ANZEIGE

Planet Labs startet Satellitenproduktion in Berlin ab Herbst

US-Raumfahrtkonzern errichtet ersten vollwertigen Fertigungsstandort außerhalb der USA in der Hauptstadt.

2 Min
Planet Labs startet Satellitenproduktion in Berlin ab Herbst

Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Planet Labs will von diesem Herbst an Satelliten in Deutschland produzieren. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten soll in Berlin stattfinden, wie Deutschland-Geschäftsführer Martin Polak der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Es ist der erste vollwertige Produktionsstandort des Konzerns außerhalb von San Francisco.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte bei der Vorstellung des Projekts die strategische Bedeutung von Satelliten für Sicherheit und technologische Souveränität. Dies gelte sowohl im zivilen Bereich als auch im Verteidigungsfall. Die Entscheidung von Planet Labs ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland.

Produktion von bis zu 60 Satelliten jährlich

Der erste in Berlin gebaute Satellit soll noch vor Ende des Jahres fertiggestellt sein, kündigte Polak an. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Investitionsvolumen machte das Unternehmen keine Angaben, erklärte jedoch, dass ein achtstelliger Betrag überschritten werde.

Aktuell beschäftigt Planet Labs rund 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Diese Zahl soll um weitere 70 Stellen wachsen. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die künftig in Berlin gefertigt werden, liefern hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung.

Satellitendaten sind von zentraler Bedeutung für Wettervorhersagen, die Beobachtung des Klimawandels und auch für militärische Aufklärung. Im Ukraine-Krieg spielen sie eine entscheidende Rolle. Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: „Russland bedroht die EU täglich. Russland bedroht Deutschland täglich.“ Deutschland und Europa müssten in der Lage sein, Erdbeobachtung eigenständig und mit eigenen Daten zu betreiben.

Keine Bedenken bei sensiblen Kundendaten

Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung oder amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs gelassen. „Seit über zehn Jahren betreuen wir ohne Schwierigkeiten Regierungskunden in ganz Europa“, versicherte Polak. „Unser Ziel ist es, Abhängigkeiten dort zu verringern, wo sie für europäische Kunden am wichtigsten sind, und ihre operative Widerstandsfähigkeit sowie ihre Kontrolle in Europa zu stärken.“

Dies solle unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europäische Bodenstationen und die Speicherung von Daten in europäischer Cloud-Infrastruktur erreicht werden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff von US-Behörden beantwortete Polak nicht.

Für Anleger ist Planet Labs (NYSE: PL) ein interessanter Wert im wachsenden Markt für Erdbeobachtung und Satellitendaten. Das Unternehmen ist an der New Yorker Börse notiert und profitiert von der steigenden Nachfrage nach unabhängigen europäischen Satellitenkapazitäten. Die Expansion nach Deutschland signalisiert zudem das Vertrauen in den europäischen Markt und könnte die Position des Konzerns bei Regierungsaufträgen in der EU weiter stärken.

Planet LabsSatellitenproduktion BerlinPelican-SatellitenErdbeobachtungNyse PlRaumfahrtKatherina Reiche

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  5. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?

Disclaimer