Eni belebt Schwerölprojekt in Venezuela mit neuem Abkommen
Der italienische Energiekonzern Eni unterzeichnete in Caracas eine Vereinbarung zur Wiederbelebung eines Projekts im Orinoco-Gürtel.

Der italienische Energiekonzern Eni hat am Dienstag in Caracas eine Vereinbarung mit dem venezolanischen Ölministerium und dem staatlichen Ölunternehmen PDVSA unterzeichnet. Ziel ist die Wiederbelebung eines Projekts für schweres Rohöl im Orinoco-Gürtel. Die Zeremonie wurde im venezolanischen Staatsfernsehen übertragen.
Unterzeichnet wurde der Pakt in Anwesenheit hochrangiger Vertreter beider Seiten: Venezuelas interimistische Präsidentin Delcy Rodriguez, Eni-Vorstandsvorsitzender Claudio Descalzi, PDVSA-Chef Hector Obregon sowie Ölministerin Paula Henao nahmen an der Unterzeichnung teil. Rodriguez bezeichnete das Abkommen als bedeutsames Signal: „Dies ist eine der wichtigsten Wetten auf unser Land in jüngster Zeit."
Descalzi erklärte, der konkrete Investitionsplan für Venezuela werde derzeit ausgearbeitet und solle bis zum Jahresende fertiggestellt sein. Eni ist seit 1998 in Venezuela aktiv und verfügt damit über jahrzehntelange Erfahrung im Land.
Orinoco-Gürtel: Eines der größten Ölreservoire der Welt
PDVSA und Eni sind gemeinsam an mehreren Projekten in Venezuela beteiligt. Dazu gehört das Projekt Junin 5 im Orinoco-Becken, das über rund 35 Milliarden Barrel an zertifiziertem Öl verfügt. Darüber hinaus fördern beide Partner im Rahmen des Projekts Petrosucre Rohöl in flachen Gewässern.
Eni unterhält zudem eine Partnerschaft mit dem spanischen Energiekonzern Repsol für das große Offshore-Gasprojekt Cardon IV. Dieses Projekt wurde ebenfalls kürzlich neu gestartet, um die Gasversorgung Venezuelas zu erhöhen. Zusätzlich besteht eine weitere Kooperation zur Methanolproduktion in dem südamerikanischen Land.
Im Jahr 2025 belief sich die Produktion von Eni in Venezuela auf 64.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung mitteilte. Diese Zahl verdeutlicht die bereits bestehende operative Präsenz des Konzerns im Land.
Teil einer umfassenden venezolanischen Ölreform
Das Abkommen mit Eni steht im Kontext einer breiteren Reforminitiative der venezolanischen Regierung. Im Rahmen einer umfassenden Überprüfung aller Verträge in der Ölindustrie haben die wichtigsten PDVSA-Partner in den vergangenen Wochen Vorverträge unterzeichnet, um ihr Interesse zu bestätigen oder ihre Projekte auszuweiten.
Neben Eni haben auch der US-Konzern Chevron, die britische Shell und die spanische Repsol ähnliche Vereinbarungen zur Bestätigung oder Erweiterung ihrer Partnerschaften unterzeichnet. Dies signalisiert ein wachsendes Interesse internationaler Energiekonzerne an einer Neupositionierung in Venezuela. Der Orinoco-Gürtel gilt als eine der größten Schwerstölreserven weltweit und rückt damit erneut in den Fokus globaler Energiestrategie.
