, wie stark sich das Geschäftsmodell von Robinhood verschiebt. Ein Segment, das vor einem Jahr noch eine vergleichsweise kleine Rolle spielte, trägt inzwischen einen erheblichen Teil zum Umsatz bei. Für Anleger ist das ein zweischneidiges Signal: Einerseits belegt es die Fähigkeit des Unternehmens, neue Produkte schnell zu skalieren. Andererseits wächst damit die Abhängigkeit von einem Geschäftsfeld, das noch relativ jung ist.

Ob sich das Tempo fortsetzen lässt, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Die Zahlen beschreiben ausschließlich die Entwicklung im zweiten Quartal sowie das Handelsvolumen im August. Eine Prognose für die kommenden Quartale lässt sich daraus nicht ableiten.

Was das 42-fache KGV bedeutet

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Ein Wert von 42 auf Basis der erwarteten Gewinne für 2027 bedeutet, dass Anleger für jeden Dollar erwarteten Gewinns 42 Dollar bezahlen. Solche Bewertungen sind typisch für Unternehmen, denen der Markt überdurchschnittliches Wachstum zutraut – sie lassen aber wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, wie sich die Erlösquellen großer Online-Broker verschieben. Während hierzulande der Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten im Mittelpunkt steht, setzt Robinhood zunehmend auf Produkte rund um Ereignisprognosen. Wer die Aktie als Investment prüft, sollte daher nicht nur auf das klassische Handelsgeschäft schauen, sondern auch auf die Entwicklung der Event-Kontrakte.

Festhalten lässt sich: Der Umsatz mit Event-Kontrakten lag im zweiten Quartal bei 156 Millionen Dollar, das tägliche Handelsvolumen im August bei durchschnittlich 152 Millionen Kontrakten, und die Aktie wird mit dem 42-Fachen der für 2027 erwarteten Gewinne bewertet. Diese drei Kennzahlen bilden den aktuellen Rahmen für die Bewertung des Unternehmens.

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