One World Lithium setzt Moleaer-Nanobubbler in UCI- und UBC-Laboren ein
Das kanadische Unternehmen treibt die einstufige Direkt-Extraktion von Lithiumcarbonat mit CO2-Nanobubbles voran und plant eine Pilotanlage in Los Angeles.

One World Lithium (CSE: OWLI) hat am Donnerstag den Abschluss der Lieferung spezialisierter industrieller Nanobubblerzeuger des Technologieunternehmens Moleaer an die University of California, Irvine (UCI) und die University of British Columbia (UBC) bekannt gegeben. Damit erreicht die Zusammenarbeit des kanadischen Lithiumentwicklers mit den beiden Hochschulen und dem Nanobubble-Spezialisten einen neuen operativen Meilenstein.
Die vor Ort installierten Geräte knüpfen an erfolgreiche Laborarbeiten an, die bereits im Juni 2023 zu zwei patentrechtlich angemeldeten Anträgen geführt hatten. Das teilte das Unternehmen mit. Im Zentrum steht die einstufige direkte Lithiumcarbonat-Extraktionstechnologie (DCLE) von One World Lithium, die ohne die klassischen, energieintensiven Konzentrationsschritte auskommen soll.
Bereits im Juni 2026 hatte OWL die Zusammenarbeit mit UBC und UCI aufgenommen, um die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur DCLE-Technologie gemeinsam mit Moleaer zu beschleunigen. Nun folgt der nächste Schritt: der Übergang von nachgewiesenen Laborergebnissen zu einer mobilen, containerisierten Pilotanlage.
Die Details
Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Kooperation, den im Labormaßstab nachgewiesenen Erfolg in eine mobile, containerisierte Pilotanlage zu überführen. Diese soll in der Lage sein, direktes Lithiumcarbonat aus natürlichen Solebrühen zu produzieren. Dadurch sollen traditionelle, kostspielige und umweltintensive Konzentrationsschritte entfallen.
Moleaer wird OWL und die beiden Universitäten beim Aufbau der ersten Feldtest-Pilotanlage unterstützen. Diese entsteht in den Räumlichkeiten von Moleaer in Los Angeles. Der Start ist für Anfang 2027 geplant, während die kontinuierlichen Labortests weiterlaufen.
Die Forschung konzentriert sich auf die Validierung und Optimierung des DLCE-Prozesses. Dieser nutzt eine Extraktionsmethode auf Basis von Kohlendioxid-(CO2)-Nanobubbles, um Lithium aus natürlichen Solebrühen zu trennen. Ziel ist der Übergang zu einem feldtauglichen Pilotsystem, das die direkte Produktion von Lithiumcarbonat demonstriert.
Parallel zur Lithiumextraktion werden die Forschungsteams die Rückgewinnung und die Koproduktion weiterer hochpreisiger industrieller Carbonate aus der Sole bewerten. Dazu zählen Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium.
Finanziert wird die laufende Technologieentwicklung unter anderem über eine Kapitalmaßnahme: Im August schloss das Unternehmen die erste Tranche einer nicht-brokergeführten Privatplatzierung ab. Dabei wurden 7.547.142 Anteile zu je CAD $0,035 ausgegeben, um die Technologieentwicklung und das Betriebskapital zu finanzieren.
Säurefreie Extraktion auch aus Tonstein
In Phase 2 werden Laborteams Testarbeiten an lithiumhaltendem Tonstein durchführen, um eine effektive Lithium-Schlammformulierung zu entwickeln. Ziel ist es, die Fähigkeit der DLCE-Technologie zu validieren, unter verschiedenen Bedingungen Lithiumcarbonat zu produzieren. Dabei sollen Schwefelsäure, Soda Ash, Sorbentien und mehrere energieintensive Konzentrationsstufen nicht erforderlich sein.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Verdunstungsbecken-Betrieben und Standard-DLE-Technologien (Direct Lithium Extraction) erfordert DLCE keine Vor-, Haupt- oder Nachkonzentrationsstufen. Während herkömmliche Methoden Lithium-Zwischenprodukte liefern, die eine umfangreiche nachgelagerte chemische Raffination erfordern, ist das Ziel von OWL die echte, einstufige direkte Produktion von Lithiumcarbonat.
Hintergrund: Was bisher geschah
Der Blick auf den weiteren Markt zeigt, dass mehrere Lithiumentwickler derzeit vergleichbare Wege von der Labor- zur Pilot- und Demonstrationsphase gehen. Bereits am 22.10.2026 berichtete aktien.news, dass sich E3 Lithium dem Abschluss der Phase 2 seiner Demonstrationsanlage im Mountain View County in der kanadischen Provinz Alberta nähert. Ziel ist eine Anlage, die in der ersten Stufe der kommerziellen Operationen jährlich 12.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität produzieren kann.
Am 23.09.2026 meldete aktien.news, dass EMP Metals seine Demonstrationsanlage Project Aurora in der kanadischen Provinz Saskatchewan erfolgreich in Betrieb genommen hat. Die Anlage arbeitet als vollständig integrierte Lithium-Raffinerie im Dauerbetrieb und ist darauf ausgelegt, täglich zehn Kubikmeter Rohsole vom Bohrloch bis hin zu Lithiumchemikalien zu verarbeiten. Das Unternehmen setzt dabei auf die Direct-Lithium-Extraction-Technologie (DLE).
Am 06.10.2026 berichtete aktien.news, dass CleanTech Lithium das Prozessfließbild für sein Lithiumprojekt Laguna Verde in Chile erfolgreich validiert hat. Im Rahmen des Programms wurden rund 24 Kubikmeter Sole in einer Pilotanlage von Xi'an Lanshen New Material Technology in Santiago, Chile, verarbeitet. Die Ergebnisse liefern die technische Grundlage für die begonnene endgültige Machbarkeitsstudie (DFS).
Am 03.10.2026 meldete aktien.news, dass Copper One Resources mit dem dritten geplanten Bohrloch RED-26-03 seines vollständig finanzierten Diamantbohrprogramms über 2.400 Meter begonnen hat. Das Programm läuft auf dem Redonda Copper-Molybdenum-Projekt auf West Redonda Island in der Vancouver Mining Division der kanadischen Provinz British Columbia.
Was das für Anleger bedeutet
One World Lithium befindet sich mit der DCLE-Technologie weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase. Das Unternehmen produziert noch kein Lithiumcarbonat im kommerziellen Maßstab, sondern validiert den Prozess zunächst im Labor und anschließend in einer Feldtest-Pilotanlage. Anleger sollten diese Unterscheidung zwischen technologischem Fortschritt und kommerzieller Produktion im Blick behalten.
Die Finanzierung der laufenden Arbeiten erfolgt über eine Privatplatzierung, bei der 7.547.142 Anteile zu je CAD $0,035 ausgegeben wurden. Solche Kapitalmaßnahmen verwässern bestehende Anteile, sichern dem Unternehmen aber die Mittel für die Technologieentwicklung und das Betriebskapital. Der Aktienkurs von Explorations- und Technologieunternehmen in dieser Phase reagiert erfahrungsgemäß stark auf Zwischenergebnisse aus den Labors und Pilotanlagen.
Positiv hervorzuheben ist, dass OWL mit UBC, UCI und Moleaer auf Partner setzt, die über eigene Forschungskapazitäten und Infrastruktur verfügen. Der geplante Standort der ersten Feldtest-Pilotanlage in Los Angeles liegt zudem in unmittelbarer Nähe zu Moleaer. Ob sich der DLCE-Prozess unter realen Bedingungen bewährt, entscheidet sich erst mit den Feldtests.
Ausblick
Der Start der ersten Feldtest-Pilotanlage in den Räumlichkeiten von Moleaer in Los Angeles ist für Anfang 2027 geplant. Bis dahin laufen die kontinuierlichen Labortests weiter. In Phase 2 sollen die Laborteams zudem Testarbeiten an lithiumhaltendem Tonstein durchführen, um eine effektive Lithium-Schlammformulierung zu entwickeln.
Ein konkretes Datum für den Beginn der Feldtests oder für eine mögliche Kommerzialisierung nennt das Unternehmen nicht. Auch Angaben dazu, wann Ergebnisse der Phase-2-Arbeiten vorliegen sollen, enthält die Mitteilung nicht.
Kurz erklärt
- DCLE: Abkürzung für Direct Lithium Carbonate Extraction, ein Verfahren zur einstufigen direkten Gewinnung von Lithiumcarbonat aus Sole.
- Nanobubbles: extrem kleine Gasbläschen, die in einer Flüssigkeit verteilt werden und dort chemische Prozesse unterstützen können.
- Sole: salzhaltiges Wasser, das in unterirdischen Reservoiren vorkommt und Lithium enthalten kann.
