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Raymond James: Zehn US-Banken profitieren von stabilen Fed-Zinsen

Veränderte Zinserwartungen für 2026 könnten zinssensitiven US-Banken unerwartet starken Rückenwind verleihen.

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Raymond James: Zehn US-Banken profitieren von stabilen Fed-Zinsen

Raymond James hat zehn US-Banken identifiziert, die von einer geringeren Anzahl an Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026 profitieren könnten. Hintergrund ist eine deutliche Verschiebung der Markterwartungen, die maßgeblich durch steigende Energiepreise ausgelöst wurde.

Zu Beginn des Jahres 2026 rechnete der Markt noch mit weiteren Zinssenkungen um 50 bis 75 Basispunkte bis zum Jahresende. Dies folgte auf bereits vollzogene Senkungen der Fed um insgesamt 175 Basispunkte ab September 2024. Inzwischen preist der Markt bis zum Jahresende nahezu keine weiteren Senkungen mehr ein – im Gegenteil: Sollte die Inflation erneut anziehen, wird sogar eine mögliche Zinserhöhung diskutiert.

Veränderte Fed-Prognosen als Wendepunkt

Die jüngste Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen der Fed (Summary of Economic Projections) unterstreicht diesen Stimmungswandel. Die Teilnehmer erwarten für das laufende Jahr nur noch etwa eine Zinssenkung um 25 Basispunkte – verglichen mit zwei bis drei Senkungen, die zu Jahresbeginn noch prognostiziert worden waren. Als wesentlicher Treiber dieser Erwartungsänderung gelten steigende Energiepreise infolge des anhaltenden Konflikts im Iran.

Für zinssensitive Banken bedeutet dieses veränderte Umfeld eine potenzielle Aufwärtskorrektur ihrer Ertragsschätzungen. Raymond James erläutert, dass Institute, die in ihren Ausblicken mehrere Zinssenkungen einkalkuliert hatten, nun mit positiven Prognoseanpassungen rechnen können, falls weniger oder gar keine Fed-Senkungen eintreten. Stabile oder höhere Zinsen stützen in der Regel den Zinsüberschuss (Net Interest Income) der Banken – eine der wichtigsten Ertragsquellen im klassischen Bankgeschäft.

Methodik und ausgewählte Banken

Um das potenzielle Aufwärtspotenzial zu berechnen, multiplizierte Raymond James die Anzahl der in den aktuellen Bankprognosen enthaltenen Zinssenkungen mit den geschätzten Auswirkungen auf den Zinsüberschuss in einem Szenario von minus 100 Basispunkten. Dieser Ansatz erlaubt eine quantitative Einschätzung, welche Institute am stärksten von einem Ausbleiben der erwarteten Senkungen profitieren würden.

Die zehn von Raymond James hervorgehobenen zinssensitiven Banken sind:

  • Live Oak Bancshares
  • Origin Bancorp (NYSE: OBNK)
  • Hilltop Holdings (NYSE: HTH)
  • HBT Financial (Nasdaq: HBT)
  • Trustmark (NASDAQ: TRMK)
  • First Financial Bancorp (NASDAQ: FFBC)
  • SouthState (NYSE: SSB)
  • Renasant (NYSE: RNST)
  • Atlantic Union Bankshares (NYSE: AUB)
  • Red River Bancshares

Diese Institute gelten laut Raymond James als besonders zinssensitiv und könnten überproportional profitieren, wenn die Zinsen bis 2026 stabil bleiben oder sogar steigen.

Relevanz für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger, die in US-Bankaktien investiert sind oder dies erwägen, liefert diese Analyse einen wichtigen Orientierungsrahmen. Die Zinserwartungen gehören zu den zentralen Bewertungstreibern im Bankensektor. Eine Neubewertung der Fed-Politik – weg von weiteren Lockerungen hin zu einer längeren Zinspause – kann die Ertragsperspektiven der betroffenen Institute erheblich verbessern und zu Kursaufschlägen führen. Anleger sollten die weitere Entwicklung der US-Inflationsdaten und der Fed-Kommunikation genau beobachten.

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