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Pharming Q3: Operativer Gewinn steigt 89%, Umsatzprognose 2026 gesenkt

Der niederländische Spezialpharmazeutika-Hersteller überzeugt im dritten Quartal mit starkem Gewinnwachstum, korrigiert aber die Jahresprognose nach unten.

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Pharming Q3: Operativer Gewinn steigt 89%, Umsatzprognose 2026 gesenkt

Der niederländische Hersteller von Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen, Pharming, hat im dritten Quartal ein deutliches Gewinnwachstum verzeichnet. Der Umsatz stieg um 21% auf 117,6 Millionen US-Dollar, während der operative Gewinn um 89% auf 29,9 Millionen US-Dollar sprang. Im Vorjahresquartal hatte der operative Gewinn noch bei 15,8 Millionen US-Dollar gelegen. Das Unternehmen hatte die vorläufigen Umsatz- und Betriebskostenzahlen bereits am 22. Oktober veröffentlicht, die nun bestätigt wurden.

Das kräftige Plus beim operativen Ergebnis resultiert aus einem höheren Umsatz sowie staatlichen Zuschüssen zur Unterstützung der Forschung und Entwicklung. Bereinigt um eine einmalige, herstellungsbedingte Wertminderungsabschreibung von 5,1 Millionen US-Dollar lag der bereinigte operative Gewinn bei 35,0 Millionen US-Dollar. Auch der Nettogewinn entwickelte sich erfreulich und stieg auf 22,4 Millionen US-Dollar, nach 7,5 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Neben dem höheren Umsatz trug dazu ein besseres Finanzergebnis bei.

Trotz der starken Quartalszahlen hat Pharming seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 nach unten korrigiert. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz zwischen 380 und 390 Millionen US-Dollar, gegenüber der bisherigen Spanne von 375 bis 395 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig senkte Pharming die Prognose für die Betriebskosten auf 310 bis 315 Millionen US-Dollar, nach zuvor 315 bis 320 Millionen US-Dollar.

RUCONEST und Joenja treiben das Wachstum

Der Umsatz mit dem HAE-Mittel RUCONEST, das zur Behandlung akuter Anfälle bei hereditärem Angioödem eingesetzt wird, stieg um 14% auf 93,8 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen begründet diese Entwicklung mit einer stabilisierten Nachfrage in den USA, einem frühen saisonalen Anstieg der Lagerbestände in einer einzelnen US-Spezialapotheke nach starken Abverkäufen zu Beginn des Jahres sowie dem Abschluss eines geplanten Rückzugs aus den Nicht-US-Märkten. Über die ersten neun Monate betrachtet ging der RUCONEST-Umsatz jedoch um 3% auf 224,5 Millionen US-Dollar zurück.

Deutlich dynamischer entwickelte sich das Mittel Joenja zur Behandlung von APDS. Hier kletterte der Umsatz um 58% auf 23,8 Millionen US-Dollar. Als Treiber nennt Pharming das Wachstum der Patienten in den USA mit bezahlter Therapie, eine höhere internationale Nachfrage einschließlich der Markteinführungen in Deutschland und Japan sowie einen temporären Vorteil aus Bestellmustern in anderen internationalen Märkten. Zum 30. September befanden sich 136 US-Patienten in bezahlter Therapie, gegenüber 116 im Vorjahr.

Solide Bilanz und Führungswechsel

Die Finanzlage des Unternehmens präsentiert sich robust. Der aus dem operativen Geschäft generierte Cashflow belief sich auf 32,4 Millionen US-Dollar. Die Summe aus Cash und marktgängigen Wertpapieren betrug zum 30. September 190,9 Millionen US-Dollar. Die Betriebskosten im dritten Quartal lagen mit 74,6 Millionen US-Dollar nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 74,5 Millionen US-Dollar.

Auf Führungsebene gab es einen Wechsel: Chief Executive Fabrice Chouraqui trat am 29. September zurück. Leverne Marsh und Kenneth Lynard wurden als interimistische Co-Geschäftsführer benannt. Für Anleger bleibt die weitere Entwicklung der Pipeline entscheidend. Pharming erwartet Daten aus Phase-II-Studien für Leniolisib bei Patienten mit common variable immunodeficiency (CVID) im November. Die Rekrutierung für die FALCON-Studie zu Napazimone wird nun voraussichtlich erst im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen sein.

Für deutsche Anleger ist Pharming vor allem als spezialisierter Anbieter im wachsenden Markt für Orphan Drugs interessant. Solche Medikamente gegen seltene Erkrankungen bieten oft hohe Margen, sind aber auch von regulatorischen und marktspezifischen Risiken geprägt. Die gesenkte Umsatzprognose für 2026 dürfte die Erwartungen der Investoren dämpfen, auch wenn das operative Geschäft im dritten Quartal überzeugte.

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