Raps-Futures unter Druck: Rohöl und Pflanzenöle geben nach
ICE-Canola-Futures schlossen am Mittwoch schwächer, belastet durch fallende Rohöl- und Pflanzenölpreise an einem ruhigen Handelstag.

Die ICE-Canola-Futures haben am Mittwoch deutliche Verluste verzeichnet. Ausschlaggebend waren sinkende Rohölpreise sowie eine breite Schwäche im Pflanzenölkomplex. Der Markt zeigte sich insgesamt ruhig, was sich auch in den moderaten Kursbewegungen widerspiegelte.
Der Juli-Kontrakt für Canola verlor 6,30 US-Dollar pro metrische Tonne. Der November-Kontrakt, der als Referenz für die neue Ernte gilt, sank um 4,20 Dollar auf 759,70 Dollar je Tonne. Damit setzte sich der Abwärtsdruck auf den kanadischen Ölsaatenmarkt fort.
Ruhige Lage in der Straße von Hormus belastet Rohöl
Ein wesentlicher Faktor für die Kursbewegungen war die entspannte Situation in der Straße von Hormus. Die geopolitische Lage rund um den Iran-Konflikt zeigte sich am Mittwoch vergleichsweise ruhig, was zu einem Rückgang bei Brent-Rohöl beitrug. Da Raps und andere Pflanzenöle als Rohstoffe für Biodiesel genutzt werden, besteht eine enge Korrelation zwischen Energiepreisen und Ölsaaten-Futures.
Gleichzeitig weckt der Besuch von US-Präsident Donald Trump in China bei einigen Marktteilnehmern die Hoffnung auf eine verstärkte chinesische Vermittlungsrolle im Iran-Konflikt. Händler spekulieren, dass eine chinesische Intervention zu einem Waffenstillstand führen könnte, was die geopolitische Risikoprämie an den Rohstoffmärkten weiter reduzieren würde.
Breite Schwäche im Pflanzenölkomplex
Die negativen Vorzeichen beschränkten sich nicht auf Canola allein. Chicagoer Sojaöl-Futures gaben um 1,38 Prozent nach und verstärkten damit den Druck auf den gesamten Pflanzenölsektor. Malaysische Palmöl-Futures verzeichneten ebenfalls einen Rückgang von 0,96 Prozent. Auch die Raps-Futures an der Euronext schlossen mit einem Minus von 0,24 Prozent.
Lediglich Sojabohnen konnten sich leicht behaupten und stiegen um 0,18 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Schwäche vor allem den Ölanteil der Ölsaaten betraf, während die Proteinkomponente etwas widerstandsfähiger war.
Kanadischer Dollar setzt Abwertungstrend fort
Ein weiterer belastender Faktor für die in kanadischen Dollar notierten Canola-Futures ist die anhaltende Schwäche der kanadischen Währung. Der kanadische Dollar wertete am Mittwoch erneut ab und setzte damit einen Trend fort, der bereits am 1. Mai begonnen hatte. Eine schwächere Heimwährung kann zwar Exporte grundsätzlich begünstigen, beeinflusst jedoch die in US-Dollar umgerechneten Preise und die Kalkulationen internationaler Käufer.
Für deutsche Anleger und Agrarunternehmen sind die Canola-Märkte von besonderer Relevanz, da Raps in Deutschland und Europa ein zentrales Anbauprodukt darstellt. Die Euronext-Raps-Futures, die ebenfalls leicht nachgaben, spiegeln die globale Marktstimmung wider und beeinflussen die Erlöse heimischer Landwirte sowie die Rohstoffkosten der Lebensmittel- und Biodieselindustrie.
