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Private Equity: 300-Milliarden-Schuldenmauer bedroht Beteiligungen ab 2028

Fondsmanager verhandeln fieberhaft Laufzeitverlängerungen, um eine Welle von Ausfällen bei ihren Beteiligungen abzuwenden.

• 2 Min
Private Equity: 300-Milliarden-Schuldenmauer bedroht Beteiligungen ab 2028

Private-Equity-Unternehmen befinden sich in großer Eile, um erhebliche Verluste durch eine mögliche Welle von Ausfällen bei den von ihnen gehaltenen Unternehmen zu vermeiden. Fundmanager liefern sich ein Wettrennen, um für einen Großteil der 300 Milliarden Dollar schweren Schuldenmauer, die ab 2028 fällig wird, Kreditlaufzeitverlängerungen auszuhandeln. Der Druck wird dadurch verschärft, dass steigende Zinssätze die Refinanzierung in diesem Jahr teurer gemacht haben.

Ein erheblicher Teil dieser Schulden betrifft Softwareunternehmen. Diese geraten zunehmend unter Druck, weil sie Gefahr laufen, von Künstliche-Intelligenz-Unternehmen wie Anthropic verdrängt zu werden. Anthropic startete am Montag einen großen Börsengang (IPO). Für die Manager von Buyout-Fonds steht viel auf dem Spiel: Gelingt es ihnen nicht, Kreditlaufzeitverlängerungen zu erhalten, drohen die von ihnen gehaltenen Unternehmen von den Gläubigern übernommen zu werden – und ihre Investitionen könnten wertlos verfallen.

Warnung aus der Branche

Die Brisanz der Lage beschreibt Hugh MacArthur, Vorsitzender der globalen Private-Equity-Sparte von Bain & Co., mit deutlichen Worten: „Es wird Unternehmen geben, die den Schlüssel zurück an die Bank werfen müssen und es nicht schaffen.“ Das Zitat verdeutlicht, dass in der Branche mit konkreten Ausfällen gerechnet wird und nicht nur mit theoretischen Risiken.

Hintergrund ist ein strukturelles Problem bei der Refinanzierung. Die meisten Unternehmen refinanzieren große Verbindlichkeiten als Vorsichtsmaßnahme 18 bis 24 Monate im Voraus und reduzieren so die Höhe der in diesem Zeitraum fälligen Schulden. Von Private Equity gehaltenen Unternehmen fällt dies jedoch schwerer. Dadurch entsteht in den kommenden Jahren eine ungewöhnlich hohe „Fälligkeitsmauer“.

Zahlen belegen den Ernst der Lage

Die Dimensionen lassen sich mit Daten von PitchBook beziffern. Demnach sollen im Jahr 2028 rund 140 Milliarden Dollar an risikobehafteten Unternehmenskrediten fällig werden, weitere 160 Milliarden Dollar folgen im Jahr 2029. Zum Vergleich: Von 2023 bis 2025 lagen durchschnittlich etwa 60 Milliarden Dollar innerhalb von zwei Jahren zur Fälligkeit. Die künftigen Volumina liegen damit deutlich über dem bisherigen Niveau.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, weil Private-Equity-Fonds zunehmend auch in hiesigen Portfolios vertreten sind – sei es über institutionelle Anleger, Dachfonds oder börsennotierte Beteiligungsvehikel. Eine Häufung von Ausfällen und notleidenden Krediten könnte die Renditen dieser Anlageklasse belasten und die Bewertungen entsprechend drücken.

Die Kombination aus hohen Fälligkeitsvolumina, gestiegenen Zinssätzen und dem technologischen Umbruch durch KI-Anbieter setzt die Fondsmanager unter Zeitdruck. Ob die Verhandlungen über Laufzeitverlängerungen rechtzeitig gelingen, dürfte darüber entscheiden, wie viele Unternehmen die kommenden Jahre überstehen – und wie viele den Gläubigern überlassen werden müssen.

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