Ölpreisanstieg und Kriegskosten: Die Folgen des US-Iran-Konflikts
US-Krieg gegen Iran kostet 246 Millionen Dollar täglich und treibt Ölpreise über 106 Dollar.

Die wirtschaftlichen Folgen des US-Krieges gegen den Iran spitzen sich weiter zu. Seit dem 28. Februar, als Präsident Donald Trump die Militäroperation initiierte, belasten die Kosten für das Pentagon die Staatskasse massiv. Aktuelle Berichte des Congressional Budget Office (CBO) und des Verteidigungsministeriums zeigen die finanziellen Dimensionen des Konflikts, während die Ölmärkte auf Sabotageakte gegen die saudische Infrastruktur reagieren.
Laut dem parteiunabhängigen CBO beliefen sich die Kosten für das Pentagon bis zum 1. August auf geschätzte 38,1 Milliarden US-Dollar. Das entspricht durchschnittlich 246 Millionen Dollar pro Tag. Für jeden weiteren Monat des Konflikts werden zusätzliche Kosten von zwei bis drei Milliarden Dollar erwartet. Der Großteil der Ausgaben entfällt auf den Ersatz von Munition und Raketen sowie auf erhöhte Flugstunden und gestiegene Treibstoffpreise.
Finanzielle und militärische Belastungen
Der Krieg hat bereits zwei Drittel der US-Raketenabwehr-Interzeptoren verbraucht. Dies könnte die Verteidigungsfähigkeit der USA gegenüber anderen Akteuren wie China gefährden. Das Verteidigungsministerium meldete zudem schwere Schäden an Militärbasen in acht Ländern des Nahen Ostens sowie den Verlust zahlreicher Luftfahrzeuge, darunter F-15E-Kampfjets und eine F-35A. Die diplomatischen Kosten für Evakuierungen und Schäden an diplomatischen Einrichtungen belaufen sich auf weitere Millionenbeträge.
Ölmarkt unter Druck
Die geopolitische Lage hat sich durch Drohnenangriffe auf die wichtige East-West-Pipeline Saudi-Arabiens weiter verschärft. US-Energieminister Chris Wright erklärte gegenüber CNBC, die Pipeline werde „sehr bald" wieder in Betrieb genommen. Satellitenbilder deuten laut Experten wie Andy Lipow jedoch auf Schäden hin, deren Reparatur Monate in Anspruch nehmen könnte. Die Pipeline ist für Riad essenziell, um Rohölexporte unter Umgehung der Straße von Hormus zum Roten Meer zu leiten.
Da die USA und der Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus konkurrieren, müssen die Saudis nun unter US-Militärschutz wieder verstärkt auf diese Route ausweichen. Die Marktunsicherheit hat die Ölpreise deutlich steigen lassen: US-Rohöl notiert über 106 Dollar, Brent-Öl über 109 Dollar pro Barrel. Analysten von Kpler warnen, dass ein einmonatiger Ausfall der Pipeline den Markt um bis zu 120 Millionen Barrel Öl bringen könnte.
Inflationsdruck und politische Debatte
Der Konflikt belastet zunehmend die US-Verbraucher. Das CBO prognostiziert, dass der Krieg bis zum ersten Quartal 2027 die Inflation um 0,5 Prozentpunkte ansteigen lässt, wobei Treibstoffkosten einen erheblichen Teil dazu beitragen. Die Benzinpreise in den USA sind bereits auf durchschnittlich 4,33 Dollar pro Gallone gestiegen.
Angesichts der bevorstehenden US-Wahlen am 3. November nutzen Demokraten die gestiegenen Lebenshaltungskosten als Argument gegen die Kriegspolitik der Regierung. Trump rechtfertigt den Konflikt weiterhin als notwendige Maßnahme zur Verhinderung eines iranischen Atomprogramms. Für deutsche Anleger bleibt die Lage angespannt: Steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheit könnten auch die europäischen Märkte belasten.
