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Ägyptens PMI fällt auf Fast-Zweijahrestief: Krieg belastet Privatsektor

Der Nahostkonflikt drückt auf die Stimmung ägyptischer Unternehmen – der PMI sank im März auf 48,0 Punkte.

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Ägyptens PMI fällt auf Fast-Zweijahrestief: Krieg belastet Privatsektor

Der S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) für Ägypten ist im März 2026 auf 48,0 Punkte gefallen – nach 48,9 Punkten im Februar. Es ist der vierte Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit April 2024. Der Index liegt damit weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten, die Expansion von Kontraktion trennt.

Trotz des Rückgangs bewegt sich der aktuelle Wert noch in der Nähe des langfristigen Umfragedurchschnitts von 48,2 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes und wird monatlich auf Basis von Unternehmensumfragen ermittelt.

Produktion und Aufträge unter Druck

Die Hauptbelastungsfaktoren für den Rückgang waren schwächere Produktion und sinkende Auftragseingänge. Beide Kennzahlen erreichten ebenfalls ihre tiefsten Stände seit fast zwei Jahren. Als Hauptursache nannten die befragten Unternehmen den anhaltenden Nahostkonflikt, der die Kundennachfrage dämpft und den Preisdruck erhöht.

Besonders auffällig: Erstmals rutschten die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate in den negativen Bereich. Die Unsicherheit über den weiteren Kriegsverlauf ist laut Umfrage der zentrale Grund für den gestiegenen Pessimismus unter den Unternehmen – wenngleich das Ausmaß der Eintrübung als moderat beschrieben wird.

David Owen, Senior Economist bei S&P Global Market Intelligence, ordnete die Zahlen jedoch in einen breiteren Kontext ein. „Der aktuelle Wert von 48,0 entspricht immer noch einem jährlichen BIP-Wachstum von etwa 4,3 Prozent", erklärte er. Owen fügte hinzu, dass „jüngste Daten darauf hindeuten, dass sich der inländische Nicht-Öl-Sektor auf einem soliden grundlegenden Wachstumspfad befindet."

Kostendruck auf höchstem Stand seit anderthalb Jahren

Ein weiteres ernstes Problem bleibt der Kostendruck. Die Einkaufspreise stiegen im März so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Die Unternehmen führten dies auf gestiegene Treibstoffkosten sowie kriegsbedingte Rohstoffpreissteigerungen zurück, die durch einen stärkeren US-Dollar zusätzlich verschärft wurden.

Als Reaktion auf die höheren Einkaufspreise hoben die Unternehmen ihre Verkaufspreise so schnell wie seit zehn Monaten nicht mehr an. Der Anstieg blieb insgesamt jedoch moderat, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen die gestiegenen Kosten nur teilweise an ihre Kunden weitergeben konnten oder wollten.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Ägypten relevant, da das Land als größte arabische Volkswirtschaft eine wichtige Rolle in der Region spielt. Die anhaltenden Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Handelsströme, Rohstoffpreise und das Konsumklima in der Region bleiben damit ein zentrales Risiko – nicht nur für Ägypten, sondern für die gesamte MENA-Region.

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