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Rio Tinto und Glencore: Fusionsgespräche werden verlängert – Investoren skeptisch

Britische Regulierungsfrist läuft ab – australische Aktionäre fordern klare Mehrwerte und lehnen Aufschlag ab

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Rio Tinto und Glencore: Fusionsgespräche werden verlängert – Investoren skeptisch

Die Bergbaugiganten Rio Tinto und Glencore stehen kurz davor, ihre Fusionsgespräche zu verlängern. Laut drei mit den Verhandlungen vertrauten Personen soll die britische Regulierungsfrist vom 5. Februar verlängert werden, um Rio Tinto mehr Zeit für die Prüfung des potenziellen Zusammenschlusses zu geben. Der Deal könnte das weltweit größte Bergbauunternehmen mit einem kombinierten Marktwert von fast 207 Milliarden US-Dollar schaffen.

Allerdings wächst der Widerstand gegen die Fusion. Insbesondere australische Investoren fordern klare Zusicherungen, dass ein Zusammenschluss tatsächlich Mehrwert schafft. Sie lehnen es kategorisch ab, dass Rio Tinto einen Aufschlag für Glencore zahlt – vor allem angesichts der operativen Herausforderungen, mit denen Glencore konfrontiert ist.

Nach den britischen Übernahmeregeln hat ein potenzieller Bieter ab Bekanntgabe 28 Tage Zeit, entweder eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots zu erklären oder sich zurückzuziehen. Sollte Rio Tinto eine Verlängerung beantragen, würde Glencore dieser zustimmen, so eine Quelle mit Kenntnis der Materie. Beide Unternehmen lehnten vor Ablauf der Frist eine Stellungnahme ab.

Bewertungsprobleme durch Marktvolatilität

Die aktuelle Marktvolatilität mit starken Schwankungen der Rohstoffpreise erschwert die Bewertung erheblich. Der Kupferpreis ist zuletzt deutlich gestiegen, was die Verhandlungen zusätzlich verkompliziert. "Bei einem Kupferpreis von 14.000 US-Dollar muss Rio viel nachdenken", erklärte eine der Quellen, die anonym bleiben wollte.

Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und ist eine offensichtliche Motivation für den Deal. Durch einen Zusammenschluss würde das neue Unternehmen umfassenden Zugang zu Kupfervorkommen erhalten. Doch australische Investoren stellen den Mehrwert infrage, den Glencores Marketing-Sparte bringen würde.

Hugh Dive von Atlas Funds, der Rio-Aktien hält und den Zusammenschluss ablehnt, erwartet "eine Verlängerung als gesichtswahrende Maßnahme". Abgesehen von Glencores südamerikanischen Kupfervorkommen sei der Rest kompliziert und außerhalb des Interesses von Rio, so Dive.

Australische Aktionäre unter Druck

Mehr als 20 Prozent der doppelt notierten Aktien von Rio Tinto sind in Australien beheimatet, ebenso wie mehr als die Hälfte der Unternehmensgewinne aus lukrativen Eisenerzminen. Andy Forster, Portfoliomanager bei Argo Investments in Adelaide, betonte: "Man möchte das Gefühl haben, dass jeder Deal ein Gewinn für beide Seiten der Aktionäre ist, und man möchte nicht den gesamten Aufwärtstrend verschenken."

Ein weiterer Aspekt verkompliziert die Situation: Rio Tinto könnte bei einer Bezahlung mit eigenen Aktien bestrebt sein, die Beteiligung seines größten britischen Aktionärs Chinalco zu verwässern. Der chinesische Staatskonzern Aluminium Corp of China hält derzeit 11 Prozent an Rio Tinto. Eine Reduzierung dieser Beteiligung würde Rio die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen und neue strategische Geschäfte ermöglichen.

Managementfragen und Handelssparte im Fokus

Laut Financial Times drängt Rio Tinto darauf, dass sein Vorsitzender und CEO ihre Rollen behalten, während Glencore auf einen hohen Aufschlag pocht. Bei Akquisitionen ungleicher Größe behält typischerweise das größere Unternehmen sein Managementteam – und Rio Tintos Marktkapitalisierung ist ungefähr doppelt so hoch wie die von Glencore.

Glencores Rohstoffhandelssparte könnte inmitten geopolitischer Unsicherheit ein zusätzlicher Anreiz für Rio sein. Die Sparte hat den Ruf, aus Marktvolatilität Kapital zu schlagen und verfügt über ein breites Netzwerk an Handelskontakten. Investoren bezweifeln jedoch, ob diese Händler in einer Rio Tinto-Kultur mit weitaus geringerer Risikobereitschaft motiviert werden könnten zu bleiben.

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