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Ölpreise steigen: USA weiten Blockade iranischer Häfen aus

Berichte über eine verlängerte US-Blockade iranischer Häfen treiben Brent und WTI auf Mehrtageshochs – Versorgungsunterbrechungen verschärfen sich.

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Ölpreise steigen: USA weiten Blockade iranischer Häfen aus

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre mehrtägige Rally fortgesetzt. Auslöser sind Berichte des Wall Street Journal, wonach US-Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter angewiesen hat, Vorbereitungen für eine verlängerte Blockade iranischer Häfen zu treffen. Die Nachricht verstärkt die ohnehin angespannte Versorgungslage im Nahen Osten erheblich.

Der Terminkontrakt der Nordseesorte Brent für Juni stieg um 52 Cent oder 0,47 Prozent auf 111,78 US-Dollar pro Barrel – der achte Anstieg in Folge. Da der Juni-Kontrakt am Donnerstag ausläuft, rückt der aktivere Juli-Kontrakt in den Fokus, der bei 104,84 US-Dollar notierte, ein Plus von 0,4 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni verteuerte sich um 57 Cent oder 0,57 Prozent auf 100,50 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung bereits um 3,7 Prozent zugelegt hatte. Damit stiegen die WTI-Preise an sieben der letzten acht Handelstage.

Straße von Hormus als Nadelöhr der Weltenergieversorgung

Im Zentrum des Konflikts steht die Straße von Hormus – ein strategisch bedeutsamer Seeweg, durch den rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert werden. Trotz eines bestehenden Waffenstillstands im US-israelischen Krieg mit dem Iran blockiert Teheran weiterhin den Schiffsverkehr durch diese Meerenge, während die USA ihrerseits iranische Häfen sperren. Die Verhandlungen über ein formelles Ende der Kämpfe kommen kaum voran.

Die Konfliktparteien verfolgen dabei grundlegend unterschiedliche Ziele: Washington besteht auf einem Ende des iranischen Atomwaffenprogramms, während Teheran Reparationszahlungen, eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen sowie eine gewisse Kontrolle über die Straße von Hormus fordert. Diese festgefahrene Lage lässt eine schnelle Entspannung an den Ölmärkten unwahrscheinlich erscheinen.

„Der jüngste Anstieg der Ölpreise wurde durch die Blockade der Meerenge getrieben. Sollte Trump bereit sein, die Blockade auszuweiten, würden sich die Versorgungsunterbrechungen weiter verschärfen und die Ölpreise weiter nach oben treiben", erklärte Yang An, Analyst bei Haitong Futures.

Sinkende US-Lagerbestände verstärken den Preisdruck

Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Ölpreise durch rückläufige Lagerbestände in den USA. Das American Petroleum Institute (API) meldete laut Marktquellen einen Rückgang der US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 24. April um 1,79 Millionen Barrel – bereits der zweite Rückgang in Folge. Noch deutlicher fiel der Abbau bei den Benzinvorräten aus, die um 8,47 Millionen Barrel sanken. Die Bestände an Destillaten – darunter Diesel und Heizöl – gingen um 2,60 Millionen Barrel zurück.

Diese Entwicklung zeigt, dass die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus bereits spürbare Auswirkungen auf die globalen Lagerbestände hat. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist die Lage besonders relevant, da Europa stark von Öl- und Gasimporten aus der Region abhängig ist. Steigende Rohölpreise schlagen sich erfahrungsgemäß zeitverzögert in höheren Kraftstoff- und Energiepreisen nieder.

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