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Rekordgewinne bei ExxonMobil und Chevron trotz eskalierender Nahost-Spannungen

US-Ölriesen melden Rekordquartale dank hoher Raffineriemargen, während Brent fast 118 Dollar erreicht und der Iran-Konflikt eskaliert.

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Rekordgewinne bei ExxonMobil und Chevron trotz eskalierender Nahost-Spannungen

Die US-Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron haben für das dritte Quartal 2026 beeindruckende Rekordergebnisse vorgelegt. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Spannungen im Nahen Osten die globale Energiekrise weiter. Die Ölpreise reagierten auf die drohende Konfrontation zwischen den USA und dem Iran mit deutlichen Zuwächsen: Brent-Futures für Dezember stiegen auf fast 118 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI um knapp 2 Prozent zulegte. Der globale Referenzwert steuert damit auf den vierten monatlichen Gewinn in Folge zu.

Die massiven Gewinnsprünge der US-Konzerne sind maßgeblich auf die hohen Margen im Raffineriegeschäft zurückzuführen. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der globalen Angebotsknappheit, die durch Drohnenangriffe auf wichtige Raffinerien in Russland und im Nahen Osten befeuert wurde und zu drastisch gestiegenen Dieselpreisen führte. ExxonMobil verdoppelte seinen Gewinn auf 15,4 Milliarden US-Dollar, wobei die Raffineriesparte mit 7,2 Milliarden US-Dollar das Ergebnis des klassischen Produktionsgeschäfts sogar übertraf.

Chevron meldete einen Nettogewinn von 9,9 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von fast 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Raffineriesparte steigerte ihren Gewinn um über 300 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Beide Unternehmen betrieben ihre US-Raffinerien nahezu an der Kapazitätsgrenze, um die Nachfrage nach Diesel und Flugbenzin zu decken.

Fördergeschäft unter Druck

Im Gegensatz zum glänzenden Raffineriegeschäft zeigt sich bei der reinen Öl- und Gasförderung ein differenzierteres Bild. Die Produktion von Chevron sank leicht auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag (bpd). ExxonMobil verzeichnete einen Rückgang von etwa 2 Prozent auf 4,5 Millionen bpd. Beide Konzerne führen diese Entwicklung teilweise auf die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten zurück.

Für Anleger ist diese Verschiebung bemerkenswert: Nicht die Förderung, sondern die Veredelung treibt derzeit die Ergebnisse. Die hohen Crack-Spreads – also die Differenz zwischen Rohölpreis und den Preisen für raffinierte Produkte – verwandeln die Raffinerien derzeit in die profitabelsten Einheiten der Konzerne.

Geopolitik vor den Zwischenwahlen

Die geopolitische Lage spitzt sich kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November weiter zu. Während die Sorge vor neuen US-Militärschlägen gegen den Iran wächst, versucht Katar als Vermittler zu intervenieren, um eine weitere Eskalation abzuwenden. Analysten von Bloomberg betonen, dass die aktuelle Situation ein strukturelles Problem der US-Außenpolitik widerspiegelt: Washington drängt auf eine schnelle Lösung des Konflikts, während Teheran strategisch auf Zeit spielt.

Diese Dynamik ist historisch tief verwurzelt. Der Tag nach den US-Zwischenwahlen markiert den 47. Jahrestag der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran. Der Zeitpunkt verleiht den diplomatischen Bemühungen zusätzliche Brisanz, da beide Seiten die symbolische Bedeutung des Datums kennen.

Trotz der angespannten Lage reagierten die Finanzmärkte positiv auf die Quartalszahlen. Die Aktien von Chevron und ExxonMobil legten im vorbörslichen Handel deutlich zu, da Anleger auf die weiterhin hohen Margen in der Veredelungssparte setzen. Für deutsche Anleger sind die Zahlen vor allem deshalb relevant, weil sie die enge Verzahnung von Rohstoffpreisen, geopolitischen Risiken und Unternehmensgewinnen illustrieren – ein Umfeld, das auch die Energiekosten in Europa indirekt beeinflusst.

Die Kombination aus Rekordgewinnen und wachsenden geopolitischen Risiken bleibt fragil. Sollten sich die Spannungen entspannen, könnten die Raffineriemargen schnell wieder sinken. Bleibt die Krise hingegen bestehen, dürften die Ölpreise und damit auch die Inflationssorgen weiter zunehmen.

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