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Rekordeinnahmen bei Erbschaft- und Schenkungsteuer

Rückgang bei Betriebsvermögen und neue politische Debatte um mögliche Reformen

2 Min
Rekordeinnahmen bei Erbschaft- und Schenkungsteuer

Mehr als 13 Milliarden Euro nahm der deutsche Staat im vergangenen Jahr durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer ein. Damit erreichten die Einnahmen aus dieser Steuer einen neuen Höchstwert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag die Summe im Jahr 2024 bei 13,3 Milliarden Euro und damit um 12,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Noch nie zuvor hatten die Finanzämter in Deutschland so viele Erbschaft- und Schenkungsteuern festgesetzt.

Von den Gesamteinnahmen entfielen 8,5 Milliarden Euro auf Erbschaften. Das entspricht einem Anstieg um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachdem die Erbschaftsteuer im Jahr 2021 einen Spitzenwert von 9,0 Milliarden Euro erreicht hatte, war sie in den beiden Folgejahren gesunken. Erst 2024 kam es wieder zu einem Anstieg. Noch deutlicher stieg die Schenkungssteuer, die mit 4,8 Milliarden Euro ebenfalls einen Höchststand erreichte. Sie legte im Vergleich zu 2023 um 17,8 Prozent zu.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Vermögensübertragungen durch Erbschaften und Schenkungen von 113,2 Milliarden Euro veranlagt. Damit lag der Wert um 6,8 Prozent niedriger als im Vorjahr, in dem ein Höchststand erreicht worden war. Als Ursache nennt das Statistische Bundesamt unter anderem den deutlichen Rückgang bei der Übertragung von Betriebsvermögen. Diese lagen um fast ein Viertel niedriger als im Jahr zuvor.

Nach Einschätzung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung bilden die amtlichen Zahlen allerdings nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Vermögensübertragungen ab. Der wissenschaftliche Direktor Sebastian Dullien erklärte, dass in Deutschland jährlich rund 400 Milliarden Euro vererbt würden. Durch die Inflation der vergangenen Jahre dürfte der tatsächliche Wert sogar noch höher liegen. Damit wechselten jedes Jahr Vermögen in einer Größenordnung, die dem Bundeshaushalt entspricht. Ein Großteil dieser Summen taucht jedoch nicht in der Steuerstatistik auf, da viele Erbschaften und Schenkungen unter den Freibeträgen liegen. Diese liegen bei 400.000 Euro für Kinder und 500.000 Euro für Ehepartner.

Die Entwicklung der Erbschaftsteuer ist inzwischen Teil einer breiten finanzpolitischen Debatte. Hintergrund ist die Finanzierungslücke im Bundeshaushalt für die Jahre 2027 bis 2029, die auf 172 Milliarden Euro geschätzt wird. Aus den Reihen der SPD gibt es deshalb Forderungen nach einer Erhöhung der Erbschaftsteuer. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder brachte zudem eine Regionalisierung ins Gespräch. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich zurückhaltend. Er erklärte, er könne den Vorschlag nachvollziehen, sehe jedoch keine Priorität und sprach von einer bereits seit langem bekannten Diskussion.

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